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KarriereleiterJung, aufstrebend und sogar beliebt! Die 3 besten Rhetoriktipps für ambitionierte Berufsstarter

Führungsleute aus der GenZ berichten: Im Job werden sie wegen ihres Alters oft nicht ernst genommen oder sogar als anmaßend wahrgenommen. Mit guter Rhetorik können sich Einsteiger freischwimmen. So geht’s! Eine Kolumne.Marcus Werner 12.06.2024 - 15:58 Uhr

Wer als junger Chef auch seine Schwächen zugibt, erhält leichter Unterstützung von seinem Team.

Foto: imago images

Ja, der Mangel an guten Leuten. Fehlende Konkurrenz bietet Berufseinsteigern gigantische Chancen, schnell in Führungsrollen aufzusteigen. Dort steuern sie dann als 22-jährige Uniabgänger nach einem vierteljährigen Praktikum mit einem Mal Projekte und sagen alten Hasen in ihren 40ern oder 50ern, wo ihrer Ansicht nach heutzutage der Hammer hängt.

Und ich höre da von den immer gleichen Knackpunkten:

1. „Ich bin Anfang 20 und sehe leider auch noch jünger aus. Kolleginnen und Kollegen, die meine Eltern sein könnten, sagen mir Dinge wie: Es ist schwer zu glauben, dass du in deinem Alter besser weißt als wir Älteren, was gut ist für unsere Firma. Oder: Ganz schön viel Wissen für das kurze Leben. Oder: Organisieren kannst du ja gut. Aber bei den großen Fragen halt mal den Ball flach. Oft spüre ich die Kritik auch unterschwellig. Ein abfälliges Glucksen, ein verdruckstes Kopfschütteln.“
Kurz gesagt: Wegen des Alters wird Inkompetenz unterstellt.

2. „Die Anderen nervt offensichtlich, dass ich als 24-Jährige so fordernd und autoritär auftrete. Weil ich denen sage, was sie bitte tun sollen. Es ist nun einmal meine Verantwortung, dass die Projekte erfolgreich werden.“
Kurz gesagt: Den neuen Jungen wird ein robustes, forderndes Auftreten nicht zugebilligt.

3. „Wenn ich klipp und klar sage, was ich möchte, spüre ich, dass die anderen es überheblich und unsympathisch finden. Wenn ich aber zu sanft und vorsichtig auftrete, komme ich mir schwach und devot vor.“
Kurz: Wie man´s macht, ist es verkehrt. Die Gratwanderung gelingt nicht.

Was tun?

Tipp 1: „Inkompetent, weil jung.“ Sagen, wie Sie sich fühlen.

Fressen Sie Ihren Frust nicht in sich hinein. Das hat auch den Nachteil, dass die Anderen gar nicht mitbekommen, dass die unterschwellige Skepsis und Kritik an Ihnen Sie beschäftigt. Oft haben wir alle ja das Bedürfnis, unseren Unmut kundzutun, indem wir kaum hörbar maulen und hier und da sticheln. Deshalb: Nehmen Sie den latenten Kritikern den Wind aus den Segeln und sprechen Sie Ihrerseits Klartext. Etwa so:

„Ich kann ja verstehen, dass es ungewohnt ist, wenn jemand so Junges wie ich plötzlich führen darf. Vielleicht hättet ihr diese Aufgabe sogar selber gerne übernommen. Ich bin mir sicher: Ich kann das. Euer Misstrauen mir gegenüber verunsichert mich zwar mitunter. Meine geringere Berufserfahrung darf aber nicht dazu führen, dass ihr mich ausbremst. So fühle ich mich manchmal.“

Und dann der Appell: „Bei allen inhaltlichen Diskussionen: Vertraut mir und lasst euch auf meine Führung ein. Nur so kann es gut werden.“ Und Sie werden führend bei diesem Thema.

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Tipp 2: Jung und autoritär – das geht.

Wenn Ältere sich etwas von Jüngeren sagen lassen müssen, ist das auch immer ein Spiel mit der Macht. Oft achten die Erfahrenen dann in Ihren Bemerkungen auf Botschaften auf der Beziehungsebene. Wie schätzt der junge Mensch wohl seine Rolle im Verhältnis zu uns Erfahreneren ein?

