Inselstaat: China-freundlicher Oppositionskandidat gewinnt Wahl auf Malediven
Der wichtigste Oppositionskandidat der Malediven, Mohamed Muiz, gibt seine Stimme in einem Wahllokal in Male auf den Malediven ab.
Foto: dpaDer Oppositionskandidat Mohamed Muizzu hat die Präsidentschaftswahl auf den Malediven gewonnen. Er besiegte den amtierenden Präsidenten Ibrahim Solih in der Stichwahl. Politischen Beobachtern zufolge könnte dies für den Archipel im Indischen Ozean eine Abkehr vom traditionellen Partner Indien und eine Hinwendung zu China bedeuten.
Nach Auszählung fast aller Stimmen teilte die Wahlkommission der Malediven auf ihrer Website mit, dass Muizzu bei der Abstimmung am Samstag 54 Prozent der Stimmen erhalten hat. Auf seinen Konkurrent Solih entfielen demnach 46 Prozent. Etwa 85 Prozent der 282.000 Wahlberechtigten stimmten in rund 600 Wahllokalen auf 187 Inseln ab.
„Ich gratuliere Muizzu zum Wahlsieg und danke dem Volk für seinen beispielhaften demokratischen Geist“, räumte Solih dem Kurznachrichtendienst X, früher bekannt als Twitter, seine Niederlage ein. Solih, der sich während seiner Amtszeit für eine „Indien zuerst"-Politik einsetzte, wird bis zur Amtseinführung seines Nachfolgers am 17. November im Amt bleiben.
„Heute hat sich das Volk entschieden, die Unabhängigkeit der Malediven zurückzugewinnen“, sagte Wahlsieger Muizzu vor Reportern in der Hauptstadt Male. „Wenn wir alle geschlossen zusammenarbeiten, werden wir erfolgreich sein.“ Die Koalition, die Muizzu unterstützt, hat in der Vergangenheit chinesische Kredite und Investitionsprojekte gefördert.
Der indische Premierminister Narendra Modi sandte Muizzu nach der Bekanntgabe seines Sieges eine Glückwunschbotschaft. „Indien ist weiterhin entschlossen, die bewährten bilateralen Beziehungen zwischen Indien und den Malediven zu stärken und unsere Zusammenarbeit in der Region des Indischen Ozeans insgesamt zu verbessern“, schrieb Modi auf X.