Arbeitgeberranking 2024: Die beliebtesten Arbeitgeber der Naturwissenschaftler
Studierende der Naturwissenschaften bevorzugen Jobs in der Pharmabranche.
Foto: imago imagesSeit der Coronapandemie steigt das Ansehen der Pharmabranche wieder an. Zuvor litt das Image jahrelang unter Meldungen über Tierversuche, angeblich verschwiegene Nebenwirkungen und Betrugsprozesse. Die Pandemie zeigte jedoch auf, wie wichtig die Branche ist. In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt und die Virus-DNA erforscht.
Das aufpolierte Image zeigt sich auch bei den Ergebnissen des diesjährigen Arbeitgeberrankings. Die Employer-Branding-Beratung Universum befragt dafür Jahr für Jahr 30.000 Studierende nach den fünf Unternehmen, bei denen sie besonders gern arbeiten würden. Außerdem wird gefragt, welche Faktoren für Studierende bei der Auswahl des Arbeitgebers wichtig sind.
Beliebt sind sowohl Pharmakonzerne als auch öffentliche Arbeitgeber. So rangieren Biontech, die Max-Planck-Gesellschaft, Bayer, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf den ersten fünf Plätzen.
Imagewandel durch Pandemie
Besonders begehrt ist ein Job bei dem Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech. Mehr als 33 Prozent der Studierenden gaben an, dass sie gerne dort arbeiten würden. Damit verteidigt das Unternehmen zum dritten Mal in Folge den ersten Platz. Im Ranking 2021 war Biontech noch nicht Teil des Rankings. Ein Grund für den schnellen Aufstieg lieferte die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes während der Coronapandemie.
Energie-Sektor im Aufbruch
Neben der Pharmabranche sind auch Unternehmen aus dem Chemie- und dem Energie-Sektor bei Studierenden beliebt. Rund 35 Prozent der Befragten gab an, später bei einem Chemieunternehmen wie BASF arbeiten zu wollen. 27 Prozent der Befragten präferieren die Energiebranche – mit über vier Prozent fiel hier der Zuwachs bei der Beliebtheit am größten aus.
Doch auch die Unternehmen reißen sich um den Nachwuchs. Eine Analyse der Personalmarktforschung Index Research zeigt: 2022 wurden 273.000 Stellenanzeigen von deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen ausgeschrieben. Rund 93 Millionen Euro wurden dafür in die Hand genommen.
Aus gutem Grund, denn die Fachkräfteengpässe verschärfen sich auch in dieser Branche. Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft verdeutlicht das Bild: Im Jahr 2022 gab es für 38 Prozent der ausgeschriebenen Stellen in der gesamten Pharmaindustrie keine passend Qualifizierten auf dem Arbeitsmarkt.
Unterschiedliche Gehaltsvorstellungen
Daraus ergibt sich eine gute Chance für Uniabsolventen und bietet ihnen zusätzlichen Verhandlungsspielraum beim Einstiegsgehalt. Bei der Befragung zum Arbeitgeberranking gaben die Naturwissenschaftler an, dass ihnen Vergütung und Aufstiegschancen am wichtigsten bei der Jobauswahl sind. Durchschnittlich erwarten die Naturwissenschaftler ein Einstiegsgehalt von knapp 49.000 Euro. Damit liegen sie auf einem ähnlichen Niveau wie Informatiker und Ingenieure.
Während männliche Studierende ihre Gehaltserwartungen mit 52.845 Euro höherschrauben, geben sich die Frauen mit 45.703 Euro bescheidener. Das ergibt ein potenzielles Gender-Pay-Gap von 14 Prozent. Wie die unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen entstehen, wird bei der Befragung jedoch nicht erfasst.
Neben dem Gehalt spielen für die jungen Talente aber auch Attribute wie Jobsicherheit, abwechselnde Tätigkeiten und ein gutes Arbeitsklima eine wichtige Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers.
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