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Mindestlohn 2026Die aktuelle Mindestlohn und seine Entwicklung im Überblick

In Deutschland gilt ein gesetzlicher Mindestlohn, dessen Höhe regelmäßig diskutiert wird. Zuletzt hat das Bundeskabinett eine deutliche Anhebung für 2026 und 2027 beschlossen.Sören Imöhl 13.01.2026 - 15:22 Uhr

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Foto: dpa

Zum 1. Januar 2026 wurde der gesetzliche Mindestlohn erneut angepasst. Grundlage dafür ist eine Empfehlung der unabhängigen Mindestlohnkommission. Sie überprüft regelmäßig, wie hoch der Mindestlohn ausfallen muss, um Beschäftigte zu schützen und zugleich faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Die Umsetzung erfolgte per Verordnung des Bundeskabinetts. Es ist das fünfte Mal seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015.

Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn aktuell in Deutschland und wie hat er sich entwickelt? Welche Branchenmindestlöhne gelten – und was ist zu tun, sollte der Arbeitgeber den Mindestlohn nicht zahlen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann wurde der gesetzliche Mindestlohn eingeführt?

Nach dem sogenannten Mindestlohngesetz (MiLoG), das erstmals am 11. August 2014 verabschiedet wurde, gilt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn in Deutschland seit dem 1. Januar 2015.

Ist der Mindestlohn brutto oder netto?

Der Mindestlohn wird stets in brutto angegeben. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) bekommen Beschäftigte bei einer 40-Stunden-Woche durch den aktuellen Mindestlohn ein Gehalt von etwa 2410 Euro brutto im Monat. Wie viel davon netto nach Abzug von Steuern, Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bleibt, ergibt sich anhand verschiedener Faktoren: Etwa der Steuerklasse, dem Familienstand oder der Anzahl der Kinder.

Wie wird über die Höhe entschieden?

Im Herbst 2022 wurde der Mindestlohn ausnahmsweise von der Ampel-Koalition per Gesetz von 10,45 Euro auf 12 Euro angehoben. Vor allem die SPD hatte sich dafür im Bundestagswahlkampf 2021 stark gemacht. 

Eigentlich ist jedoch die Mindestlohnkommission zuständig. Darin beraten jeweils drei hochrangige Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter, zwei Wissenschaftler und ein oder eine Vorsitzende alle zwei Jahre über eine Erhöhung der Lohnuntergrenze. Berücksichtigt wird dabei die Tarifentwicklung im Land. Die Kommission legt dann einen Vorschlag vor, den die Regierung in der Regel mit einer Verordnung verbindlich macht.

Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?

Die unabhängige Mindestlohnkommission hatte am 27. Juni 2025 einstimmig beschlossen, den Mindestlohn bis 2027 auf 14,60 Euro pro Stunde zu erhöhen. Seit dem 1. Januar 2026 liegt er nun bei 13,90 Euro, zuvor betrug er 12,82 Euro pro Stunde.

Der Beschluss wurde mit großer Spannung erwartet – aus zweierlei Gründen: Zum einen zählt das Thema Mindestlohn nach wie vor zu den umstrittensten sozialpolitischen Fragen und war auch im vergangenen Bundestagswahlkampf ein zentrales Thema. Zum anderen hatte ein heftiger Konflikt um die letzte Anpassung im Juni 2023 das Vertrauen in die Arbeit der Kommission beschädigt. Infolgedessen wurde das Entscheidungsverfahren überarbeitet – die jetzt beschlossene Erhöhung basiert erstmals auf den neuen Regeln.

Wie viele Menschen profitieren von der Mindestlohnerhöhung 2026 und 2027?

Laut Statistischem Bundesamt profitieren von der Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro ab Januar 2026 rund 6,6 Millionen Beschäftigte. Mit der zweiten Stufe auf 14,60 Euro im Jahr 2027 wird der Effekt voraussichtlich noch größer sein: Dann wird der Verdienst von bis zu 8,3 Millionen Deutschen durch die Mindestlohnanhebung steigen.

Wie hoch war der gesetzliche Mindestlohn 2025 in Deutschland?

Bis zum 31. Dezember 2025 lag der gesetzliche Mindestlohn bei 12,82 Euro pro Stunde. Euro je Stunde angehoben. Dieser Betrag galt seit dem 1. Januar 2025.

Wie hoch war der gesetzliche Mindestlohn 2024 in Deutschland?

Ab dem 1. Januar 2024 wurde der gesetzliche Mindestlohn um 41 Cent auf 12,41 Euro je Stunde angehoben. Zuvor galt ein Mindestlohn von 12 Euro.

Wie hoch war der gesetzliche Mindestlohn 2022 und 2023 in Deutschland?

Bis zum 31. Dezember 2023 lag der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland bei 12 Euro. Dieser Betrag galt seit 1. Oktober 2022. Zuvor waren es 10,45 Euro.

Wie hoch war der Mindestlohn in Deutschland im Jahr 2021?

2021 belief sich der Mindestlohn zunächst auf 9,50 Euro pro Stunde. Zum 1. Juli 2021 wurde er auf 9,60 Euro angehoben. 

Wie hoch war der Mindestlohn im Jahr 2020?

2020 galt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro pro Stunde.

Wie hoch war der Mindestlohn im Jahr 2019?

