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UnternehmensbilanzThyssenkrupp schreibt Verluste in Milliardenhöhe

Und wieder ist der Stahl Schuld am schlechten Ergebnis. Thyssenkrupp-CEO Lopez kündigt eine Rückkehr in die Gewinnzone an. Dafür will er sich bald von Stahl und Marine trennen. 19.11.2024 - 08:39 Uhr

Duisburg: Blick auf das Stahlwerk Schwelgern mit den Hochöfen 1 und 2 von Thyssenkrupp.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat wegen hoher Abschreibungen auf seine kriselnde Stahltochter im vergangenen Geschäftsjahr erneut einen Milliardenverlust gemacht. Nach Anteilen Dritter habe der Konzern 2023/24 einen Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro eingefahren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im Vorjahr habe der Verlust 2,1 Milliarden Euro betragen.

Trotz der roten Zahlen will Thyssenkrupp eine stabile Dividende von 15 Cent je Aktie zahlen. Im neuen Geschäftsjahr will Vorstandschef Miguel Lopez die Kosten weiter senken und den Ruhrkonzern mit einem Nettogewinn von 100 bis 500 Millionen Euro in die Gewinnzone führen.

„Das laufende Geschäftsjahr ist ein Übergangsjahr auf dem Weg, unsere mittelfristigen Finanzziele auch in einem herausfordernden Umfeld zu erreichen“, sagte Lopez. Er strebe unter anderem eine bereinigte Ebit-Marge zwischen vier und sechs Prozent an, zudem verlässliche Dividendenzahlungen und einen signifikant positiven Wert für den Free Cashflow vor M&A. Für den vom Markt stark beachteten Wert konnte Thyssenkrupp ein positives Ergebnis von 110 Millionen Euro präsentieren – auch dank vorzeitiger Kundenzahlungen bei Marine Systems.

Schneller schlau: Thyssenkrupp Steel Europe
Durch die Fusion der beiden Ruhrkonzerne Thyssen und Krupp 1998/1999 entsteht ein neuer Stahlriese. Ein im September 2000 geplanter Börsengang der Stahlsparte wird wegen einer schwachen Bewertung abgesagt. Vorstand und Aufsichtsrat hatten bei einer Platzierung von 25 bis 35 Prozent der Anteile Einnahmen von mindestens drei Milliarden Mark erwartet.
Heute beschäftigt der Stahlriese 27.000 Mitarbeiter, davon ein Großteil am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg. Die Produktionskapazität pro Jahr der vier eigenen Hochöfen und des Anteils an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) liegt bei etwa 11,5 Millionen Tonnen.
Thyssenkrupp hält 50 Prozent der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM). Das ebenfalls in Duisburg ansässige Unternehmen beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter und produziert mit zwei Hochöfen vier Millionen Tonnen Stahl pro Jahr. Partner von Thyssenkrupp sind Salzgitter mit 30 Prozent der Anteile und der französische Röhrenhersteller Vallourec mit 20 Prozent. Vallourec will bereits seit längerer Zeit bei HKM aussteigen.
Das konjunkturanfällige Stahlgeschäft steht bei Thyssenkrupp seit Jahren zur Disposition. Pläne für eine Fusion mit dem Europageschäft des Konkurrenten Tata Steel scheiterten ebenso wie ein Verkauf an den britischen Konzern Liberty Steel. Der jetzige Konzernchef Miguel Lopez strebt ein 50:50-Joint Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky an. Dieser hält bereits 20 Prozent.

Der Manager will die Kosten weiter senken und sein Performance-Programm APEX ausweiten. Das laufende Geschäftsjahr sei ein Jahr der Entscheidungen – insbesondere für Steel Europe und Marine Systems betonte er. Lopez will beide Bereiche in die Selbstständigkeit führen. Bei der U-Boot- und Fregatten-Tochter Marine Systems waren Gespräche mit dem US-Investor Carlyle über einen Verkauf kürzlich gescheitert.

Bei der Stahltochter Steel Europe soll der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Beteiligung von 20 auf 50 Prozent erhöhen. Zuvor sollen aber Gutachten klären, wieviel das Stahlgeschäft wert ist.

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rtr
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