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Gedämpfte WachstumserwartungenVW-Finanzsparte rechnet mit Einbußen wegen WLTP

Volkswagens hauseigener Autofinanzierer, Financial Services, stellt sich auf ein geringeres Wachstum bei Autofinanzierungen und Leasingverträgen ein. Grund ist die Umstellung auf das neue WLTP-Prüfverfahren. 07.08.2018 - 11:06 Uhr

VW-Konzernchef Herbert Diess hat die WLTP-Umstellung vergangene Woche als Kraftakt bezeichnet.

Foto: dpa

Volkswagen dämpft wegen der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP die Erwartungen an weiteres Wachstum im Geschäft mit Autofinanzierungen und Leasingverträgen. Die VW-Tochter Financial Services bekräftigte nach einer guten ersten Jahreshälfte zwar das Ziel, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis auf Höhe des Vorjahres zu erzielen. „Allerdings wird das kein Selbstläufer“, schränkte Finanzvorstand Frank Fiedler ein. Er verwies im Gespräch mit Reuters darauf, dass noch nicht absehbar sei, wie der Autokonzern die Verzögerungen bei der WLTP-Einführung meistern werde. „Wenn wir im zweiten Halbjahr weniger Neufahrzeuge am Markt sehen, haben wir natürlich auch weniger zu finanzieren.“

Konzernchef Herbert Diess hatte die WLTP-Umstellung vergangene Woche als Kraftakt bezeichnet, der sich im zweiten Halbjahr auch bei der Marge bemerkbar machen könnte. Durch das ab September geltende aufwendigere Zertifizierungs- und Messverfahren kommt es von August bis Oktober zu Engpässen bei bestimmten Modellen. In einigen Werken ruht deshalb tageweise die Produktion. Zudem müssen Tausende produzierter Autos zwischengeparkt werden, weil die Zertifizierung für bestimmte Fahrzeuge noch nicht abgeschlossen ist.

Dagegen macht der Wertverfall von Dieselautos Volkswagen im Finanzierungs- und Leasinggeschäft weniger zu schaffen als vor einigen Monaten erwartet. Der Autofinanzierer hatte das Risiko anfangs mit rund 100 Millionen Euro beziffert und im vorigen Jahr auf Leasingverträge 50 Millionen Euro abgeschrieben. Nun machte das Management klar, dass sich die Abschreibungen in diesem Jahr in Grenzen hielten. „Es sieht nicht so aus, dass wir die zweiten 50 Millionen Euro buchen werden“, sagte Fiedler. Der Wertverlust habe sich nicht beschleunigt.

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Im ersten Halbjahr steigerte die VW Financial Services den Betriebsgewinn dank eines höheren Vertragsvolumens und günstigen Refinanzierungsbedingungen um knapp sechs Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungs-, Leasing-, Versicherungs- und Wartungsverträge kletterte um sieben Prozent auf 20,2 Millionen Stück. Damit sieht sich die Sparte auf Kurs. Bis 2025 will Volkswagen die Zahl der Verträge auf 30 Millionen steigern.
Die Zahl der Neuverträge steigerte die VW-Tochter in den ersten sechs Monaten um fast neun Prozent auf knapp 4,2 Millionen Stück. Dabei legten die Fahrzeugfinanzierungen um rund elf Prozent auf 1,26 Millionen zu. Das Leasinggeschäft kletterte um 10,4 Prozent auf 937.000 Verträge. Die Zahl der Versicherungen legte um 9,8 Prozent auf 1,15 Millionen zu. Am schwächsten wuchs das Geschäft mit Dienstleistungen wie Wartungs- und Inspektionsverträgen (plus 2,6 Prozent).

