Biotechkonzern: Biogen streicht 1000 Stellen wegen Markteinführung von Alzheimermittel
Durch das neue Kostensenkungsprogramm will Biogen bis 2025 etwa 700 Millionen Dollar an Nettobetriebskosten einsparen.
Foto: APDer US-Biotechkonzern Biogen will sich finanziellen Freiraum für die Markteinführung seines Alzheimermedikaments Leqembi schaffen und streicht rund 1000 Stellen. „Das Geschäft von Biogen befindet sich im Wandel“, begründete Vorstandschef Christopher Viehbacher den Schritt am Dienstag. „Während wir erhebliche Investitionen in unsere neu priorisierte Pipeline und die Einführung neuer Produkte tätigen werden, werden wir in anderen Bereichen weniger investieren müssen.“ Dem Abbau fallen rund elf Prozent der Arbeitsplätze von Biogen zum Opfer.
Der Konzern hatte bereits im April angekündigt, mindestens vier Studien mit experimentellen Medikamenten auf Eis zu legen oder abzubrechen, um sich auf lukrativere Optionen wie die Einführung von Leqembi zu konzentrieren und die Kosten zu senken. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Leqembi, das Biogen zusammen mit dem japanischen Pharmaunternehmen Eisai vertreibt, Anfang Juli eine Standardzulassung erteilt – ein Meilenstein in der von vielen Rückschlägen gebeutelten Entwicklung von Alzheimermedikamenten.
Biogen-Anleger setzen große Hoffnungen auf das Mittel, da die Medikamente des Unternehmens zur Behandlung von Multipler Sklerose und Spinaler Muskelatrophie (SMA) in hartem Wettbewerb mit günstigeren Versionen und Konkurrenzprodukten stehen.
Biogen erwartet zunächst „bescheidene“ Umsätze mit Leqembi in diesem Jahr. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Markteinführung dadurch ausgeglichen werden. Durch das neue Kostensenkungsprogramm will Biogen bis 2025 etwa 700 Millionen Dollar an Nettobetriebskosten einsparen.
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