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Aktien, Anleihen, FondsDie Anlagetipps der Woche

Europäische Telekomaktien laufen gut, doch die Dividendenrendite von 7,9 Prozent macht die dänische Telekomaktie TDC zum "König". 12.10.2013 - 07:44 Uhr

Aktientipp - TDC: Dividendenkönig aus Dänemark

Seit etwa einem halben Jahr laufen europäische Telekomaktien besser als der breite europäische Referenzindex Stoxx 600. Gegenüber Anfang März legte der Sektorindex Stoxx Telecom um 24 Prozent zu, bei einem Plus von sechs Prozent beim Stoxx 600. In Europa ist die Telekombranche in Bewegung geraten, wegen der Aussicht auf weitere Konsolidierungen und weniger Widerstand aus Brüssel. Den Sektor als Ganzes spielen können Anleger mit einem Indexfonds oder einem Anlagezertifikat.

10 Tipps für Börseneinsteiger
Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?
Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.
Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.
Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.
Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.
Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.
Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?
Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.
Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.
Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Als Einzelinvestment überraschen könnte die bisher noch zurückgebliebene Aktie des größten dänischen Telekomkonzerns TDC. Dort hat sich soeben mit KKR der letzte von einst fünf Finanzinvestoren verabschiedet. 2006 hatten diese für umgerechnet gut zehn Milliarden Euro 88 Prozent des ehemaligen Staatskonzerns übernommen. Finanziert wurde der Deal auf Kredit. Sämtliche Versuche des Quintetts, TDC an einen Investor aus der Branche zu veräußern, verliefen im Sand. Ende 2010 traten die Finanzinvestoren den Rückzug an und verkauften ihre Pakete stufenweise über die Börse – unter dem Strich aber immer noch mit ordentlichem Gewinn.

Es wäre zwar ein Treppenwitz, wenn unmittelbar nach dem Ausstieg der Private-Equity-Gesellschaften einer der großen Telekomriesen einstiege. Zumindest aber ist der latente Aktienüberhang jetzt beseitigt. Den Aktionären wurden vom Vorstand zudem künftig 90 Prozent des freien Cash-Flows als Ausschüttung versprochen. Auf Basis der Schätzungen für 2013 errechnet sich eine stolze Dividendenrendite von 7,9 Prozent.

Platz 20: Thyssen-Krupp

Dem Traditionsunternehmen aus Essen stehen schwere Zeiten bevor. Noch immer quält sich Thyssen-Krupp mit dem Stahlwerk in Brasilien herum. Der Verkauf ist schon seit Monaten geplant, einen richtigen Käufer haben sie bisher aber nicht gefunden. Wie schwer die Verluste des Stahlwerks auf dem Konzern lasten, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Statt der geplanten 1,9 Milliarden Euro musste Thyssen-Krupp satte acht Milliarden Euro für den Bau des Werks hinblättern. Der Aktienkurs ging im August auf Talfahrt. Über sechs Prozent verlor das Papier. An der Stuttgarter Börsen betrugen die Umsätze im vergangenen Monat rund 10,4 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 19: Nikkei-225

Die aggressive Geldpolitik in Japan hat den Blick der Anleger auf den japanischen Auswahlindex Nikkei-225 gerichtet. Premierminister Shinzo Abe hat der seit über zwei Dekaden andauernden Deflationsspirale den Kampf angesagt. Seine Mittel sind zwar nicht neu, billiges Geld der Bank of Japan soll für den nötigen Impuls sorgen, allerdings gibt es erste Anzeichen einer Erholung der japanischen Wirtschaft. Für risikoorientierte Anleger bietet der japanische Aktienmarkt attraktive Anlagemöglichkeiten. Dementsprechend hoch fielen die Umsätze im August aus. Für rund 12,1 Millionen wechselten Nikkei-Zertifikate den Besitzer. Den Großteil machten Index-Produkte aus.

Foto: dpa

Platz 18: ShortDax x8 TR Index

Der Index-Fonds ShortDax erhielt im August regen Zulauf. Die Umsätze betrugen in Stuttgart rund 12,3 Millionen Euro. Der Fonds wettet auf einen fallenden Dax. Steigende Kurse sorgen für Verluste. Betrachtet man den Chart des Dax, so dürften sich besonders die letzten Tage des vergangenen Monats für Anleger eines solchen Fonds gelohnt haben. Von einem Kurs von über 8400 Punkten rutschte der Dax bis unter 8100 Zähler. Auf Monatssicht sank der Leitindex um 2,7 Prozent.

