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StreitwertWas Chefs beachten müssen, wenn neue Mitarbeiter ins Team kommen

Beim Onboarding neuer Kollegen vernachlässigen viele die Bedürfnisse des Teams. Eine verpasste Chance. Eine Kolumne.Nina Strassner 11.11.2024 - 09:59 Uhr

Händeschütteln zwischen Kollegen

Foto: www.imago-images.de

„Keine Sorge, Schatz. Ich werde euch beide gleich lieb haben“, hören nervöse Kleinkinder von ihren Eltern, wenn sich ein neues Geschwisterchen ankündigt. So, als wäre dieser Satz auch nur im Entferntesten beruhigend. Auch jeder, der sich vorstellt, dass die eigene Partnerin den Jochen aus der Yogagruppe demnächst in der gemeinsamen Wohnung willkommen heißen wird, macht sich kampfbereit. Erst recht, wenn sie sagt, dass sie den Jochen gleich lieb haben wird. So einfach ist das eben nicht mit den Neuen. Wir alle ringen ein Leben lang um die Gunst derer, von denen wir abhängig sind – oder uns zumindest so fühlen.

So geht es auch Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, wenn Betriebe zusammengelegt werden oder auch nur ein neuer Kollege ins Team eingegliedert wird – egal, aus welchen Gründen. Oft beginnt damit ein neues Kapitel des Gerangels um begrenzte Ressourcen: Zeit und Chancen im Team. Die entstehende Spannung, also ein mehr oder weniger gestörtes Gruppengefüge, ist von der Führungsriege oftmals sogar gewollt. Aber selten wird es so ehrlich ausgesprochen, wie es für die Weiterentwicklung der bestehenden Belegschaft nötig wäre.

Der Einarbeitungsprozess beginnt zu spät, nämlich am ersten Arbeitstag mit den Neuen. Selbst professionelle und etablierte Prozesse zum Onboarding sind aus der Perspektive der Neuen heraus gestaltet, kümmern sich also nur um das Babybett, die Windeln und die Schlafenszeiten, ohne ein Wort mit dem Erstgeborenen über seinen zukünftigen Alltag und die Rollenverteilungen zu sprechen. Jede Führungskraft täte gut daran, die Erwartungen der alten Mannschaft vorher abzufragen und dabei klarzustellen, welche Mechanismen sich in Zukunft vielleicht auch zu deren Nachteil verändern werden und sollen. Das, was die Chefs an Schaden anrichten, wenn sie sich dieser Verantwortung nicht stellen, müssen die Neuen ausbaden. Sie leiden unter dem Image des nervigen Eindringlings, obwohl ein buntes Willkommensschild auf ihrem Tisch steht.

Als Schwester habe ich im Verteilungskampf mit meinen jüngeren Brüdern eine Menge effektiver Durchsetzungsstrategien für mein späteres Berufsleben gelernt. Aber auch, dass die Eltern ganz schön alt aussehen, wenn man begreift, dass man mit den Neuen gemeinsam mehr erreichen kann.

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