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PersonalberatungDas machen Nerds bei der Bewerbung falsch

Sprunghaft, respektlos und zu locker gekleidet: So benehmen sich junge Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, bei der Karriereplanung. Das zeigt eine Analyse von 200 Bewerbungsunterlagen und –gesprächen.Inga Methling 13.06.2013 - 16:42 Uhr

Dieses Bild ist leider zu klein, bemängelt Maja Skubella, Personalberaterin bei der Hamburger Karriereberatung "karriere & entwicklung". Eine Höhe von sechs und eine Breite von vier Zentimetern wären besser gewesen. Auch sollte das Foto noch ein bisschen mehr vom Oberkörper - und der Krawatte - zeigen. Gerade, da sich der Bewerber auf eine Position mit Personalverantwortung bewirbt, ist eine gut sichtbare Krawatte Pflicht.

Ein brauner, grau-brauner oder ockerfarbener Hintergrund würde dem Foto mehr Wirkung verleihen. Ansonsten habe der Bewerber "eine sehr positive und offene Ausstrahlung", findet die Personalerin.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch dieses Foto ist etwas zu klein. Kopiert man es in ein Word-Dokument - beispielsweise in den Lebenslauf - wird das Bild unscharf. Auch die weiße, strukturierte Tapete ist als Hintergrund nicht optimal, das Weiß wirkt zu steril. Die Kleidung ist dagegen gut gewählt, urteilt die Personalberaterin.

Foto: WirtschaftsWoche

"Das Format ist gut", sagt die Expertin. Allerdings rät sie dem Bewerber dazu, sich besser mittig zu positionieren, anstatt am linken Bildrand. Außerdem sei die Kopfhaltung ungünstig, da so ein leichtes Doppelkinn entstehe.

Foto: WirtschaftsWoche

Bei diesem Foto zeigt die Bewerberin zu viel Haut. "Der Ausschnitt ist zu tief", urteilt Personalberaterin Maja Skubella. Auch wirke das Outfit für die angestrebte Position etwas zu vornehm und das Lachen etwas verkrampft.

Foto: WirtschaftsWoche

Diesem Bewerber rät die Karriereexpertin zu einem Foto in schwarz-weiß oder sepia, da er im Gesicht zu roten Flecken neige. Skubella empfiehlt darüber hinaus auch Männern, bei Fototerminen Hautunreinheiten oder rote Wangen mit Puder oder Abdeckstiften zu kaschieren. Außerdem sei in diesem Fall der helle Hintergrund an manchen Stellen fleckig. Auch schaue der Bewerber den Betrachter des Fotos nicht direkt an.

Foto: WirtschaftsWoche

Der Bewerber auf diesem Bild steht nach Meinung unserer Expertin zu steif da und hat einen zu starren Gesichtsausdruck. Sie rät dazu, sich ein wenig seitlich zu stellen und gerade in die Kamera zu blicken. Außerdem sollte er darauf achten, dass das Sakko über dem Hemd nicht schräg sitzt, also nicht auf der einen Seite breiter ist, als auf der anderen.

Foto: WirtschaftsWoche

Bei diesem Bewerber empfiehlt die Karriereexpertin aufgrund der ausgewählten Branche eine andere Bekleidung: "Lieber Hemd, Krawatte und dunkles Sakko tragen", sagt sie. Und bei der Frisur sei weniger Gel besser. Um die Körperhaltung noch zu verbessern, empfiehlt sie, sich noch ein wenig seitlicher auszurichten und die Schultern mehr nach hinten zu ziehen. "Auf jeden Fall den Kopf dem Betrachter zuneigen und noch einen kleinen Tick senken", sagt Skubella.

Foto: WirtschaftsWoche

Unsere Expertin rät auch diesem Bewerber, statt eines Farbfotos lieber die schwarz-weiß oder die Sepia-Variante zu nutzen, da er zu roten Wangen neige. Außerdem sei der Hintergrund wegen der Farbkombination nicht optimal gewählt. Hinzu komme, dass der Bewerber nicht direkt in die Kamera schaut, sondern einen Punkt über dem Fotografen fixiert. Auch hier wäre eine seitliche Position und der direkte Blick in die Kamera vorteilhafter gewesen, als das frontale Fotografieren.