Treten Sie mit vorgenommenem Autoritätsgebaren auf, kann das die Reibereien verstärken:

  • „Meint der Jungspund, er kann uns Anweisungen erteilen?“
  • „Meint die, die ist was Besseres? Hält die uns für Versager, nur weil sie uns in unserer Karriere mal eben rechts überholt hat?“
  • „Muss er seine Unsicherheit mit Befehlston überspielen?“

Andererseits: Sind Sie zu sanft, wirken Sie schnell überfordert:

  • „Die kriegt die Zähne auch nicht auseinander.“
  • „Man merkt einfach, dass der sich selbst nichts zutraut.“
  • „Der muss mal lernen, sich selber zu führen.“

Hier helfen versöhnliche Botschaften von Ihnen auf der Beziehungsebene: „Ich bin immer dankbar für eure Meinungen und Ratschläge, weil ich eure Erfahrung und Expertise schätze. Ich bin auf eure Unterstützung angewiesen. Und die erwarte ich auch. So funktioniert das Team.“

Wege aus der Tiefstapelei
Schreiben Sie, welche Erfolge Sie bisher erreicht haben! Sie können solche Aufgaben jederzeit wieder meistern – denn Sie haben das Talent dazu.
Nur weil Sie sich in gerade diesem Moment vielleicht inkompetent fühlen, sind Sie das noch lange nicht. Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Gefühle keine Fakten sind.
Reden Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen. Teilen Sie mit, dass Sie ängstlich sind. Sie werden auf Verständnis treffen. Und viele Dinge sind nur noch halb so schlimm, wenn man sie beim Namen nennt.
Versetzen Sie sich in die Lage eines Sportlers, der sich zu Beginn eines Wettkampfs vorstellt, wie er auf dem Treppchen steht und die Goldmedaille umgehängt bekommt. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die vor Ihnen liegende Aufgabe bereits gemeistert und dass Ihnen die Leute sagen, wie gut Sie sind.
Kein Mensch ist perfekt. Sie nicht. Und auch Ihr Chef nicht. Vergegenwärtigen Sie sich das. Und stellen Sie realistischere Anforderungen an sich selbst.

Und dann der Appell: „Lasst uns gerne diskutieren, widersprecht mir gerne, wenn ihr meint, dass das fällig ist. Und unterstützt mich bei meiner Aufgabe, bei unseren Projekten die Fäden in der Hand zu halten. Denn die Verantwortung habe ich übernommen. Ich muss im Zweifel entscheiden. Auch gegen eure Meinung. Ich stehe dafür gerade.“

Tipp 3: Geben Sie zu, dass Sie noch lernen.

Die Gratwanderung zwischen robustem Auftreten zugunsten einer klaren Führung und dem Ausdruck von Kompetenz einerseits und andererseits dem Zeigen von Demut und Zurückhaltung, weil das vom Team von einem unerfahrenen Teammitglied erwartet wird, ist eine Herausforderung.

Mein Tipp: Räumen Sie ein, dass Sie dabei sind sich zu entwickeln. Geben Sie das von sich preis: „Ich gebe mein Bestes und ich lerne ja noch.“

Und: „Ich rede Klartext, nicht, weil ich mich für so überlegen halte, sondern damit ihr alle wisst, was ich erwarte. Und gleichzeitig möchte ich, dass ihr offen mit mir redet. Deshalb sollt ihr meine klaren Worte nicht als unumstößliche Ansagen verstehen. Sondern als transparente Botschaften. Ich hoffe, dass mir das immer besser gelingt.“

Fazit:
1. Sagen Sie, wie Sie sich fühlen.
2. Befrieden Sie die Beziehung durch die Würdigung der Expertise der Erfahrenen und machen Sie Angebote zur Zusammenarbeit ohne heimliches Murren.
3. Stärken Sie Ihre Autorität, indem Sie einräumen, dass Sie nicht alles besser wissen können. Und öffnen Sie so das Team für eine transparente Kommunikation.

Wenn Sie offen und ehrlich schildern, was in Ihnen vorgeht, was Sie erwarten und anbieten, dann wird Ihnen das Team mit ziemlicher Sicherheit die Hände zum Einschlagen hinhalten.

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