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Leben mit AktienWoran Anleger fragwürdige Minenaktien erkennen

Die Preise vieler Rohstoffe sind zuletzt stark gestiegen, das macht Minenaktien interessant. Wer in Einzeltitel aus diesem Sektor investieren will, sollte allerdings fünf rote Flaggen kennen.Alexander Voß 12.05.2024 - 09:48 Uhr

Die Kumtor-Goldmine in Kirgisistan.

Foto: imago images

Rohstoffe sind gefragt wie nie. Der Bedarf an Kupfer, Lithium und Co. steigt stark. Das liegt zum einen an der weiterhin angespannten geopolitischen Lage, zum anderen an den hohen Rohstoffmengen, die Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, künstliche Intelligenz und nachhaltige Energieproduktion benötigen. Auch der Goldpreis hat seit Jahresbeginn deutlich angezogen, zwischenzeitlich erreichte er ein neues Allzeithoch.

Anleger haben mehrere Möglichkeiten, vom Preisanstieg bei Rohstoffen zu profitieren. Einige Rohstoffe, wie Gold und Silber, können sie problemlos physisch kaufen, in Form von Barren oder Münzen. Sie können auch in goldgedeckte Schuldverschreibungen wie Xetra-Gold investieren, oder börsengehandelte Rohstoffe (ETFs oder ETCs) kaufen. Oder: Minenaktien.

In der Theorie stehen die Chancen gut, mit Minenaktien bald hohe Renditen einzufahren. Das liegt an ihrem Hebel auf die Rohstoffpreise. Wenn sich Rohstoffe nachhaltig und deutlich verteuern, können Bergbaugesellschaften ihre Gewinne im besten Fall überproportional stark steigern, was wiederum ihre Aktienkurse in die Höhe treiben sollte. In der Praxis ist der Abbau von Rohstoffen aber mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, ebenso die Kursentwicklung von Minenaktien.

Fünf Warnsignale bei Minenaktien
Die Aktie hat einen Kurswert von unter einem Euro oder unter einem Dollar. Unerfahrene Anleger denken oft, solche Aktien seien billig, sodass sie damit nicht viel falsch machen könnten. Pennystocks sind aber nur optisch günstig. Sie werden oft nur wenig gehandelt und haben deshalb einen hohen Spread. So bezeichnet man die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Auch die sonstigen Kosten rund um den Kauf, wie – je nach Broker – eventuell anfallende Ordergebühren, machen sich bei Pennystocks überproportional stark bemerkbar. Schlimmstenfalls übersteigen die Kaufkosten sogar den Kurswert der Aktien zum Kaufzeitpunkt. Von wegen billig.
Der Pennystock stammt aus Kanada oder Australien. Beide Länder sind große Rohstoffproduzenten, kein Wunder also, dass viele Minengesellschaften dort ihren Sitz haben. Unter kanadischen und australischen Bergbaugesellschaften gibt es viele solide, bekannte Unternehmen wie den weltgrößten Goldförderer Barrick Gold oder den Rohstoffriesen BHP, der gerade den südafrikanisch-britischen Konkurrenten Anglo American übernehmen will. Aber: Es gibt dort auch viel Börsenschrott – winzige Explorer ohne existierende Minenprojekte, die in Deutschland um Anlegergeld werben. Vorsicht ist angebracht.
Gern getarnt als vermeintlich unabhängige Aktienanalyse. In epischer Länge werden darin die angeblich erstklassigen Chancen ausgebreitet. Im Kleingedruckten ist dann zu lesen, dass es sich um Werbung handelt – und dass die Verfasser der vermeintlichen Analyse in Aktien oder Aktienoptionen des besprochenen Unternehmens entlohnt werden. Finger weg!
Das Unternehmen hat noch überhaupt keinen Umsatz, legt nicht einmal eine Bilanz vor. Das deutet stark darauf hin, dass es sich um eine Luftnummer handelt.
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin betreibt eine Internetseite, auf der Anleger Wertpapierprospekte und Wertpapierinformationsblätter abrufen können. Die hat die BaFin zuvor auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Kohärenz geprüft. Liegen solche Unterlagen vor, ist das zwar noch kein Garant für ein solides Investment. Die Aufseher treffen keine Aussagen zur Seriosität oder Bonität eines Unternehmens. Macht sich dieses aber nicht einmal die Mühe, einen Prospekt zu erstellen, ist das kein gutes Zeichen.

Minenaktien sind schon im besten Fall hochriskante Investments. Ein Großteil der Minen liegt in krisenanfälligen Regionen. Die Qualität der Erzkörper verschlechtert sich, die Kosten für den Abbau steigen. Auch Umweltauflagen, Wetterschäden oder Unfälle können die Kosten von Minengesellschaften in die Höhe schnellen lassen. In den vergangenen Jahren waren ihre Aktien nicht sonderlich beliebt. Der Goldminenaktienindex Nyse Arca Gold Bugs liegt noch immer rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch – trotz der diesjährigen Rekorde beim Goldpreis.

Lesen Sie auch: Wann profitieren Minenaktien vom Goldboom?

Hinzu kommt, dass im Minensektor seit jeher viele halbseidene Unternehmen um Anlegergeld werben. In der Hoffnung auf astronomische Renditen hat schon so mancher Börsenneuling vermeintliche Rohstoffraketen gekauft, die sich als Rohrkrepierer entpuppten.

Wer einige Warnsignale kennt, kann sein Risiko, auf Lautsprecher und Luftpumpen hereinzufallen, deutlich senken. Investor Christian Röhl nennt im WirtschaftsWoche-Podcast „Leben mit Aktien“ fünf Warnzeichen, die Anleger kennen sollten.

Mehr zum Thema Rohstoff-Pennystocks erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Podcasts „Leben mit Aktien“. Außerdem: Saisonale Börsenweisheiten, Quartalszahlen von Apple, Starbucks, Linde und Co. – und ein Hidden Champion aus den USA.

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