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Verbraucherpreise fallenChina rutscht erneut in die Deflation

Anders als in vielen westlichen Ländern steigen die Preise in China nicht, sondern sinken. Doch Deflation ist kein gutes Zeichen. Sie zeigt vielmehr, dass viele Verbraucher verunsichert sind. 09.11.2023 - 14:03 Uhr aktualisiert

Einkaufen im Supermarkt: In China sind die Verbraucherpreise gesunken und das Land in eine Deflation gerutscht.

Foto: imago images

Chinas Wirtschaft ist im Oktober wieder in die Deflation gerutscht. Wie das Nationale Statistikamt (NBS) am Donnerstag in Peking mitteilte, sanken die Preise für Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent. Der Verbraucherpreisindex sank demnach schneller als die in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters prognostizierte Abnahme um 0,1 Prozent.

Nach Juli war dies bereits der zweite Monat in diesem Jahr, in dem der Verbraucherpreisindex sank. Im September stagnierten sie, nachdem sie im August noch leicht um 0,1 Prozent gestiegen waren.

Auch fielen die Erzeugerpreise im Oktober mit einem Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erneut schwächer aus. Der Erzeugerpreisindex (PPI) fiel im Jahresvergleich um 2,6 Prozent. Im September war der Erzeugerpreis um 2,5 Prozent gesunken. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Oktober einen Rückgang um 2,7 Prozent erwartet.

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Anders als im Westen hatten die Chinesen in den vergangenen Jahren nicht mit einer so hohen Inflation zu kämpfen. Während die Preise in Deutschland 2022 im Schnitt um 7,9 Prozent stiegen, waren es in der Volksrepublik nur etwa zwei Prozent.

Deflation ist ein Zeichen für die anhaltende Konjunkturschwäche

Dass die chinesische Wirtschaft nun sogar in die Deflation rutscht, ist nach Ansicht von Beobachtern ein Zeichen für die anhaltende Konjunkturschwäche. Peking hatte zuletzt seine Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft ausgeweitet, unter anderem durch die Ausgabe von Staatsanleihen in Höhe von 1 Billion Yuan (rund 128 Milliarden Euro). Doch viele Chinesen halten sich beim Konsum zurück, weil sie aus mehreren Gründen verunsichert sind.

Ein Grund ist der angeschlagene Immobilienmarkt. Weil der Wert ihrer Häuser sinkt, halten viele Menschen ihre Ersparnisse wegen der unsicheren Zukunftsaussichten zurück. Andererseits steigen in diesem Umfeld die Mieten nicht so stark oder sinken sogar, was ebenfalls zur Deflation beiträgt.

Automobilbranche kämpft um Kunden mit einer Rabattschlacht

Auch auf dem Automarkt sind die Preise zuletzt gefallen: Vor allem in China sind Elektroautos gefragt. Allerdings liefern sich die zahlreichen Anbieter einen erbitterten Kampf um die Kunden, was zu hohen Rabatten geführt hat. Ein Sonderfaktor in der chinesischen Inflationsstatistik ist zudem seit jeher der Preis für Schweinefleisch, der einen relativ großen Anteil an der Berechnung der Verbraucherpreise hat. Aufgrund eines Überangebots an Schweinen sind die Preise in letzter Zeit deutlich gefallen.

Deflation ist das Gegenteil von Inflation und bezeichnet den Rückgang des allgemeinen Preisniveaus. Zu einem allgemeinen Preisverfall kommt es, wenn sich die Verbraucher in Erwartung weiter sinkender Preise mit Käufen zurückhalten, was wiederum die Umsätze, Gewinne und Investitionen der Unternehmen drückt.

Die meisten Ökonomen halten eine Deflation für gefährlicher für die Entwicklung einer Volkswirtschaft als leicht steigende Preise. Zwar profitieren die Verbraucher auf den ersten Blick, weil sie weniger für Waren und Dienstleistungen bezahlen müssen. Eine Deflation drückt aber in der Regel auch auf die Gewinne der Unternehmen und birgt damit beispielsweise die Gefahr von Lohnkürzungen oder Entlassungen.

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rtr, dpa
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