Städteranking 2024: Hinter den Kulissen: So entsteht der WiWo-Städtetest
Hinter den Kulissen: So entsteht der WirtschaftsWoche-Städtetest.
Foto: imago imagesDer Städtetest von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und IW Consult ist der detaillierteste kommunale Leistungsvergleich in Deutschland. Das Ranking umfasst alle 72 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Neu hinzugekommen ist die Stadt Cottbus.
Der Städtetest besteht aus mehreren Teilen: Das Niveauranking vergleicht die Istwerte ausgewählter Kennziffern, also etwa die Arbeitsplatzversorgung oder das Pro-Kopf-Wachstum. Beim Dynamikranking hingegen geht es allein um die Veränderungsraten in fünf zurückliegenden Jahren – etwa wie sich Bauaktivitäten oder Patentanmeldungen entwickelt haben. So lässt sich zeigen, welche Standorte sich unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Ausgangslage nach vorn kämpfen - und wer von der Substanz lebt.
Die Bewertung erfolgt auf Basis von 87 Einzelindikatoren (Niveau: 51, Dynamik: 36), die in vier unterschiedlich gewichtete Bereiche einfließen (Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt, Lebensqualität). Die Gewichtung orientiert sich daran, wie stark die Indikatoren zu Beschäftigung und Wohlstand führen.
Die Zahlen sind gerundet, und das Punktesystem berücksichtigt auch relative Unterschiede: Wer in einigen Bereichen knapp vorne liegt, in anderen jedoch weit hinten, belegt eher hintere Ränge. In Hannover, Aachen, und Saarbrücken beziehen sich die Daten nicht auf die Kernstadt, sondern auf eine kommunale Sonderform.
Das sind die einzelnen Indikatoren:
- Arbeitsmarkt (Gewichtung 40 Prozent): Arbeitsplatzversorgung, Beschäftigungsentwicklung, Anteil der hoch Qualifizierten, Jugendarbeitslosigkeit, Lehrstellenversorgung, Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss, Abiturquote, Beschäftigungsrate von Frauen, Arbeitslosen- und Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer, Zahl der Bürgergeldempfänger.
- Wirtschaftsstruktur (30 Prozent): Produktivität, BIP je Einwohner, Gründungsintensität, Insolvenzen, Arbeitskosten, kommunale Steuerkraft, Gewerbesteuerhebesätze, Patentanmeldungen, Jobs in wissensintensiven Dienstleistungen.
- Immobilienmarkt (20 Prozent): Zahl und Entwicklung der Baugenehmigungen, Veränderung der Mieten, Wohnungsneubau, Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen, Verhältnis von Miet- und Immobilienpreisen, Anteil der Wohnkosten am Einkommen. Hohe Mieten und Immobilienpreise werden in dieser Systematik (als Signal für Attraktivität) positiv gewertet.
- Lebensqualität (10 Prozent): Hier geht es um messbare Fakten, die den Alltag der Bürger beeinflussen (also nicht um subjektive Aspekte wie die Optik einer Stadt). Dies sind die Zahl der Krankenhausbetten, Versorgung mit Kitaplätzen, Kriminalität, Lebenserwartung, Geburtenrate, Wohnfläche, der Anteil der naturnahen Flächen und die Zahl der Gästeübernachtungen.
Zusätzlich gibt es ein Nachhaltigkeitsranking. Dieses lehnt sich an den Nachhaltigkeitsbegriff der UN an. Eingeflossen sind 22 Indikatoren. Dazu zählen etwa die Haltestellendichte im ÖPNV, die Fahrradtauglichkeit, die Zahl der E-Ladestellen, die installierte Solar- und Windenergieleistung, die Art der Heizenergie, die Glasfaserversorgung und das Ausmaß von Jobs in Nachhaltigkeitsberufen.
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