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Erneuerbare Energien„Tesla macht höhere Margen mit Stromspeichern“

An der Börse laufen Ökostrom-Aktien nicht gut. Fondsmanager Patrick Vogel sieht Kaufgelegenheiten – vor allem im Bereich Netzausbau.Martin Gerth 10.02.2025 - 08:19 Uhr

Tesla Megapacks

Foto: imago images

Wegen der Krise der Wind- und Solaraktien haben viele Branchenfonds mit dem Etikett erneuerbare Energien ihre Portfolios umgebaut. Statt Windturbinenherstellern finden sich in den Fonds zunehmend Techwerte. So wollen die Portfoliomanager einerseits vom Boom bei Chipaktien profitieren. Andererseits meiden sie so die schlecht laufenden Öko–Energiewerte.    

Einige Vermögensverwalter, wie TBF Asset Management, haben schon früh auf den Netzausbau als Renditebringer gesetzt. Der Geldmanager aus Bad Homburg betreut seit 2016 den 180 Millionen schweren Fonds TBF Smart Power. Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche erklärt Portfoliomanager Patrick Vogel, welche Geschäftsmodelle bei den erneuerbaren Energien für ihn das größte Potenzial haben.

WirtschaftsWoche: Herr Vogel, US-Präsident Donald Trump schimpft auf Windräder und stoppt Offshore-Projekte. Was heißt das für die erneuerbaren Energien?
Patrick Vogel: Trumps Energieminister Chris Wright hat gesagt, die USA bräuchten mehr Energie, und zwar aus allen Quellen. Das schließt etwa auch Strom aus Solarparks ein. Im Energiesektor gibt es nicht nur Schwarz oder Weiß – anders als im Wahlkampf. Nicht zuletzt der Ausbau der künstlichen Intelligenz (KI) verschlingt enorme Strommengen.

Zur Person
Patrick Vogel leitet das strategische Asset Management beim Vermögensverwalter TBF in Bad Homburg. Dort managt er den Aktienfonds TBF Smart Power.

Der Durchbruch von DeepSeek hat gezeigt, dass KI womöglich mit deutlich weniger Energie auskommt. 
Natürlich hat DeepSeek einige Aktien aus dem Sektor erneuerbare Energien kurzzeitig absacken lassen. Die Kursverluste sind jedoch teilweise wieder aufgeholt. Denn an der Grundaussage, dass wir mehr Energie für IT und Elektrifizierung brauchen, hat sich nichts geändert. 

Diese Energie könnten auch kleine Atomkraftwerke liefern, wie sie beispielsweise der Tech-Konzern Meta bauen will.
Auch Meta setzt auf einen Energiemix. Abgesehen davon stehen solche Atomkraftwerke nicht morgen zur Verfügung. Das wird noch Jahre dauern. Bis dahin brauchen Konzerne andere Energiequellen. Dazu gehören erneuerbare Energien, aber auch Gaskraftwerke. 

Spezialisten wie die Windkraftkonzerne Vestas oder Ørsted leiden derzeit an der Börse. Wo setzen Sie als Fondsmanager Schwerpunkte?
Die Margen von Ørsted oder Vestas sind derzeit vergleichsweise gering. Das spiegeln die Kurse wider. Wir setzen stattdessen dort an, wo der Flaschenhals bei der Energiewende am engsten ist. Denn an diesen Schlüsselstellen sind die Margen der Unternehmen am größten.

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Welche Schlüsselstellen sind das?
Derzeit stockt der Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem wegen der fehlenden Netzinfrastruktur. Der Strom beispielsweise aus Windparks gelangt nicht dorthin, wo er benötigt wird. Es könnten weitaus mehr Projekte mit erneuerbaren Energien umgesetzt werden, wenn es mehr Kapazitäten im Netz gäbe. 

Der Industrie in Bayern und Baden-Württemberg fehlt der Windstrom aus den Küstenregionen in Norddeutschland.
Genau. Wir investieren daher in Unternehmen, die vom Netzausbau profitieren. Das sind beispielsweise Kabelhersteller und Technologieunternehmen, die Sensoren fürs Stromnetz liefern. Diese Unternehmen verdienen am Stromnetz, ganz egal, aus welcher Quelle die Energie stammt.

Wind- und Solarstrom fließen jedoch unregelmäßig. Es drohen Dunkelflauten.
Genau deshalb brauchen wir mehr Gaskraftwerke. Sie füllen die Lücken in der Stromproduktion. Zumindest in diesem Punkt liegt Wirtschaftsminister Robert Habeck richtig, wenn er mehr Gaskraftwerke in Deutschland fordert. 

Was bedeutet das für die Investments Ihres Aktienfonds?
Es gibt weltweit nur wenige Konzerne, die Hochleistungsgasturbinen herstellen, die schnell Strom liefern können, wenn eine Dunkelflaute droht. Siemens Energy oder GE Vernova zählen beispielsweise dazu. Kürzlich meldete Siemens Energy sehr hohe Margen im Geschäft mit der Elektrifizierung.

Nicht nur bei Windkraftunternehmen, auch bei vielen Unternehmen aus der Solarbranche läuft es nicht rund.
So pauschal lässt sich das nicht sagen. Unternehmen, die ihre Marge vor allem im Geschäft mit Privatkunden machen, wie beispielsweise SMA Solar, leiden stärker. Im gewerblichen Sektor läuft es dagegen deutlich besser. Tesla etwa macht hohe Profite mit Stromgroßspeichern für Energieversorger. Damit erzielen sie eine höhere Marge als mit E–Autos.

Lesen Sie auch: Mit diesen Aktien profitieren Anleger vom wachsenden Energiebedarf

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