Foto: dpa

Platz 17: Münchener Rück

Der Rückversicherer ist der weltweite Branchenführer unter den Rückversicherern. Der Kurs der Münchener Rück musste im August größere Rückschläge hinnehmen. Um knapp zehn Prozent verbilligten sich die Papiere. Der Konzern musste aufgrund der Hagelschäden und des Jahrhunderthochwassers in Deutschland große Rücklagen schaffen. Allein das Hochwasser im Sommer dürfte den Konzern über vier Milliarden Euro kosten. Für die Hagelschäden hat das Unternehmen einen Schadenswert von rund 600 Millionen Euro berechnet. Die Umsätze an der Stuttgarter Börse betrugen im vergangenen Monat 13,5 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 16: Apple

Seit Steve Jobs' Tod läuft es bei Apple nicht mehr so rund. Viel Häme erhielt der Konzern für seinen fehlerhaften Kartendienst. Seit Jahresanfang mussten die erfolgsverwöhnten Apple-Anleger einen Verlust von 8,4 Prozent hinnehmen. Im Hinblick auf die Vorstellung des neuen iPhones zogen die Kurse im August allerdings wieder an. Gut 5,6 Prozent konnten die Papiere zulegen. Die Umsätze an der Börse Stuttgart betrugen 13,9 Millionen Euro. Doch ein Restrisiko bleibt. Denn Apple muss liefern. Große Innovationen kommen derzeit eher von der Konkurrenz. Die Apple-Fans erwarten nichts Geringeres als eine Art „Revolution“ ähnlich der Erstvorstellung des iPhones im Jahre 2007.

Foto: dpa

Platz 15: Brent Crude Oil Future 10/2013 (ICE-Europe) USD

Die mögliche Eskalation des Syrien-Konflikt hat den Ölpreis in den Fokus der Märkte rücken lassen. Syrien ist zwar ein Öl-Zwerg, allerdings könnten die Unruhen in der Region des Nahen Ostens die Lieferungen durch den Suez-Kanal beeinträchtigen. Anleger dürften deswegen zuletzt vermehrt Öl-Zertifikate nachgefragt haben. In Stuttgart wurden diese im August im Volumen von 14,2 Millionen Euro gehandelt.

Foto: dpa

Platz 14: Eon

Der Versorger hat mit den fallenden Strompreise zu kämpfen. Die Quartalszahlen fielen miserabel aus. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um satte 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der nachhaltige Nettoüberschuss rauschte sogar um 42 Prozent in den Keller. Auf Monatssicht gab die Eon-Aktie 5,3 Prozent nach. Die vermehrten Verkäufe ließen die Umsätze auf 15,7 Millionen Euro steigen.

Foto: dpa

Platz 13: MDax

Der kleine Bruder des Dax verhielt sich in den vergangenen zwölf Monaten eher wie ein großer Bruder. Im Gegensatz zum Leitindex konnte der MDax in diesem Zeitraum fast doppelt so viel zulegen. Den vergangene Monat überstand der Index der mittelgroßen Werte ebenfalls besser als der Dax. Das Minus beläuft sich auf 0,4 Prozent. Die Umsätze der Index-Papiere betrugen in Stuttgart rund 15,8 Millionen Euro.

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Platz 12: RWE

Den Eon-Konkurrenten plagen dieselben Sorgen. Sinkende Strompreise und die Kosten der Energiewende belasten die Bilanzen. Im August sank der Aktienkurs um 5,5 Prozent. Die Umsätze betrugen im selben Zeitraum 19,1 Millionen Euro.

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Platz 11: Deutsche Post

Bei der Deutschen Post geht es aufwärts. Seit dem 1. August verteuerte sich die Aktie um 4,8 Prozent. Für Freude sorgte die Aufnahme der Post-Aktien in den europäischen Auswahlindex EuroStoxx50. Für die Post musste Eon aus dem Index weichen. Unter den Analysten herrscht über die Bewertung der Papiere Einigkeit. Alle empfehlen sie zum Kauf. Das lockt Anleger. Die Umsätze betrugen im August 19,6 Millionen Euro.

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Platz 10: Bayer

Pharmahersteller Bayer kann sich über Zulassungen in Europa und Japan freuen. Die Aktie konnte im August dennoch nicht auftrumpfen. Vor allem die fehlende erweiterte Zulassung des Top-Produkts Xarelto in den USA drückt die Stimmung ein wenig. Bisher ist das Medikament für sechs Anwendungen zugelassen. Die renditeträchtige Anwendung zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ist dem Leverkusener Konzern in Amerika bisher verwehrt worden. Gehandelt wurde die Aktien dennoch. Für rund 23,4 Millionen Euro wechselten im August Bayer-Papiere den Besitzer.

Foto: dpa

Platz 9: Deutsche Telekom

Die Beendigung des Joint Ventures zwischen Verizon und Vodafone setzt hierzulande der Deutschen Telekom zu. Denn ausgestattet mit einem 130 Milliarden Dollar schweren Geldbeutel geht Vodafone auf Einkaufstour in Europa und wird in Deutschland zunehmend zu einer großen Konkurrenz für die Telekom. Bereits durch den Kauf von Kabel Deutschland kann Vodafone die schnellsten Internetanschlüsse anbieten. Auf die Telekom kommen nun große Investitionen zu, will sie Vodafone etwas entgegensetzen. Die Anleger sind zuversichtlich. Die T-Aktie konnte im August 6,9 Prozent zulegen. Die Umsätze betrugen in Stuttgart 23,7 Millionen Euro.

Foto: dapd

Platz 8: Allianz

Der Versicherungsbranche stehen einige Probleme bevor. Besonders das Geschäft mit den Kapitallebensversicherungen zahlt sich immer weniger aus. Bei der Allianz gehört das Geschäft mit Lebensversicherungen zu einem der größten Unternehmenszweige. Die Aktien des weltgrößten Versicherungskonzern rutschten vor diesem Hintergrund im August um rund acht Prozent ins Minus. Die Umsätze betrugen in Stuttgart 29,8 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 7: Deutsche Bank

Verglichen mit der Commerzbank steht die Deutsche Bank recht gut da. Multinational aufgestellt und vertreten in den meisten profitablen Geschäftsbereichen könnte es bei der größten Bank Deutschlands rund laufen – wenn da nicht die teuren Rechtsstreitigkeiten wären. Von Libor-Skandal bis Subprime-Krise, die Deutsche Bank hatte überall ihre Finger im Spiel und sie sich verbrannt. Hohe Rückstellungen für die anstehenden Prozesse drücken die Bilanzen. Auf Monatssicht sank der Aktienkurs um 3,5 Prozent. Die Umsätze betrugen im August 32,2 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 6: BASF

Der Chemiekonzern musste bei den vergangenen Quartalszahlen zurückstecken. Der Betriebsgewinn von BASF sank um fünf Prozent. Besonders bitter sind die Verluste in den aufstrebenden asiatischen Märkten. Dort brach das Ergebnis um zwölf Prozent ein. Seit Jahresanfang geht es bei den Aktien der BASF bergab. Die Umsätze erreichten im August ein Niveau von 32,4 Millionen Euro. Am meisten gehandelt wurde Aktienanleihen des Konzerns. Sie machten rund 12,2 Millionen Euro des August-Umsatzes aus.

Foto: dpa

Platz 5: K+S

Es gleicht einem Theaterstück: Das Kartell zwischen Uralkali und Belaruskali zerbricht. Die Anleger von K+S kommen ins Schwitzen, weil sie sinkende Kali-Preise befürchten und lassen die Aktien soweit ins Minus fallen, dass die Dax-Mitgliedschaft auf dem Spiel steht. Weißrussland nimmt den Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner fest, Russland dreht den Ölhahn zu – angeblich wegen Umbauarbeiten. Im Gegenzug erhöht Weißrussland die Einfuhrzölle, was Russland wiederum dazu bewegt Fleischlieferungen von Weißrussland zu stoppen. Während die Großen sich nicht einig werden, gerät die K+S-Aktie ins Schlingern. Ein Ende der Achterbahnfahrt ist noch nicht in Sicht. Bis dahin werden sich die Umsätze auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Im August betrugen sie 32,4 Millionen Euro.

Foto: dpa

Platz 5: Volkswagen

Der Weg ist klar. Volkswagen will der größte Automobilbauer der Welt werden. Dafür nimmt der Konzern milliardenschwere Investitionen in die Hand. Mit dem modularen Querbauprinzip soll das Ziel erreicht werden. Die neuartige Bauart ermöglicht eine schnellere Fertigstellung von neuen Modellreihen und verschlankt die Motorenvielfalt. Das Vorhaben ist gewagt. Im vergangenen Monat gab der Aktienkurs über sechs Prozent nach. Die Umsätze erreichten ein Niveau von 36,1 Millionen Euro.

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Platz 4: Daimler

Noch mehr gehandelt als Volkswagen- wurden Daimler-Papiere. Die Umsätze erreichten 36,1 Millionen Euro. Dem Konzern stehen große Aufgaben bevor. Während bei den übrigen deutschen Automarken die Geschäfte rund laufen, muss Mercedes sich neu erfinden, um den Anschluss nicht zu verlieren. Das größte Problem ist das hohe Alter der Mercedes-Kunden. In den mittleren Altersschichten fahren Audi, BMW und Co. dem ältesten Autobauer der Welt davon. Mit der neuen A-Klasse hat Daimler einen radikalen Schritt unternommen, um diese Entwicklung aufzuhalten. Die Zukunft wird zeigen müssen, ob dem Unternehmen der Konzernumbau gelingt.

Foto: dpa

Platz 2: EuroStoxx50

Der europäische Auswahlindex EuroStoxx50 wird seit 1998 in Zürich geführt. Der Index beinhaltet die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone. Mit Frankreich sind die deutschen Unternehmen am stärksten im EuroStoxx50 vertreten. Die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate verlief eher durchwachsen. Die Wachstumsschwäche in der Euro-Zone macht sich bemerkbar. Lediglich 11,8 Prozent konnte der Index innerhalb eines Jahres zulegen. Das Handelsvolumen betrug an der Stuttgarter Börse 203,6 Millionen Euro. Bonus-Papiere machten mit 58,5 Millionen Euro den größten Anteil aus.

Foto: dpa

Platz 1: Dax

Die höchsten Umsätze wurden im August mit Dax-Papieren erreicht. 358,6 Millionen Euro betrugen sie an der Stuttgarter Börse. Verglichen mit dem vergangenen Handelsjahr liefert der Dax 2013 eine schwächere Form ab. Der Index hat im laufenden Jahr mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Zum einen sorgt die Fed-Politik immer wieder für Nervosität an den Märkten, zum anderen sind die Anleger unplanmäßigen Vorkommnissen, wie der Eskalation des Syrien-Konflikts, ausgeliefert. Im August gab der Dax knapp drei Prozent nach.

Foto: dpa

Anleihetipp - Haniel: Milliardenerlös für gesunde Erholung

Spekulationen, der amerikanische Gesundheitskonzern McKesson könnte in Kürze Celesio übernehmen, lassen die Aktie des Pharmahändlers mächtig steigen. Sicher zur Freude von Großaktionär Haniel, der 50,01 Prozent der Celesio-Aktien besitzt und für den die Beteiligung bisher eine der großen Baustellen im Konzern war; schließlich war aus dem einst einträglichen Geschäft mit Pharmagroßhandel wegen der Rabattschlacht bei Arzneimitteln ein regelrechtes Krisenkommando geworden.

Sollte es wirklich zu einer Übernahme kommen, könnte Celesio zum Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden Euro den Besitzer wechseln. Für Haniel käme der Milliardensegen zur rechten Zeit. Nach 1,9 Milliarden Euro Rekordverlust im vergangenen Jahr sind die Duisburger dabei, ihre Beteiligungen neu auszurichten, vor allem die Abhängigkeit von Schwergewichten wie Celesio zu reduzieren. Und sollte der Verkauf doch nicht über die Bühne gehen? Auch so kommt Celesio unter seiner neuen Chefin Marion Helmes gut voran, baut eine europaweite Apothekenkette auf, senkt Kosten beim Einkauf von Medikamenten und wird als Partner großer Gesundheitskonzerne interessanter.

Die andere große Beteiligung, in der Haniel derzeit drei Milliarden Euro (30 Prozent der Anteile) investiert hat, kommt ebenfalls voran: der Handelskonzern Metro. Zum Joker ist dabei der einst schwächelnde Warenhausableger Kaufhof geworden, dessen Marktwert durch operative Fortschritte und Wertgewinn bei den Immobilien deutlich gestiegen ist.

Kein Wunder, dass die Haniel-Zahlen wieder besser werden. Netto blieben im ersten Halbjahr 84 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 277 Millionen Euro Verlust. Chef Stephan Gemkow verspricht für 2013 ein „deutlich positives Ergebnis vor Steuern“.

Zugleich kommt der Schuldenabbau voran. Im ersten Halbjahr wurden die Nettoschulden um 280 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro gesenkt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s honoriert das mit einem positiven Ausblick. Mit BB+ ist das Rating zwar noch im spekulativen Bereich, hier aber die beste Note.

Haniel hat derzeit drei Anleihen in einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro am Markt. Für die Laufzeit bis 2018 gibt es drei Prozent Rendite – ein faires Angebot.

Das Familienunternehmen Haniel besteht seit einem Vierteljahrtausend, hat also stürmische Zeiten überstanden. Da sollte es kein Problem sein, bis 2018 durchzuhalten, bis dahin Zinsen zu zahlen und die dann fällige Anleihe abzulösen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Fondstipp - NordIX Renten plus: Leidenschaft für das Kleingedruckte

Noch zum Jahresende 2012 brachen Rentenfonds mit Einjahresrenditen über 15 Prozent alle Rekorde. Inzwischen ist nur noch in Nischen viel zu holen. Doch in kleinere illiquide Anleihen können große Fonds kaum investieren. Das ist die Chance für den acht Millionen Euro leichten Euro-Rentenfonds vom Hamburger Vermögensverwalter NordIX. Das zwölfköpfige Team handelt hauptsächlich Anleihen für Großkunden. Stefan Maiwald und Vorstand Moritz Schildt managen den Fonds.

Sie sehen dort Chancen, wo andere nach dem lieben Herrgott rufen, und haben ein fast tollkühnes Renditeziel: Sieben Prozent sollen die Papiere beim Kauf bringen. Fündig werden sie derzeit in Südeuropa und bei Finanzunternehmen. Ihre größte Position mit hohen 13 Prozent des Fondsvolumens ist die griechische Eisenbahngesellschaft Hellenic Railways. Das im Juli 2013 gekaufte Papier brachte 15 Prozent Rendite bis zur Fälligkeit.

Vor einem griechischen Schuldenschnitt hat Schildt keine Angst. Der Kurs der Anleihe würde leiden, aber sie wird schon im Januar 2014 zurückgezahlt. Und Schildt ist sicher, dass er den vollen Nennwert erhält. „Wir haben eine Leidenschaft für Prospekte und das Kleingedruckte“, sagt Schildt. So haben sie entdeckt, dass die Anleihe nach britischem Recht aufgelegt wurde. „Dieser Rechtsrahmen kann nicht durch das griechische Parlament geändert werden“, sagt Schildt.

Ähnlich begründet er die Position an der portugiesischen Eisenbahn, Rede Ferroviária Nacional. Auch hier gilt britisches Recht, und es besteht eine Mithaftung des Staates. Die im März 2015 fällige Anleihe bietet 7,5 Prozent. Im Finanzsektor gehört eine Nachranganleihe der österreichischen KA Finanz zum Fonds, die 8,4 Prozent Rendite bringt und schon im Februar 2014 vom Emittenten gekündigt werden könnte. Angst, dass ihnen die Ideen ausgehen, wenn die aktuellen Hochzinspapiere zurückgezahlt werden, hat Schildt nicht.

„Es gibt immer gefallene Engel und Segmente, die zu Unrecht im Abseits des Marktes liegen.“ US- Anleihen gehören nicht zum Anlageuniversum des Fonds. Schildt sieht das „politische Armdrücken“, glaubt aber, dass es mit einer Rückkehr zur Normalität enden werde und keine Schockwellen auslösen wird.

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