Trade Republic: Eine Aktie unter dem Weihnachtsbaum

Auf dem Smartphone-Bildschirm ist ein Ausschnitt an Aktienverläufen zu sehen.
Foto: imago imagesDie Adventszeit ist in vollem Gange, die Weihnachtsmärkte sind geöffnet und mit ihnen auch die Portmonees der meisten Menschen. Die Weihnachtszeit verlockt zum Geldausgeben: Ein paar Lebkuchen hier, ein paar Schokonikoläuse da, hin und wieder auch mal einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Und auch Geschenke für die Liebsten dürfen nicht fehlen. Fragt sich nur, was übrig bleibt von diesem Konsumrausch.
Geschenke, die lange währen
Ginge es nach Trade Republic, wäre das in diesem Jahr in vielen Fällen anders – und zwar mithilfe der Geschenke-Funktion, die der Neobroker pünktlich zur Weihnachtszeit eingeführt hat. Kunden können darin eine Aktie oder ein ETF zum Verschenken aussuchen und dann entweder per E-Mail an eine ausgewählte Person verschicken oder ausdrucken und der beschenkten Person unter den Baum legen.
Das klingt sinnvoll. Wer zum Beispiel vor vier Jahren ein iPhone 12 zu Weihnachten geschenkt bekam, hat sich vermutlich gefreut. Mittlerweile ist dieses iPhone aber wahrscheinlich nicht mehr in Benutzung und auch nicht mehr viel wert. Eine Apple-Aktie hingegen hätte in dieser Zeit eine Rendite von 114 Prozent gebracht.
Doch in der Natur des Menschen liegt es, Geld und Dinge heute mehr wertzuschätzen als in der Zukunft. Wir haben eine ausgeprägte Gegenwartspräferenz. Über ein iPhone freuen sich die meisten vermutlich mehr als über eine Aktie. Nicht zuletzt, weil viele Deutsche noch immer nichts mit Aktien anfangen können. Das allerdings spricht nicht gegen ein solches Geschenk, sondern gerade dafür. Denn was könnte die Menschen mehr von den Chancen am Kapitalmarkt überzeugen, als die Rendite im eigenen Depot?
Natürlich ist nicht alles, was an der Börse gehandelt wird, auch als Geschenk geeignet. Zumal, wenn das Ganze auch noch ein Stupser sein soll. Trade Republic betont, dass die Geschenke langfristig und sinnvoll sein sollen. Bitcoin und andere Kryptowährungen lassen sich bisher nicht als Geschenk auswählen – aber eher aus regulatorischen Gründen.
Aktien von riskanten Werten sind allerdings weder langfristig gedacht noch sinnvoll – und trotzdem frei auswählbar. Etwa Varta, denen bald ein Kapitalschnitt drohen könnte, welcher die Aktie wertlos machen würde. Oder Nikola, der an der Börse abgestürzte E-Lkw-Hersteller. Auch Papiere von Atos, ein französischer IT-Dienstleister, dessen Aktie zuletzt den Bruchteil eines Cents wert war, können verschenkt werden. Auswählen sollte man diese Titel für seine Liebsten nicht – wobei diese die geschenkte Aktie auch nicht annehmen müssen.
Wer eine Aktie oder einen ETF verschenkt, muss also Arbeit investieren und Zeit mitbringen. Und sich gut überlegen, zu wem so ein Geschenk passt, beziehungsweise welcher Titel es dann werden soll.
Für meine Eltern könnte die Aktie des US-Mischkonzerns 3M vielleicht etwas sein. Denn 3M steht auch für die drei Mitglieder in meiner Kernfamilie, genauer gesagt für unsere Vornamen. Dazu kommt eine Erholungsrally im Jahr 2024, die den zuvor (zurecht) abgestraften Konzern wieder attraktiver erscheinen lässt.
Für Menschen mit weniger Zeit oder Lust taugt auch ein einfacher weltweiter ETF, etwa ein Fonds auf den MSCI World. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen. Wohl auch deshalb werden sie bei Trade Republic derzeit am häufigsten verschenkt.
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