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  4. Glashersteller Weck: Zwei Dutzend Investoren interessieren sich für Weck-Gläser

J. Weck GmbH & Co. KGWeck: Boom dank Insolvenz

Der Begriff „Einwecken“ geht auf den Glashersteller Weck zurück. Im Juni musste die Kultfirma Insolvenz anmelden. Doch die Rettungschancen sind gut und der Insolvenzverwalter sieht Potenzial für ganz neue Weck-Produkte.Henryk Hielscher 14.09.2023 - 10:12 Uhr

Der Hersteller der bekannten Weck-Gläser geriet in Schieflage und musste Insolvenz anmelden. Nun nimmt die Suche nach einem Investor Fahrt auf.

Foto: dpa

Die Marke stehe für „Tradition, Qualität und einen Hauch Nostalgie“, schwärmt Insolvenzverwalter Thilo Braun. Seit Juni dirigiert der Jurist der Freiburger Kanzlei Nehrig, Braun und Sozien den Glashersteller J. Weck GmbH & Co. KG durchs Insolvenzverfahren. Und der sei mit seinen bekannten Einmachgläsern eine echte „love brand“, so Braun. Tatsächlich genießt Weck Kultstatus bei Deutschlands Konsumenten.

Die Marke hat es sogar in die deutsche Sprache geschafft: im Duden als „einwecken“. Die Gläser, verziert mit einer stilisierten Erdbeere und der Aufschrift „Weck“, waren jahrzehntelang der Inbegriff für Einmachgläser und stapelten sich in den Vorratskellern der deutschen Verbraucher.

Doch irgendwann ebbte die Nachfrage ab, Weck geriet in Schieflage. Als mit Beginn des Ukrainekriegs die Rohstoff- und Energiekosten stiegen, spitzte sich die Situation zu – und Weck musste Insolvenzantrag stellen. Doch seither habe sich das Geschäft stabilisiert, sagt Insolvenzverwalter Braun.

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Bestellboom nach dem Insolvenzantrag

Mehr noch: Nachdem die WirtschaftsWoche über die Insolvenz berichtet hatte und viele Medien die Nachricht aufgriffen, kam es zu einem regelrechten Bestellboom bei Weck. In den ersten Tagen seien „die Bestellungen im Onlineshop regelrecht explodiert“, berichtet Braun. „An einzelnen Tagen hatten wir das 30fache des üblichen Bestellvolumens, inzwischen verkaufen wir online immer noch doppelt so viel wie vor der Insolvenz.“ Der unerwartete Auftragsboom war vor allem die Beschäftigten „ein Kraftakt“, so Braun. Aber sie hätten „voll mitgezogen und demonstriert, wie sehr sie für das Unternehmen kämpfen.“

Woran das liegt? Weck sei plötzlich als Marke wieder präsent gewesen und „viele Kunden hatten sicherlich auch Angst, künftig auf ihre Gläser verzichten zu müssen“, vermutet Braun. Zumindest diese Sorge dürfte jedoch unbegründet sein.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters haben sich bereits rund zwei Dutzend Interessenten „mit ersten, unverbindlichen Angeboten gemeldet, darunter sind sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Interessenten“. In den nächsten Wochen werde er den Kreis der potenziellen Erwerber einengen und in die konkreten Verhandlungen einsteigen. Ziel sei es, „den Verkauf im November abzuschließen und den Betrieb dann an einen neuen Eigentümer zu übergeben“, kündigt Braun an. Geplant sei demnach ein so genannter Asset Deal, bei dem der Käufer die zentralen Unternehmenswerte übernimmt. Anschließend ließe sich die Marke gut weiterentwickeln. Dabei könnte es dann nicht mehr nur um Einweckgläser gehen, sondern auch um andere Produkte.

Der Insolvenzverwalter ist jedenfalls optimistisch, dass seine Rettungsmission glückt: „Das Interesse der Investoren stimmt mich zuversichtlich, dass der Erhalt des Unternehmens gelingt“, so Braun.

Lesen Sie auch: Es geht ans Eingemachte: Hersteller der Weck-Gläser stellt Insolvenzantrag

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