Im Jahr 2019 betrug der Mindestlohn in Deutschland im Zeitraum zwischen dem 1. Januar bis zum 31. Dezember 9,19 Euro pro Stunde.

Wie hoch war der Mindestlohn in den Jahren 2017 und 2018?

In den Jahren 2017 und 2018 lag der Mindestlohn in Deutschland bei 8,84 Euro pro Stunde. Er galt im Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis einschließlich 31. Dezember 2018.

Wie hoch war der Mindestlohn in den Jahren 2015 und 2016?

In den Jahren 2015 und 2016 betrug der Mindestlohn in Deutschland 8,50 Euro. Er galt im Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis einschließlich 31. Dezember 2016.

In welchen Branchen wird der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland gezahlt?

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass in keiner Branche unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns gezahlt werden darf. Einige Studien zeigen aber, dass Arbeitnehmer, trotz der gesetzlichen Verbindlichkeit, oftmals unter dem Mindestlohn verdienen. Das geschieht beispielsweise durch unbezahlte oder nicht erfasste Überstunden.

Wie hoch sind die Branchenmindestlöhne 2026?

Branchenmindestlöhne gelten für alle Betriebe einer Branche. Dabei ist es irrelevant, ob diese Betriebe und Firmen tarifgebunden sind. Im Zuge der Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern werden diese Mindestlöhne ausgehandelt. Einige Branchen, unter anderem das Wäscherei-, das Bauhauptgewerbe und die Abfallwirtschaft, haben sich zuletzt von einem branchenspezifischen Mindestlohn verabschiedet. Teils, weil keine Einigungen der Tarifparteien gelungen sind. Hier gilt der gesetzliche Mindestlohn.

Für die folgenden Branchen gibt es weiterhin einen branchenspezifischen Mindestlohn:

Für wen gilt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland nicht?

Das Mindestlohngesetz beinhaltet durchaus Ausnahmen, bei denen der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland nicht gezahlt werden muss. Treffen die folgenden Kriterien auf Personen zu, können Arbeitgeber sie geringer entlohnen. Sie unterliegen nicht dem Mindestlohngesetz:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Auszubildende im Rahmen der Berufsausbildung. Dies gilt unabhängig vom Alter
  • Langzeitarbeitslose, die in den ersten sechs Monaten nach Beendigung der Arbeitslosigkeit beschäftigt sind
  • Praktikanten, sofern das Praktikum verpflichtend im Rahmen einer schulischen oder (Hochschul-)Ausbildung stattfindet
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig ist, wenn sie es bis zu einer Dauer von drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung absolvieren oder wenn das Praktikum zur Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule oder Universität dient
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung für eine Berufsausbildung teilnehmen oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz
  • Ehrenamtlich tätige Personen

Welche Konsequenzen müssen Arbeitgeber bei Bezahlung unter Mindestlohn befürchten?

Grundsätzlich gilt: Besteht kein Anspruch auf einen Branchenmindestlohn, ist immer mindestens der allgemeine Mindestlohn zu zahlen. Der Zoll bietet eine Übersicht der Arbeitsbedingungen nach Tarifverträgen.

Bis auf die oben genannten Ausnahmen hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf einen Mindestlohn. Geregelt wird das vom Mindestlohngesetz (MiLoG), dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG), dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und dem Arbeitnehmerrecht. Verstößt ein Arbeitgeber dagegen, können die Geldbußen 200 bis 500.000 Euro betragen. Es kommt hier auf die Häufigkeit, den Vorsatz und die Zusammenarbeit mit den Behörden – die sogenannte Mitwirkungspflicht – an.

Bei Geldbußen von mehr als 200 Euro erfolgt zusätzlich ein Eintrag im Gewerbezentralregister. Ab einer Geldstrafe von 2500 Euro können Unternehmen zeitweise vom Wettbewerb um öffentliche Liefer-, Bau- oder Dienstleistungsaufträge ausgeschlossen werden. Außerdem muss der Arbeitgeber gemäß Sozialgesetzbuch IV §28 bei einer Nachforderung des vorenthaltenden Mindestlohns sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil der Kosten für die Sozialversicherung zahlen.

Was kann man tun, wenn der Arbeitgeber den gesetzlichen Mindestlohn nicht zahlt?

Zahlt der Arbeitgeber zu wenig Gehalt (unter Mindestlohn), können ihn Arbeitnehmer drei Jahre rückwirkend verklagen. Dafür sollten sich Betroffene zuvor aber bei einem Anwalt, einer Gewerkschaft oder dem Betriebsrat beraten lassen. Außerdem kann der Arbeitgeber auch anonym bei der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ gemeldet werden. Die Homepage des Zolls bietet eine Suchmaschine, in der die zuständige Dienststelle zu finden ist. Wichtig: Zuständig ist die Behörde, die in der Nähe des jeweiligen Arbeitsplatzes liegt – nicht in der Nähe des Wohnortes des Arbeitnehmers.

Außerdem bietet der Bund eine Informationshotline zum Thema Mindestlohn an. Bei Fragen helfen die Mitarbeiter unter der Telefonnummer 030-60280028. Hier erfolgt jedoch keine Rechtsberatung im Einzelfall, die Mitarbeiter erklären lediglich umfassend das Gesetz.

Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns in der Tabelle

Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Juni 2022 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

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