Foto: WirtschaftsWoche

"Ein Vorzeigefoto", urteilt Personalberaterin Skubella. Das Outfit der Bewerberin passe zur Stelle, harmoniere mit dem Hintergrund und ihr Make-up sei angenehm dezent, was sie sehr natürlich erscheinen lasse. Einen kleinen Haken findet die Expertin dann aber doch: Das Bild sei noch zu groß - und sollte auf sechs mal vier Zentimeter verkleinert werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch bei diesem Bild seien sowohl die Kleidung als auch die Wahl des Hintergrundes sehr gelungen, urteilt unsere Expertin. Allerdings empfiehlt sie, den Bildausschnitt kleiner zu wählen, so dass der erste Knopf des Sakkos nicht sichtbar ist. Außerdem rät sie Männern mit einem gut sichtbaren Bartwuchs dazu, sich kurz vor dem Fotoshooting noch einmal zu rasieren.

Foto: WirtschaftsWoche

Der abgebildete Bewerber sucht eine Stelle in der Bankenbranche, weshalb Maja Skubella dazu rät, ergänzend eine Krawatte und ein Sakko anzuziehen. "Außerdem finde ich das schwarze Hemd nicht so passend", sagt sie. Sie empfiehlt ein helles Hemd mit dunklem Sakko. Auch das Lächeln wirke zu verschmitzt, eine seriösere Ausstrahlung sei besser, so die Karriere-Expertin.

Foto: WirtschaftsWoche

Diesem Bild täte es gut, man würde mehr von den Schultern und vom Oberkörper sehen, findet die Personalerin. Zusätzlich wirke der Blick etwas zu durchdringend. "Es wäre gut, wenn sich der Bewerber um eine dem Betrachter positiv zugewandte Ausstrahlung bemüht", sagt sie. Auch eine Krawatte schade nicht.

Foto: WirtschaftsWoche

Hier ist der Hintergrund wieder zu steril, sagt die Karriereexpertin. Sie rät zu einem hellen blau-grau, grau-braun oder beige – "das müsste man im Fotostudio ausprobieren."

Foto: WirtschaftsWoche

Laut unserer Karriereexpertin stimmen bei dieser Bewerberin sowohl Kleidung als auch Ausstrahlung. Skubella empfiehlt lediglich, den Kopf und den Oberkörper ganz leicht nach vorn zu neigen.

Foto: WirtschaftsWoche

Bei diesem Foto passen Bildformat und -größe gut, nur der Kandidat sei etwas overdressed für die Branche, in der er sich bewerbe. "Er kann die Krawatte weglassen – so erinnert die Bekleidung eher an die Bankbranche", sagt Skubella. Sie empfiehlt ein Sakko und den oberen Hemdknopf offen zu lassen. Da einer der Mundwinkel stark nach oben zeigt, könnte der Gesichtsausdruck als zu schelmisch und kess interpretiert werden – da also lieber etwas zurückhaltender lächeln.

Foto: WirtschaftsWoche

Personalberaterin Maja Skubella rät hier, statt der Krawatte über dem Hemd ein Sakko zu tragen und den oberen Hemdknopf zu öffnen. "Besser ist es auch, einen kleinen Tick seitlich zu stehen und sich dem Betrachter zuzuwenden."

Foto: WirtschaftsWoche

"Besser mehr vom Oberkörper zeigen", rät die Expertin diesem Kandidaten. Auch wäre es besser, einen einfarbigen Hintergrund zu wählen, statt einem, der den Betrachter ablenkt.

Foto: WirtschaftsWoche

Diesem Bewerber rät die Personalerin zu einem etwas forscheren und optimistischeren Blick in die Kamera. "So wirkt er ein wenig unsicher", findet Skubella. Außerdem könne die Ausleuchtung des Bildes noch etwas verbessert werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch dieses Foto ist zu klein und die Beleuchtung nicht optimal. Die Karriere-Expertin sagt, sie würde auf jeden Fall ein Sakko zum Hemd empfehlen. "Außerdem finde ich dieses helle Dreieck hinter seinem sichtbaren Ohr nicht vorteilhaft."

Foto: WirtschaftsWoche

An diesem Bild gibt es kaum etwas auszusetzen. Eventuell könnte die Bewerberin den Kopf noch einen Tick gerader halten und die losen Haarsträhnen mit in den Zopf binden, urteilt unsere Expertin.

Foto: WirtschaftsWoche

Bei diesem Foto sei die Variante in schwarz-weiß besser, findet unsere Karriere-Expertin. Sie rät dem Bewerber dazu, sich mittiger im Bild zu positionieren. Außerdem sei die Haltung des Bewerbers recht krumm und der Knopf unter der Krawatte sei sichtbar. Bei einem Bewerbungsbild solle man darauf achten, dass die Krawatte die Knöpfe verdeckt. Außerdem sollten Männer grundsätzlich darauf achten, nicht zwei gleiche oder ähnliche Streifen bei Hemd und Schlips zu kombinieren.

Foto: WirtschaftsWoche

Der hier abgebildete Bewerber hatte zwei Fotos von sich geschickt - eines im Hoch- und eines im Querformat. "Mir persönlich gefällt das Foto im Querformat besser", sagt Personalerin Skubella. Mit diesem Format falle der Bewerber mehr auf. Die Frage ob mit Krawatte oder ohne sei natürlich abhängig davon, in welcher Branche man arbeite und ob man sich auf eine leitende Position bewerbe. "In der Bankbranche ist eine Krawatte angebracht", so Skubella.

Foto: WirtschaftsWoche

Die Personalerin empfiehlt hier, einen einfarbigen und unscheinbareren Hintergrund zu wählen. Da der Bewerber leicht gebräunt ist, rät sie zu einem hellen, gut ausgeleuchteten Hintergrund. Sonst habe der Bewerber alles richtig gemacht und habe auf dem Foto eine sehr vertrauensvolle Ausstrahlung.

Foto: WirtschaftsWoche

"Bei dem Foto stehen die Gesichtsfarbe und der Schmuck zu sehr im Fokus", urteilt Maja Skuballa. Sie rät, mehr mit Kontrasten zu arbeiten und einen farbigen Hintergrund zu verwenden sowie einen andersfarbigen Blazer zu tragen. Außerdem wirke die Bewerberin auf dem Foto zu verspielt. Die Expertin empfiehlt, eher auf klare Linien zu setzen und beispielsweise die Haare nach hinten zu binden.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch dieser Bewerber steht etwas zu steif da und der Abstand zum Bildrand ist ungleichmäßig. Die Schwarz-weiß-Variante sei dagegen super, so die Personalberaterin.

Foto: WirtschaftsWoche

Dieses Foto fällt in die Kategorie "Vorzeigebild", so Maja Skubella. "Er hat meiner Meinung nach alles richtig gemacht, die passende Bekleidung gewählt und er kommt beim Betrachter positiv an", sagt sie. Auch der Hintergrund wäre sehr gut gewählt.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch an diesem Foto gibt es kaum etwas zu bemängeln: "Sehr positive und überzeugende Ausstrahlung", urteilt Skubella. Auch die Kleidung sei passend gewählt. Sie empfiehlt höchstens noch eine gleichmäßigere Ausleuchtung.

Foto: WirtschaftsWoche

Sie sind jung, dauerhaft online und könnten ohne Wikipedia keine Hausarbeit mehr fertig bekommen. Sogenannte Digital Natives sind mit dem Internet aufgewachsen. Auch wenn sie E-Mails im Schlaf schreiben, gleichzeitig Musik aufs Smartphone laden und einen Tweet zur Lieblingssendung absetzen können, so scheinen sie sich mit ihrer Karriereplanung weniger zu beschäftigen.

Eine Analyse von über 200 Bewerbungsunterlagen und –gesprächen durch die Personalberatung TargetPeople hat ergeben, dass Internet-Junkies von einem Job zum nächsten springen, sich schlechter auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten und dazu noch in Jeans und T-Shirt statt im Hemd mit Schlips zum Kennlern-Treffen erscheinen. Überprüft wurden Personen, die nicht vor 1980 geboren sind.

