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  4. Entscheidungen treffen: Was ein CEO von der Sesamstraße lernen kann

KommunikationWas sich Manager aus der Sesamstraße abschauen können

Alles total schlüssig? Und Sie wollen niemanden nerven? Gerade für Chefs lohnt es sich trotzdem, Entscheidungen zu erklären. Eine Kolumne.Nina Strassner 13.09.2025 - 10:29 Uhr
Die Bewohner der Sesamstraße: stellen die richtigen Fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Foto: picture alliance/dpa

Nichts, absolut gar nichts, fesselt meine Aufmerksamkeit so zuverlässig wie eine automatisierte Ansage aus der emotionalen Vorhölle bei WhatsApp: „Diese Nachricht wurde gelöscht.“ Was wurde da nicht gesagt? Was geht mich innerhalb weniger Minuten nichts mehr an? Mit wem wurde ich verwechselt? Ich glaube, ich bin damit nicht ­allein. Umso erstaunlicher ist es, dass diese menschlichen Reflexe, die Unruhe, Nervosität und Gereiztheit zur Folge haben, vielen irrelevant erscheinen, sobald es um die Kommunikation wichtiger Entscheidungen geht.

Schwierige Projekte in Wirtschaft und Politik scheitern regelmäßig an einer überheblichen Stille ohne Kontext, verbunden mit der Erwartung, damit ein Einverständnis der Zielgruppe zu erreichen. Dabei muss niemand begeistert nicken.

Viel zu wenige machen sich die Mühe, erst mal für Empathie zu werben und ein solides Verständnis für die Sachlage zu ermöglichen. Sei es nun aus Faulheit, überschätzten Zwängen oder falsch vorausgesetztem kollektivem Wissen. So lassen die Entscheider eine umfassende Erklärung der Umstände einfach weg, obwohl sie selbst nur einen Plan hatten, weil sie wochenlang mit Executive Briefings versorgt wurden. Und während oben schon das nächste Projekt beschlossen wird, sitzt unten ein Team, das sich fragt, was es eigentlich verstehen soll – außer, dass es bitte schön einverstanden zu sein hat.

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In Zeiten dramatischer Regierungswechsel, inmitten einer nahezu chaotisch anmutenden geopolitischen Lage und des aktuellen Misstrauens, ob nun die künstliche Intelligenz oder ein Mensch das Zünglein an der Waage war, sind die mühsam erarbeiteten Grundlagen, auf denen Entscheidungen fußen, das einzig Wichtige. Das wussten schon die Bewohner der Sesamstraße: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Nur ist nicht dumm, wer nicht fragt, sondern wer schweigt – statt detailliert aufzuklären und der Belegschaft so das Lesen zwischen den Zeilen und eine Orientierung im Windschatten der strategischen Zwänge ihrer Führung zu ermöglichen.

Wer erfolgreich führt, kann alles sagen. Außer nichts. Schweigen dagegen sorgt für Lücken, die sich dann zwangsläufig mit Gerüchten füllen – und die wiederum sind bekanntlich der Nährboden für Misstrauen, Pessimismus und Unruhe. Drum: Diese Kolumne wurde nicht gelöscht.

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