Führungsqualität: Entdecke den Mungo in Dir!
Supervisor (Leiter/Aufseher)
Er übernimmt gerne Führungsverantwortung und erwartet von seinem Team, dass jeder Einzelne genauso ernsthaft und regelkonform arbeitet wie er selbst. Er führt streng und duldet keine Meinungen neben der seinen. In Leitungsfunktionen von hierarchisch strukturierten Unternehmen fühlt er sich besonders wohl.
Foto: APInspector (Prüfer)
Zuverlässig, ehrlich, traditionell – das beschreibt den Prüfer. Am liebsten arbeitet er mit Zahlen und Tabellen. In der Verwaltung oder der Qualitätskontrolle fühlt er sich zu Hause. Er erledigt seine Aufgaben gewissenhaft, für innovative Ideen ist er nicht gerade bekannt.
Foto: dpaProvider (Versorger)
Seine Mitmenschen sind ihm das Wichtigste. Er ist ein Kümmerer und deshalb besonders gut in sozialen Einrichtungen aufgehoben. Er geht offen auf andere Menschen zu und besitzt dabei eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen. Seine Sensibilität kann ihm aber auch im Weg stehen, da er selbst leicht verletzlich ist und Kritik nur schwierig erträgt.
Foto: dpaProtector (Beschützer)
Auch er ist ein Menschenfreund, will andere beraten und unterstützen. Allerdings ist er gegenüber Fremden wesentlich zurückhaltender als der Versorger. Bei der Arbeitsverteilung tut er sich schwer, Aufgaben zu delegieren und erledigt deshalb oftmals selbst, was andere nicht machen wollen. Eine Position mit Macht bleibt ihnen deshalb meist verwehrt. Sie fühlen sich insbesondere auf Stabs- oder Assistenzstellen wohl.
Foto: REUTERSPromoter (Antreiber)
Der Antreiber ist ein Mann beziehungsweise eine Frau der Tat. Packt er etwas an, folgen bald Ergebnisse. Er ist ein geschickter Kommunikator und Entertainer, der es schnell schafft, Menschen von seinen Konzepten zu überzeugen und für sich einzuspannen. Im Außendienst oder auch im Veränderungsmanagement ist der Promoter am besten aufgehoben.
Foto: REUTERSCrafter (Handwerker)
Er zeichnet sich dadurch aus, dass er Meister seines Werkzeugs ist. Sein Arbeitsgerät kann dabei alles Mögliche vom Lötkolben, über den Pinsel, bis hin zum Skalpell sein. Der Handwerker kann ohne Scheu auf Menschen zugehen, spannt sie aber nicht für eigene Zwecke ein. Er begeistert sich für komplexe technische Probleme und löst diese gerne im Team mit anderen. Seine Aufgaben liegen deshalb meist im technischen Bereich.
Foto: dapdPerformer (Unterhalter)
Der Unterhalter sieht die ganze Welt als riesige Bühne. Seine Ausstrahlung und seine Rhetorikkünste machen es ihm leicht, andere Menschen zu unterhalten. Er fühlt sich in Teams wohl, die er durch seine Art motivieren kann. Insbesondere Kreativbranchen passen zu ihm.
Foto: APComposer (Komponist)
Dieser Charakter ist ein Meister der Künste im eigentlichen Sinne. Ob Autor, Filmemacher oder Art Director – die Kreativen der Wirtschaft sind oftmals diesem Charaktertyp zuzuordnen. Als Führungspersönlichkeiten sind sie dickköpfig und wollen stets ihren Willen durchsetzen. Ein Künstler lässt sich eben nicht reinreden.
Foto: dpa/dpawebTeacher (Lehrer)
Sie sind stets auf der Suche nach dem Potential der anderen. Sie zu fördern und ihnen etwas beizubringen, ist seine Aufgabe. Er ist bei seinen Mitmenschen beliebt und auf ein harmonisches Miteinander bedacht. Leitende Positionen in Hochschulen oder der Weiterbildung von Unternehmen – zum Beispiel in der Managemententwicklung – passen zu ihm.
Foto: dpaCounselor (Berater)
Der Berater ist ein Teamplayer, der gerne Aufgaben mit anderen gemeinsam löst. Im Zweifelsfall kann er aber auch Entscheidungen treffen. Seine enorme Sensibilität für die Bedürfnisse und Gefühle seiner Mitmenschen, verschafft ihm oftmals einen Wissensvorsprung gegenüber anderen. Dieser Managementtyp ist aufgrund seines Einfühlungsvermögens für schwierige Projekte, bei denen es einerseits um Kooperation, aber andererseits auch um Entscheidungsstärke geht, eine gute Besetzung. Als Projektmanager fühlt er sich wohl. Fühlt er sich unfair behandelt, kann er schnell beleidigt reagieren.
