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AtomwaffenUN-Chef warnt vor größter nuklearer Gefahr seit dem Kalten Krieg

Ukrainekrieg, Nahost-Konflikt, Spannungen in Korea: UN-Generalsekretär Guterres sieht die Krisen weltweit mit Sorge. Für die nukleare Vernichtung reiche nur ein Missverständnis. 01.08.2022 - 17:32 Uhr

Der UN-Chef sieht die geopolitischen Spannungen auf einem neuen Höchststand.

Foto: AP

Angesichts zahlreicher Krisen weltweit hat UN-Generalsekretär António Guterres vor dem steigenden Risiko atomarer Vernichtung gewarnt. Die Welt befinde sich in einer „Zeit nuklearer Gefahr, wie es sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr gegeben hat“, sagte Guterres am Montag zum Start der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NVV) in New York.

„Die Menschheit läuft Gefahr, die Lehren zu vergessen, die in den schrecklichen Feuern von Hiroshima und Nagasaki geschmiedet wurden“, warnte Guterres. Die Welt sei nur ein Missverständnis oder eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.

Ziel des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen von 1970 ist es, die Streuung von Atomwaffen zu verhindern, nukleare Abrüstung voranzutreiben und die friedlichen Nutzung von Kernenergie zu fördern. 191 Staaten sind dem Abkommen beigetreten – darunter auch die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien. Alle fünf Jahre ist eine Überprüfung darüber vorgesehen, inwieweit die Ziele des Atomwaffensperrvertrags erfüllt wurden.

Die zehnte Überprüfungskonferenz sollte bereits 2020 stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. Zum Start am Montag sollten auch Außenministerinnen und Außenminister sprechen. Die Konferenz geht bis zum 26. August.

Guterres sagte am Montag weiter, dass die geopolitischen Spannungen einen neuen Höchststand erreicht hätten – und verwies auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Konflikte in Nahost, auf der koreanischen Halbinsel sowie Krisen mit „nuklearen Untertönen“. „Konkurrenz übertrumpft Kooperation und Kollaboration. Misstrauen hat den Dialog ersetzt. Uneinigkeit hat Abrüstung ersetzt.“

>>Lesen Sie hier: Baerbock kämpft in New York für nukleare Abrüstung – und gibt sich dennoch offen pessimistisch

Die Beseitigung von Atomwaffen sei die einzige Garantie, dass diese niemals eingesetzt würden. Auf dieses Ziel müsse unermüdlich hingearbeitet werden, damit die Menschheit vom Abgrund wegtrete.

Gleichzeitig betonte Guterres, dass die friedliche Nutzung von Nukleartechnologien – auch für medizinische Zwecke – gefördert werden müsse. „Wenn sie für friedliche Zwecke eingesetzt wird, kann diese Technologie ein großer Vorteil für die Menschheit sein.“

dpa
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