Mehr Erfolg mit Englisch: Are you team Fairplay or team Foulplay? 10 Fußballballfloskeln fürs Büro
Überschlagene Beine vor einem Fernsehgerät, auf dem ein Fußballspiel übertragen wird, aufgenommen in Köln.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpaGermany ist raus aus der Fußball-EM. Was bleibt, sind die Gespräche über die verbleibenden Spiele und noch viel mehr der Football Talk, zum Beispiel im beruflichen Alltag. Man kann schließlich auch im Büro „Eigentore schießen“, „am Ball bleiben“ oder „eine rote Karte kassieren“. Das gilt umso mehr für den englischsprachigen Business Jargon, in dem Ausdrücke des sportlichen Wettkampfs selbstverständlich zum Geschäft gehören. Einige haben wir im Deutschen direkt entlehnt, wenn ich nur an den kickoff denke.
Dasselbe gilt für anständiges und unanständiges Verhalten – und gipfelt in der Frage, ob man sich zum Teamfairplay oder Team foulplay zählt. Alle drei Begriffe stammen übrigens aus dem westgermanischen Sprachschatz: Während es für fair keine Entsprechung in unserer Muttersprache gibt, haben wir die Wörter „faul“ und „Zaum“ – der laut Oxford English Dictionary tatsächlich denselben Wortursprung hat wie „team“. Selbst wenn es manchen Superegos schwerfällt: In einem Team muss man sich wenigstens manchmal im Zaum halten!
Noch wichtiger ist es, die anderen zu verstehen, was mit englischsprachigen Colleagues ein wenig Training voraussetzt.
Deshalb habe ich ein paar Floskeln aus der englischen Fußball- und Sportsprache zusammengestellt, die Sie kennen sollten:
1. to know the score – Jeder sollte zu jeder Zeit wissen, was der Stand der Dinge ist – what’s the state of play? Gibt es Nachholbedarf, kann man sich auf den neuesten Stand bringen: If you don’t know the score, bring yourself up to date or ask someone for help.
2. to blow the whistle on someone – Was zu viel ist, ist zu viel! Wer andere im Auge hat, die gegen Regeln verstoßen oder illegal handeln, kann entweder weggucken oder muss handeln – im Englischen übrigens auch zugzwang genannt: I had to blow the whistle on the managing director because she cheated/stole money.
3. to show/be shown the read card – Manchmal ist die rote Karte erforderlich: She was shown the red card and had to leave.
4. to score an own goal – Immerhin ist das Eigentor eine Kunstform, die nicht jedem gelingt. Leider gibt es dafür nie ein Lob. Das passiert auch im Job immer wieder: I scored an own goal when I cancelled the contract without having the new one signed.
5. to watch from the sidelines – Sich herauszuhalten kann eine gute Taktik sein, aber langfristig ist es keine gute Strategie. Wer schon einmal in einem Stadion auf den Rängen oder gar auf einer Ersatz- oder Trainerbank saß, kennt das Gefühl, wenn das eigene Team spielt und man selbst tatenlos zuschauen muss. Im Arbeitsalltag kann es zum Problem werden: I have to get more actively involved in the project. I am watching it too much from the sidelines and I wonder if my boss is sidelining me.
6. to be on the ball – Das sagen wir auch im Deutschen: Starke Spieler sind oder bleiben „am Ball“. Außerhalb des Spielfelds gibt es dafür eine noch kürzere englische Beschreibung: Someone is on it! Beides bedeutet, sehr gut und zuverlässig zu sein. She is particularly on the ball/on it with her finances. He is on the ball/on it with his time management.
7. to keep one's eye on the ball/to take one's eye off the ball – Im sportlichen wie nicht-sportlichen Leben gilt die Regel: Machen Sie es, aber nicht zu viel: Behalten Sie den Ball gut im Auge, aber verlieren Sie nicht den Überblick über das Spiel! Am Ende kommt es immer auf den richtigen Mix an: Erstens: As the market is changing fast, we cannot afford to take our eyes off the ball/we must keep our eyes on the ball. In other words: We must focus! Zweitens: As the market is changing fast, we cannot keep our eyes on the ball all the time/we have to take our eyes off the ball from time to time. In other words: We must keep track of new developments, have a good look round and try out new things!
8. A game changer – ist eine Managementfloskel, wenn Entscheidungen gefällt werden oder Dinge passieren, die die Ausgangslage entscheidend verändern: Due to new tariffs our rival company went bankrupt, which was a game changer for us.
9. to take sides – Parteinahme nennen wir es: für ein Team, für einen Ansatz, für ein Konzept. Im Wettkampfsport ist das selbstverständlich. Im Büro ist es hingegen oft fragwürdig – aber manchmal nicht zu vermeiden: I don’t want to take sides against my boss, but this project will be lost if I remain neutral.
10. Der Klassiker: to move the goalposts – Man kennt es von Kindern und unreifen Erwachsenen: Sie ändern die Regeln zu ihren Gunsten und zu Ungunsten anderer – they change the rules and objectives of what the team is trying to do. Echte Klagen klingen dann so: It’s impossible to reach a goal because the management keeps moving the goalposts.
Unser Kolumnist ist u. a. Autor des Bestsellers „Hello in the Round! Der Trouble mit unserem Englisch und wie man ihn shootet“. Das Buch ist bei C.H. Beck erschienen.
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