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  4. Krankmeldung: Krank in Teilzeit? Gewerkschaft übt Kritik an Teilzeitkrankschreibung

Hohe KrankenständeGewerkschaft nennt Teilzeit-Krankschreibung „absurd“

Sollte in Zeiten des digitalen Arbeitens mehr Flexibilität möglich sein, wenn Beschäftigte sich krankmelden? Von den Gewerkschaften kommt deutlicher Gegenwind. 31.10.2024 - 07:59 Uhr
Foto: Hannes P Albert/dpa

Ärztepräsident Klaus Reinhardt ist offen dafür, dass Beschäftigte auch „Teilzeit-Krankschreibungen“ für einige Stunden am Tag bekommen können. „Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert, insbesondere durch die Digitalisierung und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Trotzdem werde im Gesundheitswesen weiterhin nur grundsätzlich zwischen Arbeitsfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit unterschieden. „Eine praktikable Form von Teilzeit-Krankschreibung für einige Stunden täglich könnte den neuen Möglichkeiten Rechnung tragen und für mehr Flexibilität sorgen.“ Der Ärztepräsident betonte: „Klar ist natürlich, dass dabei das Wohlergehen und die ungefährdete Genesung der Erkrankten immer an erster Stelle stehen muss.“

Arbeit in begrenztem Umfang möglich?

Reinhardt verwies auf gute Erfahrungen mit Wiedereingliederungsprogrammen nach langen Krankheitsphasen, bei denen die Arbeitszeit schrittweise erhöht wird. Diese Erfahrungen ließen sich sicher auch auf weniger schwere Erkrankungen übertragen. „Ein Beispiel dafür sind Bagatellinfekte, bei denen der direkte Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro vermieden werden sollte.

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In solchen Fällen bietet das Arbeiten im Homeoffice aber unter Umständen die Möglichkeit, im begrenzten Umfang berufliche Aufgaben wahrzunehmen und sich dennoch zu erholen.“

DGB nennt Teilzeit-Krankschreibungen „absurd“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt die Überlegungen zu „Teilzeit-Krankschreibungen“ ab. Die Idee sei „schlicht absurd“, sagte Vorstandsmitglied Anja Piel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wer krank und arbeitsunfähig ist, soll sich vollständig auskurieren. Ansonsten steigt das Risiko, länger und ernsthafter zu erkranken.“ Schon heute gingen viel zu viele krank zur Arbeit oder arbeiteten krank im Homeoffice. „Sie gefährden damit sich und andere und setzen auf Dauer ihre Gesundheit und Erwerbsfähigkeit aufs Spiel.“

DGB-Vorstand Piel mahnte, auch der demografische Faktor müsse bedacht sein. „Älter werdende Belegschaften mit mehr Beschäftigten, die später in Rente gehen, haben im Vergleich zu jüngeren Belegschaften absehbar längere Krankheitszeiten.“ Die richtige Antwort darauf seien mehr betriebliche Gesundheitsvorsorge, altersgerechte Arbeitsplätze und gute Reha-Maßnahmen, damit Krankheiten sich nicht weiter verschlechterten oder gar chronisch würden. „Kluge Arbeitgeber haben das längst begriffen und die Weichen dafür gestellt.“

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dpa
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