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Arche für SuperreicheEin Russe, ein Ukrainer – und der Super-Katamaran

Arthur kommt aus Odessa, Max aus Moskau. Sie wollen in Dubai eine Luxusyacht bauen, mit der Superreiche vor Corona, Kriegen und Sanktionen davonschippern können. Als Kunden unerwünscht: russische Oligarchen.Volker ter Haseborg 26.03.2022 - 15:42 Uhr

Bis zu ein Jahr lang soll der Tank des mit Solarenergie unterstützten Hybridmotors ausreichen.

Foto: PR

Schon der Name des Viertels, in dem Max lebt, sagt viel über das aus, was er beruflich so macht: „Sustainable City“, im Südwesten von Dubai. Ja, um Nachhaltigkeit geht es bei dem Produkt, das er mit seinem Freund Arthur entwickelt hat – und das sie innerhalb der nächsten zwei Jahre auf den Markt bringen wollen.

„Das ist der Super Cat“, sagt Arthur triumphierend und stellt das schwarze Modell eines Katamarans auf den Gartentisch von Max‘ Öko-Haus. Die beiden nutzen übrigens in Beruf und Privatleben nur ihre Vornamen.

Man könnte jetzt einfach nur über den Katamaran sprechen, den die beiden bauen wollen, aber das geht nicht. Nicht in diesen Tagen. Max ist Russe. Arthur Ukrainer. Die Armeen ihrer Völker führen Krieg gegeneinander, die beiden Freunde arbeiten täglich zusammen. Max, der Russe, schämt sich für sein Land: „Es bereitet mir große Schmerzen, was da in der Ukraine passiert“, sagt er. Arthur, der Ukrainer, stammt aus der Nähe von Odessa. Sein Bruder und sein Cousin leben dort. „Sie sind bereit, zu kämpfen“, sagt er. Der Krieg wirkt sich auch auf ihr Geschäftsmodell aus, aber dazu später.

Max (li.) ist Russe, Arthur Ukrainer. Gemeinsam bauen sie außergewöhnliche Katamarane für ausgewählte Kunden.

Foto: PR

Jetzt soll es erst mal um den „Super Cat“ gehen. Eine Art Arche Noah für Superreiche: Mit ihrem „Super Catamaran“ können sie vor dem nächsten Virus, vor Kriegen und Sanktionen einfach davonschippern. Autark und umweltfreundlich noch dazu, der Treibstoff – so das Versprechen – hält ewig, weil sich der Katamaran die Antriebskräfte von Sonne und Wind zunutze macht.

Im echten Leben soll die Luxusyacht 50 Meter lang sein. Die Bordelektronik und der Hybrid-Motor sollen von 400 Quadratmeter Solarpaneelen auf dem Dach gespeist werden. Einen Stromgenerator braucht der Superkahn nicht. Ein großes Kite-Segel soll beim Treibstoffsparen von Nutzen sein. Wenn das Segel gut im Wind liegt, ist ohne Einsatz des Motors eine Geschwindigkeit von drei bis sechs Knoten drin, sagen die Erfinder.

Im Inneren: 1000 Quadratmeter Wohnfläche, auf der sich bestimmt 20 Gäste aufhalten können, ohne sich in die Quere zu kommen. Unterteilt ist der Raum in sechs „Appartements“, das größte misst 120 Quadratmeter.

Besuch in der Oligarchen-Oase Dubai

Der neue Hotspot für Russlands Superreiche

von Volker ter Haseborg und Silke Wettach

Arthur und Max verweisen auf die „enorme Autonomie“ ihres Schiffs. 10.000 Liter Wasser und 100.000 Liter Treibstoff kann der „Super Cat“ speichern. Ein ganzes Jahr lang könnte das Luxus-Schiff auf See sein, ohne tanken zu müssen, sagen sie.

Bloß keine Oligarchen

Der Preis geht bei 25 Millionen Euro los. „Eine Residenz für die ganze Welt“, sagt Arthur, der bei den ersten Kundengesprächen ein hohes Interesse erspürt haben will. Während Corona hätten viele Reiche aus dem Eingesperrtsein zuhause eine Folgerung geschlossen: bloß raus in die weite Welt, mit der eigenen Yacht. Es gebe darüber hinaus weitere Vorteile: „Dieses Boot würde dein Leben in einem Dritten Weltkrieg retten“, sagt Arthur.

Nach Dubai sind sie wegen der guten geografischen Lage gegangen, und wegen des guten Wetters, der günstigen Arbeitskräfte. Erste Verhandlungen mit Kunden liefen bereits, sagt Max. Ihre Werft soll im Emirat Abu Dhabi entstehen, wenn die ersten Bestellungen da sind.

Der Super-Katamaran scheint wie gemacht für Russlands Oligarchen. Die Sache hat nur einen Haken: Die beiden wollen ihre Schiffe nicht an diese Zielgruppe verkaufen. „Wegen des Ukraine-Kriegs und wegen Putin“, sagt Max. Und weil russische Superreiche ihrer Meinung nach immer noch große Liebhaber von Schiffen sind, die mit Diesel angetrieben werden.

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