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ArbeitszeitHer mit der Stechuhr – und einem Gesetz!

Das Urteil zur Arbeitszeiterfassung war vor allem eines: überfällig. Die Koalition muss nun endlich Details regeln, um Unternehmen zu entlasten. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Isabelle Wermke 15.09.2022 - 06:00 Uhr

Digitale Stechuhr: Dass Mitarbeiter ihre Arbeitszeit an einem Terminal erfassen, wird künftig wohl häufiger zu sehen sein.

Foto: dpa

Die Panik vor der Stechuhr geht um: Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG), das deutsche Unternehmen zur systematischen Arbeitszeiterfassung verpflichtet, lässt viele Firmen ratlos zurück. Vor allem die Regelung von mobiler Arbeit und Homeoffice sorgt Unternehmer. Diese Panik wäre vermeidbar gewesen – wenn der Gesetzgeber rechtzeitig Regeln geschaffen hätte, die der sich wandelnden Arbeitswelt gerecht werden.

Bereits vor mehr als drei Jahren hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die Mitgliedstaaten Unternehmen verpflichten müssen, ein verlässliches Arbeitszeiterfassungssystem einzurichten. Nur so könnten die Rechte der Arbeitnehmer, wie die wöchentliche Höchstarbeitszeit sowie tägliche Ruhezeiten, gewahrt werden. In Deutschland aber passierte: nichts.

Was die Regierung in dieser Zeit versäumt hat, muss sie jetzt zügig nachholen. Sie darf Firmen in der herrschenden Unsicherheit nicht allein lassen. Schließlich haben diese in der aktuellen Krise genug Sorgen.

Die großen Karriere-Irrtümer
Viele ambitionierte Menschen verlassen sich auf logisch erscheinende Theorien, die nur auf Erfahrungen Einzelner basieren. Natürlich gibt es auch nützliches Erfahrungswissen, aber ohne psychologische Reflexion und systematische Aufbereitung bleibt es Einzelwissen.
Beim Mentoren-Prinzip fördern erfolgreiche Top-Manager ihre jüngeren, unerfahrenen Kollegen. Der Mentor will dem Mentee nach bestem Wissen und Gewissen sagen, „wo es lang geht“. Ist der Mentor gut, schrumpft das Wissensgefälle nach kurzer Zeit – und damit auch die Wichtigkeit des Mentors. Dieser wird dann oft wütend und eifersüchtig und ist versucht, die Karriere seines Schützlings zu hemmen.
Es ist eine verbreitete, aber falsche Annahme, dass Chefs offene und konstruktive Kritik benötigen, um besser zu werden. Denn diese wirkt sich oft desaströs auf die Karriere des Kritisierenden aus. Zumindest unbewusst will sich kein Chef Kritik anhören, schon gar nicht in seiner Position.
Es ist die Haltung des Gebens, die zum Erfolg und damit zur Karriere führt. Auch als unerfahrener Mitarbeiter kann man seinem Mentor etwas „geben“. Anstatt eine Beziehung zu seinem Mentor anzustreben, in der man nur selbst profitieren will, macht man seinem Vorbild Komplimente, zeigt seine Bewunderung und bittet um Rat und Hilfe.
Man muss nicht unbedingt mehr im Unternehmen arbeiten, wenn man höherwertige Positionen im Unternehmen erreicht. Top-Manager müssen vor allem die Verbindung zwischen der eigenen beruflichen und privaten Person intensivieren und als Persönlichkeit auf das Unternehmen wirken und dieses repräsentieren.
Karrieren hängen nicht von einzelnen Situationen ab, sondern entwickeln sich über einen langen Zeitraum. Bei Entscheidungen unter Zeitdruck ist es unerlässlich, innezuhalten. Je länger sie pausieren, ohne nachzudenken, umso unwahrscheinlicher ist eine Fehlentscheidung.
Talent ist zu vernachlässigen, wenn alle anderen Dimensionen für eine Karriere – wie das Streben nach höchstem Können und eine stabile Psyche – stimmen.
Die individuelle Karriere folgt keiner Normalverteilung. Für sie gibt es keine berechenbare Wahrscheinlichkeit. Die realen Einflussgrößen sind Widerstände und Krisen, die zu bestehen sind und an denen man wachsen kann.
Wer das System Karriere nicht durchschaut, hält die Erfolge seiner Karriere für Zufall. Es ist jedoch nicht Glück, sondern der autonomer Wille der Ambition – also harte Arbeit unter der Regie seiner Ziele.

Noch 2019 kritisierte die FDP die Arbeitszeiterfassung pauschal als „Dokumentierungswahn“. Nun ist sie nicht mehr in der Opposition – und hat die Verantwortung, Richtlinien und Orientierungshilfen für Betriebe zu schaffen.

Lesen Sie auch: So lassen sich Überstunden nun rechtzeitig erkennen

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