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KonjunkturErneut mehr Firmenpleiten – „Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren“

Immer mehr Unternehmen müssen ihre Tore schließen. Die wenigsten Probleme sind hausgemacht – vor allem steigende Kosten und Nachfrageausfälle fallen zur Last. 19.12.2024 - 11:25 Uhr Quelle: Reuters

Steigende Kosten und Auftragsmangel zwingen immer mehr Unternehmen in Deutschland zur Geschäftsaufgabe. Im November stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen um 12,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Damit liegt die Zuwachsrate nun schon seit Juni 2023 im zweistelligen Bereich – mit Ausnahme des Juni 2024 (plus 6,3 Prozent). „Die Wirtschaftskrise hinterlässt weiterhin tiefe Spuren“, sagte dazu der Mittelstandsexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Marc Evers. „Immer mehr Unternehmen müssen ihre Tore schließen.“ Nachfrageausfälle aus dem In- und Ausland, hohe Kosten für Energie und Fachkräfte, Belastungen durch Steuern und Bürokratie – das ergebe für viele Betriebe eine toxische Mischung.

Auch der Ausblick fällt nicht gut aus. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet nach DIHK-Umfragen für 2025 schlechtere Geschäfte. Im Baugewerbe sind es sogar 38 Prozent, im Gastgewerbe 40 und im Kraftfahrzeugbau 44 Prozent. Daher rechnet die DIHK mit deutlich mehr als 20.000 Firmeninsolvenzen in diesem und mit einem weiteren Anstieg im kommenden Jahr.

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Der Schnellindikator zu den Regelinsolvenzen greift auf Meldungen der Plattform Insolvenzbekanntmachungen.de zurück. Für die amtliche Statistik werden dann direkt Daten von Gerichten verwendet, die nicht so schnell zur Verfügung stehen, da sie nochmals geprüft werden.

Die Amtsgerichte meldeten nach endgültigen Ergebnissen in den ersten drei Quartalen des Jahres (Januar bis September) 16.222 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 22,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein höheres Niveau gab es in den ersten drei Quartalen eines Jahres zuletzt 2016 mit 16.480. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte auf rund 45,6 Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum lagen die Forderungen bei rund 21,1 Milliarden Euro und waren damit weniger als halb so hoch.

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rtr
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