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Trotz Sturmtief „Friederike“Hannover Rück steuert auf Milliardengewinn zu

Für die Folgen des Sturmtiefs „Friederike“ im Januar muss der Rückversicherer zwar tief in die Tasche greifen. Die Ausgaben für Großschäden insgesamt hielten sich aber in Grenzen. Die Anteilseigner profitieren. 07.05.2018 - 11:01 Uhr

Die Hannover Rück muss im ersten Quartal 2018 nur etwa halb so viel für Großschäden ausgeben wie im Jahr zuvor.

Foto: dpa

Geringe Schäden und hohe Kapitalerträge haben dem weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück einen überraschend guten Start ins Jahr verschafft. Trotz teurer Verwüstungen durch Sturmtief „Friederike“ in Europa stand nach dem ersten Quartal unter dem Strich ein Gewinn von 273 Millionen Euro und damit gut drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vorstandschef Ulrich Wallin sieht das Unternehmen für 2018 damit auf Kurs zum geplanten Gewinn von über einer Milliarde Euro, wie der Konzern vor der Hauptversammlung am Montag in Hannover mitteilte.

Dabei musste die Hannover Rück für die Folgen von „Friederike“ im Januar tief in die Tasche greifen. Die Schäden kosteten die Rivalin des Weltmarktführers Munich Re 31,5 Millionen Euro. „Friederike“ hatte in mehreren europäischen Ländern gewütet und in Deutschland binnen weniger Stunden den gesamten Fernverkehr der Bahn lahmgelegt.

Dennoch musste die Hannover Rück im ersten Quartal mit rund 73 Millionen Euro nur etwa halb so viel für Großschäden ausgeben wie ein Jahr zuvor, und die Schaden- und Unfall-Rückversicherung warf dadurch mehr Gewinn ab. Prozentual blieb von den Prämieneinnahmen nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb aber etwas weniger übrig als im Vergleichszeitraum.

Dabei hofft die Hannover Rück, dass das Prämienniveau nach jahrelangem Preisverfall in diesem Jahr weiter anzieht. Vogel berichtete von kräftigen Preissteigerungen bei Verträgen in der Karibik, nachdem die Wirbelstürme „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ der Versicherungsbranche das teuerste Naturkatastrophenjahr ihrer Geschichte eingebrockt hatten. In den betroffenen Regionen sei das Prämienniveau um 20 bis 40 Prozent gestiegen. Über das gesamte Schaden- und Unfall-Geschäft hinweg rechnet Vogel 2018 aber nur mit Preissteigerungen im einstelligen Prozentbereich. Denn das Angebot an Rückversicherungsschutz sei nicht gesunken. Laut einer Studie des weltgrößten Rückversicherungsmaklers Aon Benfield sitzt die Branche trotz der schweren Naturkatastrophen auf einem so dicken Kapitalpolster wie nie zuvor. Demnach haben auch branchenfremde Investoren wie Pensionsfonds, die über Katastrophenanleihen und andere Vehikel im Rückversicherungsgeschäft mitmischen, weiteres Geld in den Markt gepumpt.

Die Anteilseigner können weiter auf eine hohe Dividende spekulieren. Wenn der Konzern den Gewinn von gut einer Milliarde Euro schaffe, könne die Dividende samt Sonderausschüttung wieder 5 Euro erreichen, sagte Vogel. Damit würde die Ausschüttungsquote die üblichen 35 bis 40 Prozent des Konzernergebnisses 2018 erneut überschreiten.

Die Hannover Rück schüttet bereits seit mehreren Jahren Sonderdividenden aus, um ihr dickes Kapitalpolster nicht zu stark anschwellen zu lassen. Selbst für das Katastrophenjahr 2017, in dem sie den eigentlich geplanten Milliardengewinn verfehlte, soll es je Aktie 5 Euro geben - davon 1,50 Euro als Sonderdividende. Größter Nutznießer ist der Versicherungskonzern Talanx (HDI, Neue Leben), dem gut die Hälfte der Hannover-Rück-Aktien gehört.

Die gute Kapitalausstattung würde es der Hannover Rück und ihren Konkurrenten eigentlich ermöglichen, noch viel mehr Versicherungsrisiken auf sich zu nehmen. Wegen des harten Wettbewerbs in der Branche bietet sich aber nicht genügend rentables Geschäft. Auch andere Rückversicherer geben deshalb seit Jahren hohe Summen an ihre Aktionäre zurück.

dpa
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