Volkswagen: Lass das Geld stecken, lieber Staat!

Im VW-Werk Emden wird die Spätschicht gestrichen, weil sich das Elektro-SUV ID.4 nicht verkauft wie geplant.
Foto: dpaIm VW-Werk Emden wird die Spätschicht gestrichen, weil sich das Elektro-SUV ID.4 nicht verkauft wie geplant. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sieht „die aktuelle Delle in der Nachfrage, und zwar nicht nur bei Volkswagen, sondern bei allen Herstellern“ mit Sorge. Er schlägt neue Kaufanreize vor, etwa eine vergünstigte Mehrwertsteuer.
Als Nicht-VW-Mitarbeiter und Nicht-Niedersachse aber muss man sagen: Lass dein Geld mal stecken, lieber Staat! Der E-Auto-Absatz liegt europaweit etwa 50 Prozent über Vorjahr – es läuft, obwohl die Förderprämien abgeschmolzen wurden. VW hat mehr geplant, doch der Staat muss nicht ausgleichen, dass andere besser sind: Tesla hat bis Ende April in Europa 83.000 Model Y verkauft, VW aber nur 23.000 Stück des Konkurrenzmodells ID.4.
Selbst der chinesische Neuling MG konnte schon 17.000 Exemplare des ID.3-Konkurrenten MG4 losschlagen. Zeitgleich mit dem Beschluss, die Schicht zu streichen, hat VW-Chef Oliver Blume angekündigt, die Umsatzrendite binnen vier Jahren von acht auf zehn Prozent zu steigern. Das schafften früher nur Premiumhersteller. Mercedes liegt heute bei 15 Prozent, BMW bei 17 Prozent. Das ist toll, liebe Autobauer – aber wir Steuerzahler sind da raus.
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