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FirmenpleitenImmer mehr deutsche Unternehmen melden Insolvenz an

Die Zahl der Firmenpleiten steigt erneut deutlich. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont. 12.04.2024 - 09:12 Uhr

Die Zahl der Regelinsolvenzen lag zwischen April 2023 und März 2024 in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau von April 2019 bis März 2020.

Foto: imago images

Hohe Zinsen, maue Konjunktur und teure Energie zwingen viele deutsche Unternehmen zur Geschäftsaufgabe. Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen stieg im März um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Seit Juni 2023 sind damit durchgängig zweistellige Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu beobachten“, betonten die Statistiker.

Im Februar war das Plus aber mit 18,1 Prozent noch größer ausgefallen.

Die Zahl der Regelinsolvenzen lag zwischen April 2023 und März 2024 in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau von April 2019 bis März 2020. Die Regelverfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen etwa drei Monate davor.

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Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet für April nochmals hohe Insolvenzzahlen. „Bei den Frühindikatoren ist jedoch ein Silberstreif am Horizont erkennbar“, sagte IWH-Experte Steffen Müller. „Das nährt die Hoffnung, dass die Insolvenzzahlen ab Mai wieder leicht zurückgehen könnten. Trotzdem werden sie noch viele Monate über dem Vor-Corona-Niveau liegen.“

Pleiten seien für die betroffenen Unternehmen, Beschäftigten und Gläubiger schmerzhaft. Für eine dauerhaft wettbewerbsfähige Volkswirtschaft sei es aber auch wichtig, dass nicht mehr tragfähige Geschäftsmodelle aus dem Markt austreten und damit Platz für Neues schaffen.



Im Januar meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1622 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 27,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber 0,8 Prozent weniger als im Januar 2020 - also kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, in der es Sonderregelungen und niedrigen Insolvenzzahlen gab.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im Januar gemeldeten Insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,5 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatten sie noch bei rund 2,3 Milliarden Euro gelegen. Die meisten Insolvenzen entfielen auf den Bereich Verkehr und Lagerei, gefolgt von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern wie Zeitarbeitsfirmen und dem Baugewerbe sowie der Industrie.

Zu Jahresbeginn gab es zudem 5655 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl um 6,3 Prozent im Vergleich zum Januar 2023.

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rtr
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