Tarifvergleich: Die beste private Krankenversicherung
Die beste Private Krankenversicherung
Foto: imago imagesPrivat oder gesetzlich krankenversichert? Diese Frage stellt sich vor allem Selbstständigen und Freiberuflern, und all jenen, die besser verdienen. Dabei geht es nicht nur um bessere oder schlechtere Leistungen, sondern auch um die Höhe der monatlichen Beiträge. Gerade in jüngeren Jahren ist die Ersparnis enorm. Im Alter kann es dann allerdings ziemlich teuer werden. Aber spricht das wirklich gegen die private Krankenversicherung (PKV)?
Krankenversicherungsexperte Thomas Adolph rät, ehrlich zu vergleichen, denn die gesetzlichen Krankenkassen hätten inzwischen auch schon einen durchschnittlichen Höchstbetrag von 807,98 Euro pro Monat – plus Pflegeversicherung. „Diese Höhe ist vielen aktuell privat Krankenversicherten oft gar nicht bewusst, wenn sie sich über die Höhe ihrer PKV-Beiträge beklagen“, sagt der Experte.
Langfristig kann sich die Privatversicherung also durchaus lohnen, allerdings sollten Versicherte die höheren Beiträge im Alter einplanen. „Man sollten sich nicht von anfänglich günstigen Prämien blenden lassen, die zunächst oft unter dem Beitrag der GKV liegen“, mahnt auch Jens Trittmacher vom Bund der Versicherten. „Denn diese steigen beständig, besonders im Alter. Die Beiträge muss man sich auch zukünftig leisten können.“
Umfangreichere Leistungen sprechen für die PKV
Privat versichern können sich grundsätzlich Beihilfeberechtigte, also Beamte, hauptberuflich Selbstständige und Freiberufler. Außerdem können sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mit einem Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze wählen, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern. Diese Grenze liegt 2023 bei 66.600 Euro. Doch viel Hin und Her ist nicht möglich. „Ein Wechsel in die PKV ist in der Regel eine Entscheidung fürs Leben“, so Adolph. „Damit darf eine solche Entscheidung keinesfalls überstürzt getroffen werden.“
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Ab einem Alter von 55 Jahren gebe es so gut wie keine Möglichkeit, wieder in die Gesetzliche zu wechseln. Das müssten Versicherte sich bewusst machen und akzeptieren. „Umgekehrt aber muss man auch sagen, dass man als PKV-Versicherter abhängig von der genauen eigenen Tarifwahl aber meist ein wesentlich umfangreicheres Leistungsspektrum hat, oft umfassender versorgt wird und in der Regel sehr viel schneller zu Terminen mit kürzeren Wartezeit kommt“, sagt der Krankenversicherungsexperte. Das spricht klar für die Privatversicherung.
Doch was kostet die PKV und wer bietet die besten Policen? Das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Tarife mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für zwei Musterfälle gekürt: für eine 25-jährige Selbstständige und einen 35-jährigen Manager. Beide wünschen das Einbettzimmer im Krankenhaus, mindestens 70 Prozent Zahnersatz und 100 Prozent Zahnbehandlung. „Die Tarife im Ranking haben mindestens eine sehr gute Bewertung, also vier Sterne im M&M Bedingungsrating PKV-Vollversicherung“, erklärt Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei M&M. „Das Bedingungsniveau ist sehr hoch.“ Die Selbstständige wählt eine Selbstbeteiligung von 1000 bis 3000 Euro, der angestellte Manager eine Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro. „Die Tarife der Selbständigen weisen einen höheren Selbstbehalt auf, da Selbständige keinen Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten und somit bei Gesundheit ihre monatlichen Kosten reduzieren können“, sagt Bohrmann.
Hohe Selbstbeteiligung, niedrigere Beiträge
Die Selbstständige kann zwischen elf Tarifen wählen, die mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Die Tabelle führt die BBKK an, gefolgt von Ottonova, UKV, Allianz und Barmenia. Die Allianz bietet mit einem Beitrag von 326,59 Euro auch die günstigste unter den sehr guten Policen an. Die Selbstbeteiligung liegt beim ausgezeichneten Tarif bei 3000 Euro.
Der Manager hat ebenfalls die Wahl zwischen elf sehr guten Policen. Am besten schneidet im Ranking die Ottonova ab. Auf den Plätzen folgen BBKK, UKV, Arag, Continentale und Gothaer. Die günstigste Police stammt von der Arag mit einem monatlichen Beitrag von 547,78 Euro und einer Selbstbeteiligung von 300 Euro. Nicht im Ranking berücksichtigt wurde die Lohnfortzahlung. „Das Krankentagegeld ist ein weiterer wichtiger Baustein, der noch hinzu gewählt werden muss, damit man im längeren Krankheitsfall weiterhin liquide bleibt“, sagt Bohrmann.
Das Ranking zeigt, dass sehr guter Schutz vor allem in jungen Jahren relativ günstig zu haben ist. „Wechselt man früh genug in die PKV, sind auch die Beiträge in Summe meist geringer als in der GKV – allerdings sollte man eine Beitragsersparnis unbedingt auf einem separaten Konto parken, damit man später bei eventuellen finanziellen Problemen eine Reserve hat“, rät Versicherungsexperte Adolph. „Ein ‚Verfrühstücken‘ der Beitragsersparnis ist aus meiner Sicht einer der größten Fehler, die man machen kann.“
BdV-Experte Trittmacher empfiehlt Interessierten, bedarfsgerechte Angebote einzuholen und zu prüfen, welcher Leistungsumfang persönlich benötigt wird. „Zudem sollte man keinen Abschluss in Eigenregie vornehmen, sondern spezialisierte Versicherungsberater oder Versicherungsmakler einschalten“, sagt er. „Diese können auch anonyme Risikovoranfragen durchführen, falls Vorerkrankungen vorhanden sind.“
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