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WohnungsbauVonovias Neubau-Absage tut weh – ist aber richtig

Europas größter Vermieter legt Planungen für den Bau von 60.000 Wohnungen auf Eis. Das verschärft die Probleme am Immobilienmarkt noch. Doch für Vonovia ist der Schritt alternativlos. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Philipp Frohn 20.09.2023 - 10:30 Uhr

Gestiegene Zinsen, explodierte Baukosten: Der Neubau rechnet sich nicht mehr.

Foto: dpa

Am Ende des Tages geht es Vonovia auch nicht anders als vielen Verbrauchern, deren Traum vom eigenen Haus gerade platzt. Eine toxische Gemengelage aus gestiegenen Zinsen und explodierten Baukosten torpediert den Neubau.

Der Dax-Konzern reagiert darauf mit: Arbeitsniederlegung. Erst, wenn die Kosten gesunken sind, will Vonovia wieder bauen – dann aber sofort. Solange blieben Planungen für den Bau von 60.000 Wohnungen „in der Schublade“, sagte Vorstandschef Rolf Buch nun. In welchem Zeitraum die geplant gewesen wären, ist unklar.

Schon zu Jahresbeginn schockte Vonovia den Markt mit der Nachricht, 2023 keine neuen Projekte zu starten. Überraschend ist jetzt aber die Dimension. Buchs Worte treffen das Land zur Unzeit. Reihenweise brechen Projektentwickler weg, der Neubau kommt beinahe zum Erliegen. Experten warnen, dass bis 2025 eine Million Wohnungen fehlen werden. Vonovias Nein zum Bau neuer Wohnungen befeuert die Krise noch.

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Und dennoch: Der Schritt von Vonovia ist richtig, zumindest für das Unternehmen. Vorstandschef Buch sagt selbst, dass sich der Neubau aktuell schlicht nicht lohnt. Damit hat er Recht: Die Mieten würden kaum reichen, um die Kosten aufzufangen.

Entzieht sich Vonovia seiner Verantwortung? Nein. So schmerzhaft die aufgeschobenen Projekte für Deutschland gerade jetzt auch sind: Vonovia ist kein Wohltätigkeitsverein, der moralisch dazu verpflichtet ist, unrentable Bauvorhaben durchzuziehen. Sondern in erster Linie ein privates Unternehmen mit eigenen Problemen. Und davon hat Vonovia genug.

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Die Bochumer ächzen noch immer unter einem enormen Schuldenberg, den sie mit Bestandsverkäufen abzubauen versuchen. Gleichzeitig leiden sie wegen Abwertungen im Gebäudeportfolio unter einer bilanziellen Schrumpfkur. Der Sparkurs der Bochumer ist also alternativlos. Das Riesenproblem Wohnungsnot, das muss die Politik jetzt anpacken.

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