BMW M3

BMW stellt den Verkauf der Sportwagen-Ikone M3 ein – zumindest in Europa. Grund ist der neue Messzyklus WLTP. Der M3 schafft die Feinstaub-Grenzwerte nach dem strengeren Messverfahren nicht mehr – zumindest nicht ohne Partikelfilter. Da die nächste Generation des 3er bereits in den Startlöchern steht, lohnt sich beim M3 die Umrüstung nicht mehr. Einen neuen M3 wird es also erst in einigen Jahren geben. Er ist aber nicht das einzige WLTP-Opfer bei BMW.

Foto: BMW

Auch der BMW M550i wird vorerst aus dem Programm genommen. Denn anders als im M5 hat der V8 in dieser Variante bislang keinen Partikelfilter.

Foto: BMW

In Europa wird der Siebener ein ganzes Jahr lang nicht mehr mit Benzinmotor verkauft, sondern nur noch als Plug-in-Hybrid oder Diesel. Erst mit der Modellpflege dürften die Benziner zurück ins Angebot kommen.

Foto: BMW

Der BMW X5 ist in Deutschland derzeit nur noch mit Dieselmotoren bestellbar. Den Sechszylinder-Benziner ist derzeit im Online-Konfigurator nicht abrufbar, genauso wie die Sportversion X5 M. Die nächste Generation des X5 ist allerdings schon auf seinen finalen Erprobungsfahrten unterwegs.

Foto: BMW

Selbiges gilt für das technisch eng verwandte SUV-Coupé X6 und X6 M.

Foto: BMW

Beim 4er Coupé ist derzeit die Variante 430i mit dem Allradantrieb xDrive nicht bestellbar.

Foto: BMW

Zu guter Letzt müssen sich Interessenten für ein 6er Gran Coupé mit Benzinmotor auf dem Gebrauchtwagenmarkt umschauen. Da die Baureihe ohnehin vor einem Modellwechsel steht, werden die Benzinmotoren nicht mehr nach dem WLTP zertifiziert.

Foto: BMW

Porsche hat sich anders entschieden als BMW und rüstet sogar noch die aktuelle Generation des 911 mit einem Partikelfilter nach, obwohl auch hier der Nachfolger 2019 auf den Markt kommt. Während die Meldung „BMW stellt den M3 ein“ noch verkraftbar erschien, wäre Porsche ohne einen 911er im Angebot der Marketing-Super-GAU geworden. Dennoch muss Porsche reagieren: Aktuell ist die ganze Modellpalette nur eingeschränkt bestellbar.

Foto: Porsche

Auch VW sortiert seine Sport-Ikone wegen der WLTP-Umstellung aus, zumindest teilweise. Fakt ist: Nach dem Sommer 2018 wird der Golf GTI nicht mehr gebaut. Aber nicht, weil er an den Grenzwerten scheitert. VW nutzt die Umstellung, um wenig gefragte Motor-Getriebe-Kombinationen auszusortieren. Das trifft auch den GTI, weil die meisten Kunden sich für die etwas stärkere Version „GTI Performance“ entscheiden.

Foto: Volkswagen

Beim VW Passat wird das Angebot des Einstiegs-Diesels entschlackt. Den 1.6 TDI mit 120 PS gab es bislang mit Handschaltung, Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und in einer „BlueMotion“-Version mit SCR-Kat. Nach der WLTP-Umstellung werden die Varianten ohne SCR-Kat aus dem Angebot gestrichen.

Foto: Volkswagen

Beim beliebten SUV Tiguan ist die Kombination des Allradantriebs 4Motion beim 150-PS-Diesel künftig nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich. Die Handschaltung haben beim Allradler zu wenige Kunden bestellt, deshalb wird sie gestrichen beziehungsweise nicht mehr nach WLTP zertifiziert. Bei der Frontantriebs-Variante des 2.0 TDI mit 150 PS bleibt die Handschaltung aber an Bord.

Foto: Volkswagen

Den Kleinstwagen Up! bietet VW aufgrund der Kundennachfrage künftig nur noch mit Schaltgetriebe und Start/Stopp an. Das automatisierte Schaltgetriebe wird ersatzlos gestrichen.

Foto: Volkswagen

rtr
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