1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Börse
  4. Dax schwächelt weiter – Corona-Sorgen aus China belasten

Börse in FrankfurtDax schwächelt weiter – Corona-Sorgen aus China belasten

Sorgen über rasant steigende Corona-Infektionen in China hatten tags zuvor die US-Börsen belastet. Am Donnerstagmorgen folgten zunächst die großen Börsen Asiens und nun auch die wichtigsten europäischen Aktienmärkte. 29.12.2022 - 11:10 Uhr Quelle: dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

Foto: dpa

Schwache Vorgaben der Überseebörsen haben den deutschen Aktienmarkt am vorletzten Handelstag des Jahres 2022 noch etwas weiter unter die Marke von 14.000 Punkten gedrückt.

Im frühen Handel gab der deutsche Leitindex um 0,22 Prozent auf 13.894,10 Zähler nach. Der MDax der mittelgroßen Unternehmenswerte sank um 0,65 Prozent auf 25.036,47 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,28 Prozent auf 3798,14 Punkte. Die Handelsvolumina blieben allerdings gering.

Eigentlich sollte Chinas Öffnung nach drei Jahren staatlich verordneter Isolation aus Sicht von Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management, ein Segen für die Weltwirtschaft sein. Eine tiefe Rezession sollte so abgewendet und die Stimmung nach einem harten Jahr für viele Finanzanlagen wieder besser werden. Doch stattdessen bereite die wirtschaftlich motivierte Abkehr der chinesischen Führung von den bisher strengen Corona-Maßnahmen wegen der nun explosionsartig steigenden Infektionszahlen neue Kopfschmerzen.

Schneller schlau: Rezession
Der Begriff Rezession bedeutet Rückgang und stammt aus dem Lateinischen. Es handelt sich um eine Rezession, wenn die Wirtschaft nicht wächst, sondern schrumpft – sich also in einem Abschwung beziehungsweise Rückgang befindet. Für die Bemessung der Konjunktur dient das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Offiziell tritt eine sogenannte technische Rezession ein, wenn das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresquartalen nicht wächst, sondern zurückgeht.Die Rezession ist eine der vier Phasen, die der Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft durchlaufen kann. Sie folgt auf die Phase der Hochkonjunktur und kann im schlimmsten Fall in eine Depression übergehen. Auf eine Depression folgt dann früher oder später ein Aufschwung.
Eine Rezession zeichnet sich durch unterschiedliche Merkmale aus. Dazu gehören unter anderem:Rückgang der Nachfrageüberfüllte LagerAbbau von Überstunden und beginnende KurzarbeitEntlassung von Arbeitskräftenausbleibende Investitionenteilweise Stilllegung von Produktionsanlagenstagnierende oder sinkende Preise, Löhne und Zinsenfallende Börsenkurse
Zu den Ursachen einer Rezession gehören unterschiedliche Punkte, die sich nur schwerlich verallgemeinern lassen. Aktuell wirkt sich etwa der Krieg in der Ukraine erheblich auf die Konjunktur in Europa und den USA aus.
In einer Rezession halten Unternehmen und private Haushalte ihr Geld in der Regel beisammen. Zu den Folgen einer Rezession zählen steigende Arbeitslosenzahlen, außerdem arbeiten mehr Menschen in Kurzarbeit. Beides führt zu geringerer Nachfrage. Denn wenn die Bürger weniger Geld verdienen, konsumieren sie auch weniger. Dies ist wiederum schlecht für Unternehmen, die dadurch weniger verkaufen und auf ihren Lagerbeständen sitzen bleiben. Die fehlenden Einnahmen können zu weiteren Entlassungen führen, sodass die Arbeitslosigkeit weiter steigt.Auch Menschen, die auf der Suche nach einem neuen Job sind, stehen in einer Rezession vor Problemen. Denn wer sich um eine neue Stelle bewirbt, dürfte während einer Rezession Schwierigkeiten haben eine entsprechende Stelle zu finden – denn geht es Unternehmen wirtschaftlich schlechter, stoppen sie Neueinstellungen.
Durch eine steigende Inflation sinkt die Kaufkraft der Menschen. Durch eine sinkende Kaufkraft sinkt wiederum die Konsumbereitschaft der Menschen, da sie ihr Geld beisammen halten, statt es für Waren und Güter auszugeben.

Unter den Einzelwerten schwächelten die Aktien von Telekomunternehmen. Vor allem die von 1&1 sackten um 1,8 Prozent ab. United Internet, Telefonica Deutschland oder die T-Aktie gaben zwischen 0,3 und 0,7 Prozent nach.

Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete von einem internen Dokument der Deutschen Telekom, wonach die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen im Jahr 2024 für die Netzbetreiber „extrem teuer werden“ könnte, da 1&1 als Bieterin hinzukomme. Diese Versteigerung könnte womöglich das teuerste Bieterverfahren seit der UMTS-Vergabe im Jahr 2000 werden, die damals 51 Milliarden Euro gekostet hatte. Einem Händler zufolge ist „die Geschichte zwar nicht neu und schwebt seit Monaten wie ein Damoklesschwert vor allem über den kleineren Auktionsteilnehmern“. In einem schwachen und zum Jahresende hin auch umsatzarmen Marktumfeld sei der Pressebericht aber nicht hilfreich.

Im Dax zeigten sich die Papiere von Sartorius weitgehend marktkonform mit minus 0,1 Prozent. Wie der Laborzulieferer mitteilte, kommt er mit seinen Wachstumsplänen schneller voran und liegt etwa zwei Jahre vor dem eigenen Plan. 2022 sei das dritte Jahr einer intensiven Wachstumsphase gewesen, „das war eine sehr erfolgreiche Phase“, sagte Vorstandschef Joachim Kreuzburg der dpa.

Lesen Sie auch: Bis minus 62 Prozent: Wo Anleger 2022 die höchsten Verluste erlitten

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick