Warnstreik: IG BAU will Autobahn- und Straßenbaustellen lahmlegen
Streikende Bauarbeiter der IG BAU fordern 500 Euro mehr im Monat.
Foto: imago imagesIn der festgefahrenen Tarifrunde am Bau will die Gewerkschaft ihre Streiks in dieser Woche ausweiten. Der Arbeitskampf werde punktuell in ganz Deutschland auf die Verkehrsinfrastruktur ausgedehnt, teilte die Gewerkschaft IG BAU am Freitag mit. Straßen-, Autobahn-, Schienen- und Brückenbaustellen würden stillgelegt.
„Die Motivation der Bauarbeiter für ihre Lohnerhöhung zu kämpfen, ist mehr als hoch“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. „Wir lassen nicht nach, bis die Bauunternehmen ein Angebot vorlegen, das oberhalb des Schlichterspruchs liegt.“
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hatte nach dem Scheitern der Schlichtung Anfang dieser Woche erstmals seit 2007 gestreikt. Beobachter gehen davon aus, dass die Tarifparteien versuchen, den Konflikt nun hinter verschlossenen Türen möglichst rasch zu lösen.
Was die IG BAU fordert
Die Arbeitgeber hatten Anfang Mai den Schlichterspruch für die rund 930.000 Beschäftigten abgelehnt. Der Schlichterspruch von Schlichter Rainer Schlegel hatte vorgesehen, dass die Einkommen zum 1. Mai 2024 um 250 Euro pro Monat steigen. Zum 1. April 2025 sollte es eine weitere Erhöhung von 4,15 Prozent im Westen und 4,95 Prozent im Osten geben. Die Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr sollte in Ost wie West 1080 Euro betragen, die anderen Lehrjahre würden ähnlich angehoben. Die Laufzeit sollte laut Schlichterspruch 24 Monate bis Ende März 2026 betragen. Die Gewerkschaft hat betont, man streike nun wieder für die ursprüngliche Forderung von 500 Euro mehr im Monat über alle Lohngruppen hinweg.
Bundesweit gab es nach Angaben der IG BAU zuletzt 2002 Streiks. Regionale Arbeitskämpfe fanden demnach 2007 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein statt.
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