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ÜbernahmeofferteCovestro und Adnoc müssen Klarheit schaffen

Spekulationen und Gerüchte führen zu keinem Ergebnis. Was es braucht, ist mehr Transparenz, klärende Gespräche – und ein offizielles Angebot. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Nele Antonia Höfler 11.09.2023 - 12:53 Uhr

Covestro soll angeblich von Adnoc übernommen werden. Die Gerüchteküche brodelt.

Foto: dpa

Es war Mitte Juni, als das Interesse des arabischen Ölkonzerns Adnoc an Covestro erstmal öffentlich wurde. Seither zieht sich der Übernahmepoker um den Chemiekonzern hin, seither spekuliert die Börse, seither kursieren ständig wechselnde Gerüchte. Gesprochen haben nur externe Berater, niemals die Unternehmen selbst. Weder Abu Dhabis staatlicher Ölkonzern Adnoc noch Covestro wollten die Marktgerüchte kommentieren. Details sind bisher keine bekannt. Medien beriefen sich auf Informationen aus Finanzkreisen. Inzwischen ist der Sommer vorbei, aber rund um Covestro bleibt es vage. 

Nun endlich scheint Covestro eingesehen zu haben, dass es zumindest ein bisschen Klarheit braucht. Am Freitag teilte der Konzern mit, „ergebnisoffene Gespräche“ mit Adnoc aufzunehmen und beugt sich damit offenbar dem zunehmenden Druck größerer Aktionäre. Ergebnisoffenheit ist gut, vor allem aber Transparenz wird in den kommenden Wochen essenziell sein.

Adnoc muss alle Karten auf den Tisch legen, Covestro alle offenen Fragen klären: Was würde eine Übernahme für Standort und Arbeitsplätze bedeuten? Soll Covestro nach einer Übernahme eigenständig bleiben oder in eine andere Chemiefirma integriert werden? Um welche Beteiligungshöhe geht es? Würde Covestro seinen Status als börsennotiertes deutsches Unternehmen behalten? Strebt Adnoc einen Austausch des Managements an? Will Adnoc operativ Einfluss nehmen?

Und mindestens genauso wichtig: Was ist überhaupt das Angebot von Adnoc? Das liegt offenbar weiterhin nicht vor. Laut Finanzkreisen soll Adnoc informell erst 55, später 57 und dann 60 Euro pro Aktie geboten haben. Covestro soll das zu wenig sein. In Finanzkreisen heißt es, eine Offerte zwischen 65 und 70 Euro pro Aktie sei für Aktionäre attraktiv. 

Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, können Vorstand und Aktionäre Chancen und Risiken erkennen und abwägen, um die alles entscheidende Frage zu beantworten. Ja oder nein zum Übernahmevorschlag der Araber?

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