Psychologischer Test: Arbeiten Sie schon zu viel?
Wie hoch ist Ihr Risiko, in die Arbeitssucht abzugleiten? Machen Sie den Test!
Foto: Getty Images, Marcel ReyleWer viel arbeitet, ist nicht automatisch süchtig nach Arbeit. Man könne durchaus mal ohne Probleme 70, 80 Stunden pro Woche arbeiten, sagt Ulrike Meißner, Professorin für nachhaltiges Personalmanagement und agile Führung. Das dürfe nur nicht zum Dauerzustand werden. Gefährlich wird's, wenn jemand die Kontrolle über sein Handeln verliert. Workaholics, sagt Meißner, gehe es „nicht mehr ums Ergebnis, sondern nur noch um den Akt des Arbeitens“.
Die Probleme fangen langsam an, erzählt Meißner, mit Kopfschmerzen, andauernder Müdigkeit, Magenschmerzen und Geschwüren. Und verschlimmert sich: „Nach dem Hörsturz bleibt der Tinnitus, dann kommt eine Herzerkrankung und irgendwann stirbt man an einem Herzinfarkt. Das ist ein klassischer Verlauf.“
Suchthaftes Arbeiten zeigt sich im Drang, arbeiten zu müssen, und durch einen hohen Zeitaufwand für die Arbeit. Doch es gibt Merkmale, an denen man arbeitssüchtige Kollegen erkennen kann, wie Meißner von der Hochschule Fresenius festgestellt hat. Workaholics sind nicht produktiver als andere. Im Gegenteil: „Arbeitssüchtige geben Aufgaben immer wieder wegen Kleinigkeiten zurück. Das verzögert Arbeitsprozesse und beeinflusst die Produktivität. Arbeitssüchtige können nicht delegieren.“ Sie überdenken laut Meißner ständig, was sie gerade tun, und haben nie das Gefühl, fertig zu sein. Unkonzentriertheiten, Stimmungsschwankungen und Fehler sind die Folge ihrer rastlosen Arbeitswut.
Fühlen Sie sich ertappt?
Der „Dutch Work Addictional Scale“, ein von niederländischen Forschern entwickelter Fragebogen, ermittelt, wie suchtgefährdet jemand ist. Dabei unterscheiden die Wissenschaftler zwischen exzessivem und zwanghaftem Arbeiten. Die Dimension des exzessiven Arbeitens hebt eher auf das Verhalten einer Person ab, beinhaltet etwa Fragen dazu, ob sie im Vergleich zu anderen Erwerbstätigen mehr arbeitet. „Die Dimension des zwanghaften Arbeitens misst hingegen den inneren Arbeitsantrieb und stellt somit die kognitive Komponente von suchthaftem Arbeiten dar“, schreiben die Autoren einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung von 2023.
Machen Sie jetzt den Selbsttest
Die ersten fünf Aussagen im Test beziehen sich auf den Exzess, die zweiten fünf auf den Zwang. In Deutschland arbeiten laut einer Erwerbstätigenbefragung von 2018 ein Drittel der Menschen exzessiv und zwei Prozent zwanghaft. Die Mischung aus beidem, suchthaft Arbeitende, trifft auf zehn Prozent der mehr als 8000 Befragten zu. Mehr als die Hälfte, 55 Prozent, gelten als „gelassen Arbeitende“.
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