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Online-ModehändlerCoronakrise treibt Geschäft: Zalando setzt sich höhere Ziele

Die Plattform hat 2020 fast ein Viertel mehr als im Vorjahr umgesetzt. Das Ebit liegt nah einer halben Milliarde Euro – 2021 soll noch besser werden. 16.03.2021 - 09:01 Uhr

Der Online-Händler will auch in diesem Jahr weiter stark wachsen.

Foto: REUTERS

Europas größter Online-Modehändler Zalando will den Schwung aus der Coronakrise mitnehmen und nun noch stärker wachsen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) – der Wert aller verkauften Waren – soll bis 2025 auf mehr als 30 Milliarden Euro steigen, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte, das längst als Anwärter für den deutschen Leitindex DAX gehandelt wird. Das entspräche einer Verdreifachung zum vergangenen Jahr, als das Bruttowarenvolumen auf 10,7 Milliarden Euro kletterte. Zalando profitiert davon, dass immer mehr Menschen angesichts vielerorts in der Pandemie geschlossener Läden im Internet ihre Kleidung kaufen und nach Hause liefern lassen. Die Zahl der Kunden stieg um ein Viertel auf inzwischen 38,7 Millionen.

Die europäische Nummer eins wandelt sich gerade von einem reinen Händler zu einem Plattform-Anbieter, der Provisionen verlangt und mit Logistik-Dienstleistungen Geld verdient. Das weitere Wachstum soll sich auch aus der Expansion in neue Länder speisen. So will Zalando noch in diesem Jahr sein Geschäft auf Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Slowakei und Slowenien ausweiten. 2022 sollen dann Rumänien und Ungarn folgen. Aktuell ist der Modehändler mit rund 14.000 Mitarbeitern in 17 Ländern aktiv.

Nach anfänglichen Problemen in der Coronakrise, auf die das Unternehmen unter anderem mit einem Sparprogramm reagierte, trumpfte Zalando auf. Das Nettoergebnis kletterte 2020 um mehr als das Doppelte auf rund 226 Millionen Euro nach knapp 100 Millionen Euro im Vorjahr. Bereits am Montagabend hatte Zalando Umsatz- und Ergebniszahlen veröffentlicht. Die Erlöse stiegen im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf acht Milliarden Euro und sollen dieses Jahr um maximal 29 Prozent zulegen.

Frau zieht in Vorstand ein

Mit Astrid Arndt zieht Anfang April erstmals eine Frau in den Vorstand von Zalando ein, der aktuell aus fünf Männern besteht. Damit reagiert das Unternehmen auch auf Kritik an seiner bisher komplett männlichen Führung. Arndt soll sich um Personalfragen kümmern. Der langjährige Co-Chef Rubin Ritter verlässt Zalando wie im Dezember angekündigt nach der Hauptversammlung. Ab April werden die Zalando-Gründer Robert Gentz und David Schneider allein als Co-Chefs weitermachen.

Mehr zum Thema: Tatjana Bakaltschuk hat in ihrer Heimat Russland ein Milliardenimperium aufgebaut. Nun will sie mit ihrem Onlineshop Wildberries den deutschen Markt erobern.

rtr
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