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PreisfrageDie Ökonomie einer Kugel Eis

Egal ob Vanille oder Erdbeere: Die Deutschen lieben Eis. Fast noch mehr lieben sie es aber, sich Jahr für Jahr über dessen Preis aufzuregen. Wie er sich zusammen setzt.Alexander Voß 20.05.2024 - 12:00 Uhr
Foto: imago-images

Durchschnittlich 1,70 Euro kostet eine Kugel Eis im Jahr 2024 – und damit mehr als fünfmal so viel wie noch in den 1980er Jahren. Damals wechselte der Bollen aus Milch und Sahne noch für wenige Pfennige seinen Besitzer, wie die Deutschen bis heute eindringlich versichern. Dass in den dazwischen vergangenen vierzig Jahren alles andere auch teurer geworden ist, scheint der Preiswut keinen Dämpfer zu verpassen.

Die Gründe für den Preisanstieg sind so vielfältig wie die Eissorten an der Kühltheke. Neben gestiegenen Personalkosten haben sich auch die Kosten für Miete und Energie in den letzten Jahren spürbar verteuert. Wie stark die einzelnen Eisdielen von den hohen Betriebskosten betroffen sind, hängt stark von der Größe des Betriebs ab.

So hat ein Geschäft mit großem Außenbereich im Zentrum Berlins deutlich höhere Betriebskosten als die kleine Gelateria in Herne-Mitte. Im Durchschnitt nehmen die Kosten für Miete, Personal, Versicherungen und Strom mit 60 Prozent den größten Anteil am Eispreis ein. In unserer Grafik kommen an dieser Position noch die sieben Prozent Mehrwertsteuer dazu.

0,51 €

Miete, Versicherungen, Steuern

+

0,51 €

Personalkosten

+

0,39 €

Wareneinkauf

+

0,29 €

Gewinn & Mehrwertsteuer

=

1,70 €

Bild: imago-images
Quelle: Uniteis, BDSI

Ein weiterer Faktor sind die Rohstoffkosten. Globale Konflikte in den Herkunftsländern ließen die Preise der Rohstoffe, die für die Produktion von Speiseeis benötigt werden, immer wieder ansteigen. 2022 etwa sorgte der Ukrainekrieg für steigende Milchpreise. Wenige Jahre zuvor waren es Missernten in Madagaskar, die die Vanille-Preise explodieren ließen.

Neben der Verfügbarkeit auf der einen, spielt die Qualität der Produkte auf der anderen Seite eine immer größere Rolle. Hochwertige Rohstoffe wie echte Vanille oder Früchte in Bioqualität sind bei den Kunden gefragt und schlagen sich mit 23 Prozent spürbar auf den Abgabepreis nieder.

Das Geschäft mit der italienischen Spezialität ist stark wetterabhängig. Dieses Risiko müssen die Besitzer der Eisdielen mit in den Preis einkalkulieren. Unterm Strich bleibt den Eisdielenbesitzern ein durchschnittlicher Gewinn von 10 Prozent am Verkaufspreis.

Lesen Sie auch: Warum das Eiscreme-Geschäft zu speziell für Unilever ist

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