So finden Sie den richtigen Beruf
Eine große Karriere beginnt bereits in der Schule und in der Universität. Doch junge Menschen finden sich im Dickicht der Berufswahl oft nicht gut zurecht. Svenja Hofert hat einen sehr nützlichen Ratgeber geschrieben, um die Probleme zu umschiffen („Am besten wirst du Arzt“, Campus Verlag). Die Expertin für neue Karrieren hat bereits zahlreiche Bestseller geschrieben. Es folgen einige ihrer Ratschläge in der Kurzfassung.
Immer mehr Deutsche haben Angst vor einer (zu) niedrigen Schulbildung ihrer Kinder. Doch die Expertin rät: „Es macht keinen Sinn, einen jungen Menschen durch das Gymnasium zu prügeln.“ Es gibt Lerntypen, die dort nicht hinpassen und auf anderem Weg eine tolle Karriere starten.
Eine junge Persönlichkeit muss lernen, was sie kann – und was (noch) nicht. Feedback ist in der Erziehung extrem wichtig, sowohl Lob als auch Kritik. Stellen Sie Fragen wie „Was hast du richtig gern gemacht?“ oder „Warum hast du die Zeit vergessen?“ und fordern Sie genaue Antworten ein. Kinder sollten auch die Dinge tun, die ihnen schwerfallen und ihr Können aufschreiben. Die tatsächlichen Interessen finden sich am besten durch viel Lesen und intensive Gespräche.
Kinder sind manchmal einfach faul. Kaum eines übt freiwillig jeden Tag auf einem Instrument oder engagiert sich erheblich über das minimale Maß hinaus. Geld oder sonstige extrinsische Anreize haben oft nur kurzfristige Wirkung. Besser ist, gesunde Neugier zu wecken oder schlicht das Kind zu fragen, wie man es motivieren könnte.
Wenn junge Menschen eine feste, möglichst dauerhafte Position in einem Unternehmen anstreben, sollten sie eher auf das duale Pferd setzen als auf eine reine Ausbildung. Nicht ratsam ist das duale Studium, wenn ein starkes thematisches Interesse vorhanden ist. Dann lieber studieren und sich währenddessen beruflich orientieren.
Es gibt immer mehr Studiengänge und immer mehr, die nichts taugen. Durch die Umstellung auf Bachelor und Master ist es grundsätzlich flexibler geworden – bei allen Nachteilen ist die Kombinierbarkeit ein großer Vorteil. In Zukunft wird es eine stark steigende Anzahl von Biografien geben mit zwei oder drei Studiengängen. Vorsicht vor dem Schweinezyklus: Einige Studiengänge werden nach einer Phase von zu wenig Nachfrage gern rasch überlaufen.
Da gibt es keine einheitliche Antwort. Einige Studenten sollten nach dem Bachelor – also dem Grundlagenstudium – eher Erfahrungen im Berufsleben machen, andere direkt noch den Master folgen lassen. Entscheidend ist die intrinsische Motivation, also die persönliche Neigung zum Lernen. Studien belegen, dass Bachelor-Absolventen immer bessere Einstiegschancen haben.
Studenten haben viele Möglichkeiten, sich nebenbei weiterzuentwickeln. Ein Auslandssemester lohnt sich umso mehr in einem Land, in das nicht alle gehen und wo nicht nur unter Deutschen gefeiert wird. Der Nebenjob sollte nicht nur Geld bringen, sondern auch etwas für den eigenen Berufswunsch. Ein Ehrenamt macht sich immer gut und ein Praktikum sollte es während des Bachelor-Studiums mindestens sein. Dabei wäre es gut, wenn das Unternehmen Relevanz am Arbeitsmarkt hat.
Jobs an sich kann man in der Regel nicht zukunftssicher bezeichnen, denn es hängt allzu sehr vom Individuum ab. Also davon, was er oder sie kann und bereit ist, zu investieren. Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl Wunsch und Wirklichkeit strikt trennen. Wie das genau geht, lesen Sie weiter unten! Bei neuen Berufen sollten Sie nachschauen, ob es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf handelt.

Das sogenannte Jobhopping zum Beispiel sehen potenzielle Arbeitgeber eher kritisch. Mindestens zwei bis drei Jahre sollte ein Bewerber bei einem Unternehmen gearbeitet haben, bevor er sich neu orientiert. "Häufig sehen wir bei Digital Natives noch eine mangelnde Strategie in Bezug auf die eigene Karriere“, sagt André Soder, Geschäftsführer von TargetPeople. „Sie nehmen schnell Jobs an, die Ihnen angeboten werden, weil sie gut klingen.“ Besser wäre es Soder zufolge, sich zu überlegen, was der nächste sinnvolle Schritt in der eigenen Karriere ist und sich auf solche Positionen aktiv zu bewerben.

Ein weiterer Nerd-Fehler bei Bewerbungen ist eine schlechte Vorbereitung auf das Unternehmen. Bewerber bei Multi-Channel Unternehmen sollten laut Soder nicht nur von den Vorteilen der "Revolution des Internets" sprechen, sondern auch ihre Wertschätzung gegenüber den klassischen Unternehmensbereichen und den klassischen Vertriebs-und Kommunikationskanälen zeigen. Unternehmen erzielten auf dem konventionellen Vertriebsweg oftmals immer noch den größten Teil des Umsatzes.

Und auch beim Dresscode greift die Internet-Generation häufig daneben, so die Analyse. Statt sich schick zu machen, belassen es viele einfach bei der lockeren Jeans mit T-Shirt. Beim persönlichen Bewerbungsgespräch sollte man selbst bei einem "lockeren" Start-up-Unternehmen nicht zu locker gekleidet erscheinen, erklärt Soder. Sakko mit Hemd seien üblich, Jeans und gute Schuhe die legere Ergänzung, Anzughose ohne Krawatte die "vornehmere" Version. Er rät aber auch: Wenn der Bewerber sonst nie Anzug trägt, sollte er damit nicht im Bewerbungsgespräch beginnen.

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