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GroßbritannienAufsicht erkennt mögliche Regelverstöße der Bank NatWest – Aktie bricht ein

Die Bank NatWest könnte gegen die Regeln der Finanzaufsicht verstoßen haben. Es geht wiedermal um das gekündigte Konto von Nigel Farage. 27.10.2023 - 11:30 Uhr

Die britische Finanzaufsicht hat erklärt, die NatWest-Bank könnte gegen die Regeln verstoßen haben. Konkret geht es um das gekündigte Konto des Brexit-Hardliners Nigel Farage.

Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Die britische Bank NatWest kommt aus den Turbulenzen nicht heraus. Ein trüber Geschäftsausblick und die Erklärung der Finanzaufsicht FCA, sie habe mögliche regulatorische Verstöße in der Affäre um die Kündigung eines Kontos des Brexit-Hardliners Nigel Farage erkannt, ließen die NatWest-Aktien abstürzen. Die an Londoner Börse notierten Papiere verloren am Freitag zeitweise knapp 18 Prozent an Wert.

Das Geldhaus war in die Krise geraten, nachdem bekannt wurde, dass Farage das Konto bei der NatWest-Tochter Coutts für reiche Kunden gekündigt wurde. Regierungsvertreter hatten das Vorgehen der Bank scharf kritisiert. Die Affäre kostete der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Alison Rose schließlich ihren Job.

Die FCA erklärte am Freitag, sie prüfe, ob es weitergehende Fragen bei der Bank bezüglich der fairen Behandlung ihrer Kunden gebe. Die Finanzaufsicht äußerte sich allerdings nicht dazu, ob sie Maßnahmen bei dem Institut erwäge. Zuvor hatte NatWest mitgeteilt, eine erste Untersuchung zur Kündigung des Farage-Kontos habe Mängel im Umgang der Bank mit dem Brexit-Politiker festgestellt. Die Bank habe aber hauptsächlich aus kommerziellen Gründen und dabei gesetzeskonform gehandelt. Farage teilte dazu in einer Erklärung mit, er werte den Bericht als Schönfärberei.

>> Lesen Sie hier: Skandal um Nigel Farages Konto: Nächster Banker muss gehen

NatWest hatte die Anwaltskanzlei Travers Smith mit einer Überprüfung der Vorgehensweise beauftragt. Aus einem NatWest-Dokument, das der Politiker und TV-Moderator erhielt, war hervorgegangen, dass ein interner Ausschuss der Bank befunden hatte, seine Werte-Vorstellungen stimmten nicht mit denen des Geldhauses überein.

Dem Dokument zufolge war dies neben kommerziellen Erwägungen einer der Hauptbeweggründe für die Kontokündigung.

Schwacher Zinsausblick

Für NatWest kommen die erneuten Turbulenzen zur Unzeit. Denn die gesamte Bankenbranche in Großbritannien ist derzeit mit einer schwierigen Konjunkturlage konfrontiert. Das Risiko von Kreditausfällen ist gestiegen. Dazu kommt ein verstärkter Druck auf die Gewinnmargen angesichts eines schärferen Wettbewerbs bei Spar- und Hypotheken-Produkten.

NatWest wies am Freitag für das dritte Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Pfund aus ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 1,1 Milliarden Pfund. Die Quartalszahlen lagen weitgehend im Rahmen der Analystenschätzungen. Allerdings schwächte sich die Nettozinsmarge (NIM) - ein wichtiges Barometer für die Gewinnstärke im Kreditgeschäft um 0,19 Prozentpunkte auf 2,94 Prozent ab. Kunden schichteten Ersparnisse um und wechselten von unverzinslichen Sparkonten verstärkt auf Produkte mit einer besseren Verzinsung.

Die Bank gab deshalb eine vorsichtigere Prognose für das Gesamtjahr ab und erwartet nunmehr für 2023 eine Nettozinsmarge von über drei Prozent. Bislang wurden rund 3,15 Prozent in Aussicht gestellt.

rtr
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