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Andreas WieleProSieben-Aufsichtsratschef tritt nicht mehr an

Der Aufsichtsratsvorsitzende von ProSiebenSat.1 tritt zurück. Bereits seit längerer Zeit gab es Meinungsverschiedenheiten mit den Aktionärsfamilien. 25.01.2025 - 10:36 Uhr Quelle: Reuters

Wiele wird zur Hauptversammlung am 28. Mai aus dem Kontrollgremium ausscheiden.

Foto: Lennart Preiss/dpa

Vor dem Hintergrund des Konflikts mit Großaktionär MFE verliert ProSiebenSat.1 seinen Aufsichtsratschef Andreas Wiele. Der ehemalige Axel-Springer-Manager informierte Aufsichtsrat und Vorstand, dass er nach Ablauf seiner Wahlperiode keine weitere Amtszeit als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats anstrebe. Dies teilte der deutsche Fernsehkonzern am Freitagabend mit. Die Eigner würden nicht mehr im Interesse des Unternehmens und der Aktionäre handeln, begründete Wiele seine Entscheidung im Interview mit der WirtschaftsWoche. Er wird daher zur Hauptversammlung am 28. Mai aus dem Kontrollgremium ausscheiden.

„Wir danken Andreas Wiele für seine Tätigkeit als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 2022 und wünschen ihm alles Gute“, erklärte die von der Berlusconi-Familie kontrollierte Holding MFE. Der italienische Fernsehkonzern MFE-Mediaforeurope hält einen Anteil von 29,99 Prozent an ProSiebenSat.1. Dieser Anteil liegt knapp unter der Schwelle, die ein Pflichtangebot für die übrigen Anteile des bayerischen Fernsehunternehmens nach sich ziehen würde. MFE hat kürzlich Kredite über 3,4 Milliarden Euro für internationale Expansionspläne gesichert. Ziel des Unternehmens ist es, einen paneuropäischen Medienkonzern zu schaffen, der mit Streaminganbietern wie Netflix konkurrieren kann.

MFE und der tschechische Aktionär PPF, der unter 15 Prozent der Anteile hält, haben das ProSiebenSat.1-Management wiederholt dazu aufgefordert, nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsbereiche möglichst rasch zu verkaufen. Der seit 2022 amtierende Wiele hatte sich vor der turbulenten Hauptversammlung 2024 gegen das Vorgehen von MFE gestellt. Schon länger war bekannt, dass Wiele nur mit der Unterstützung der Italiener und Tschechen eine weitere Amtszeit als Aufsichtsratschef hätte antreten können. Brancheninsider berichten, dass beide Großinvestoren ihm ihre Ablehnung signalisiert haben.

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Wiele selbst erklärte, dass ProSiebenSat.1 mit dem Fokus auf das Kerngeschäft, Investitionen in lokale Inhalte und dem Wachstum des Streamingdienstes Joyn erste Erfolge erzielt habe. Gleichzeitig betonte er jedoch: „Die Aktionärsstruktur und die Zusammensetzung des Aufsichtsrats haben sich seit meinem Amtsantritt 2022 stark verändert.“ Dies dürfte eine Anspielung darauf sein, dass Vertreter von MFE und PPF im Aufsichtsrat aus Sicht des Unternehmens überrepräsentiert sind. Er fügte hinzu: „Daher ist für mich jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, das Amt geordnet in neue Hände zu übergeben, um den eingeschlagenen Transformationspfad konsequent weiterzugehen.“

Der Aufsichtsrat und sein Nominierungsausschuss werden nun unmittelbar die Suche nach einem geeigneten Nachfolger einleiten, um der Hauptversammlung einen Vorschlag zu unterbreiten. Beobachter gehen davon aus, dass MFE und PPF bei der Auswahl eine maßgebliche Rolle spielen werden.

In den kommenden Monaten wird sich zudem entscheiden, ob der bis November laufende Vertrag von ProSiebenSat.1-Chef Bert Habets verlängert wird. Die Investoren drängen darauf, dass Habets die geplanten Verkäufe des Vergleichsportals Verivox und des Online-Kosmetikanbieters Flaconi rasch vorantreibt.

Lesen Sie auch: Andreas Wiele im Interview: Berlusconi- Firma wolle „keinen unabhängigen Chef“

rtr
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