Dax im Höhenflug: Droht nach dem Dax-Rekord der Börsencrash? Und wenn schon!

Der Beginn einer Blase im Dax?
Foto: Getty ImagesAn den Börsen läuft es momentan richtig gut. Große Indizes knacken einen Rekord nach dem nächsten. Der deutsche Leitindex Dax erreichte am Donnerstag ein neues Allzeithoch von über 18.100 Punkten. Gleichzeitig bewegen sich Barometer, die die erwartete Volatilität (also Schwankungsbreite) der Kursentwicklung messen, auf niedrigem Niveau. Das Gros der Investoren nimmt die Rekordjagd an den Märkten gelassen, von Nervosität ist nichts zu sehen.
Viele Anleger fragen sich trotzdem, wie lange es noch so weitergehen kann. Soll ich jetzt aussteigen? Soll ich mit einem Investment auf einen Rücksetzer warten? Und: Ist der Aufschwung, getrieben von großen Technologiewerten, nicht ein Zeichen dafür, dass sich an den Aktienmärkten eine Blase bildet? Diese Fragen liegen nahe. Bloß: Für breit diversifizierte, langfristig orientierte Anleger sind sie völlig egal.
Den Markt zu timen, also gezielt bei niedrigen Kursen ein- und bei hohen Kursen auszusteigen, geht in der Regel schief. Studien dazu gibt es zuhauf. Was schon Profis längst nicht immer gelingt, ist für Privatanleger pures Glücksspiel. Die Datenlage ist klar: Langfristig und breit über Länder und Branchen gestreut zu investieren, liefert im Schnitt deutlich bessere Ergebnisse als wildes Traden.
Ja: Einiges spricht dafür, dass sich an den Märkten eine Blase bildet. Und dass diese, wie Blasen das so tun, irgendwann platzen wird. Wann es so weit ist, kann aber niemand sagen. Auch das liegt in der Natur der Sache. Ehe die Kurse fallen, kann es durchaus noch einmal kräftig nach oben gehen. Und wer weiß schon, ob die Kurse nach einem Crash nicht oberhalb des heutigen Stands einen Boden finden? Wer mit dem Investieren auf eine Korrektur wartet, hat im Zweifel hohe Opportunitätskosten – und kauft dann womöglich doch zu höheren Preisen als heute.
Absichern kostet Geld
Wer bereits investiert ist und sich absichern will, kann das tun. Möglichkeiten gibt es einige: Anleger können Gewinne mitnehmen bei Werten, die besonders gut gelaufen sind (hat da jemand Nvidia gesagt?). Das freigewordene Geld können sie als Kriegskasse nutzen, um bei eventuellen Rücksetzern nachzukaufen oder anderswo günstig einzusteigen.
Mit Derivaten lässt sich eine Absicherung bauen, die idealerweise nicht die Gewinnchancen begrenzt, wenn es weiter aufwärtsgeht, aber die Verluste reduziert, wenn der Markt fällt. Eine solche Absicherung lässt sich jetzt günstig realisieren, denn entsprechende Optionsscheine sind dank der niedrigen Volatilität billig. Interessenten sollten sich aber mit solchen Instrumenten auskennen und wissen, was sie tun. Denn Sicherheit gibt es nicht umsonst.
Generell gilt: Wer langfristig und diversifiziert anlegt, sollte sein Portfolio so strukturiert haben, dass er auch schwierige Börsenphasen ohne Panikattacken übersteht. Ob sich nun eine Blase bildet oder nicht, ob bald eine Korrektur oder gar ein Crash kommt, ist dann egal. Wer sich aus guten Gründen gegen Markttiming entschieden hat – weil es nämlich nicht funktioniert –, der sollte jetzt nicht damit anfangen. Und die Meldung über das nächste Rekordhoch im Dax einfach wegklicken.
Hinweis: Dieser Kommentar wurde Anfang März publiziert und jetzt mit neuen Zahlen aktualisiert.
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