Nahrungsmittelkonzern: Neuer Nestle-Chef Freixe soll Marktanteile hinzugewinnen
Laurent Freixe ist neuer CEO von Nestle.
Foto: Jens Büttner/dpaNach dem überraschenden Rücktritt des Nestlé-Chefs Mark Schneider (58) ist der Aktienkurs des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns unter Druck geraten. Die Aktie verlor in der Schweiz am Freitag im frühen Handel gut zwei Prozent.
Nach mehreren enttäuschenden Quartalen hatte zuvor der Verwaltungsrat den Rücktritt von Schneider bekanntgegeben und den Franzosen Laurent Freixe (62) an die Unternehmensspitze berufen. „Mein Fokus liegt auf organischem Wachstum“, sagte Freixe. Er arbeitet seit 1986 bei Nestlé, verantwortete zuletzt das Geschäft in Lateinamerika und soll nun Marktanteile dazugewinnen und die Performance verbessern.
Nestle hatte Ende Juli den Ausblick gesenkt und erwartet für das Gesamtjahr 2024 nun noch ein organisches Umsatzwachstum von mindestens drei (zuvor vier) Prozent. Weil die Verbraucher preisempfindlicher geworden seien und zwischen den Einzelhändlern ein intensiver Wettbewerb herrsche, versuche Nestle mit vorübergehenden Preisnachlässen die Nachfrage anzukurbeln, erklärte Schneider damals.
Nach den schwachen Quartalsergebnissen war der Aktienkurs gerutscht, von mehr als 105 Franken im September auf zuletzt unter 90 Franken. Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke wollte in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht bestätigen, dass das der Grund für den Wechsel an der Konzernspitze ist. Freixe sagte, er wolle in Forschung und Entwicklung sowie die Produktivität investieren und die digitale Transformation vorantreiben.
Der deutsche Manager Schneider war 2017 vom Gesundheitskonzern Fresenius zu Nestlé gekommen. „Mark hat maßgeblich zu den großen Fortschritten bei unserem Nachhaltigkeitsbestreben beigetragen“, hatte Bulcke bei Bekanntgabe des Rücktritts mitgeteilt. „Wir wünschen ihm alles Gute für seine berufliche und persönliche Zukunft.“
Freixe stieß 1986 zu Nestle und war die vergangenen 16 Jahre Teil der Konzernleitung. Dabei verantwortete er unter anderem auch das Europa-Geschäft. Er habe mehrere globale Initiativen angeführt mit dem Ziel, Produktivität und Effizienz zu erhöhen, Prozesse zu vereinfachen sowie die Innovation voranzutreiben. „Laurent ist genau die Führungskraft, die Nestlé jetzt braucht“, erklärte Bulcke. „Mit ihm wird Nestlé die Stellung als zuverlässiges Unternehmen mit konsistenter und nachhaltiger Wertschöpfung weiter ausbauen.“
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