Foto: dapdChampion (Gewinner)
Sie sind extrem extrovertiert, erzählen jedem von ihrer letzten Geschäftsreise und dem profitablen Vertragsabschluss. Haben die Gewinner eine Aufgabe zu erfüllen, setzen sie alles daran, diese möglichst einwandfrei zu erledigen. Entscheidungen können dabei schon mal emotional ausfallen. Gewinner sind dort gut aufgehoben, wo es um Authentizität geht. In der Unternehmenskommunikation können sie sich zum Beispiel gewinnbringend einsetzen.
Foto: dapdHealer (Träumer)
Sie gelten als introvertiert, scheu und harmoniebedürftig. Sie sind die klassischen Idealisten und opfern sich für Menschen und Ideen auf, von denen sie überzeugt sind. Sie fühlen sich oftmals als Außenseiter, der nirgends akzeptiert und verstanden wird. Ihr mangelndes Selbstbewusstsein führt dazu, dass sie Fehler immer zuerst bei sich suchen. Der Aufstieg in Top-Positionen bleibt ihnen dadurch verwehrt. Dennoch können sie wertvolle Mitarbeiter sein, die im Hintergrund fleißig und leider oft unbeachtet gute Projektarbeit leisten. Sie sollten bei der Auswahl des Arbeitgebers darauf achten, dass deren Unternehmenskultur dem eigenen Naturell nahe kommt.
Foto: dpaFieldmarshall (Feldmarshall)
Sie sind Organisationstalente, denen es liegt einen perfekten Zeitplan zu erstellen. Sie sind hervorragende Abteilungsleiter, weil sie nicht alles selbst in der Hand haben wollen, sondern gerne Aufgaben an ihre Mitarbeiter delegieren. Ist das Ziel erreicht, stellen sie ihre Ergebnisse zur Schau. Der Feldmarshall tendiert dazu, die Familie hinten anzustellen und gilt als Workaholic. Die Topmanagementebene ist seine Heimat.
Foto: REUTERSMastermind (Genie)
Sie wollen nicht direkt führen oder andere Menschen anleiten, sie halten sich im Hintergrund und übernehmen inhaltliche Verantwortung. Sie gelten als extrem zielstrebig. Gerät die Erfüllung der Aufgabe oder des Zeitplans in Gefahr, springen sie in die Presche und retten mit ihrer effizienten Arbeitsweise das Projekt. In solchen Fällen können sie radikal handeln, schlechte Ideen und unqualifizierte Mitarbeiter werden ausgesiebt. Sie sind Hardliner. Die anspruchsvolle Projektmitarbeit ist ihr Terrain.
Foto: REUTERSInventor (Erfinder)
Nichts liegt ihnen mehr als verzwickte Aufgaben und komplexe Projekte zu betreuen. Am liebsten kümmern sie sich selbst um die größten Problemfälle und geben nur ungern Arbeit an Mitarbeiter ab. Weil sie ständig Neues entdecken und das nächste Problem angehen wollen, kommen auch ihre Mitarbeiter nur selten zur Ruhe.
Foto: GemeinfreiArchitect (Architekt)
Noch stärker ist der Drang zur Veränderung bei den Architekten. Sie wollen ihr Arbeitsumfeld und ihre Aufgabenbereiche ständig neu erschaffen. Das heißt aber nicht, dass sie alle paar Monate den Job wechseln, sondern für neue Projekte extrem begeisterungsfähig sind.
Foto: APHaben Sie sich schon mit dem Führungsstil von Tieren auseinandergesetzt? Davon können Manager durchaus etwas lernen. Löwe und Gorilla - Typ starker Herrscher - sind allerdings keine idealen Vorbilder, wenn es darum geht, im Unternehmen zu kooperieren oder Konflikte auszutragen. Leithammel können auf Dauer den finanziellen Gewinn eines Unternehmens schmälern. Auf lange Sicht tun sie auch der Unternehmenskultur nicht gut.
Niemand mag den Beta-Wolf
"Ein Wolfsrudel zum Beispiel ist sehr interessant, weil es von einer Art Doppelspitze geführt wird. Der Leitwolf übernimmt den freundlichen, anerkennenden Part. Während sich der Beta-Wolf um die Disziplin kümmert und die Rudelmitglieder auf Linie bringt. Sowas macht unbeliebt", sagt Autor Matthias Nöllke. Er schreibt Bücher über Management und Kommunikation, aber auch über Managementbionik. Ein Beta-Männchen steigt übrigens sehr selten zum Leitwolf auf. Es hat schlicht zu wenig Rückhalt im Rudel.
Die Wölfe machen ein Verhalten vor, das sich gut auf Unternehmen übertragen lässt - und eine "kaum zu schlagende Kombination" für ein Unternehmen darstellt, wie Nöllke es nennt. Hinter dem beliebten Chef steht eine Nummer zwei, die für die unangenehmen Dinge zuständig ist - sich gleichzeitig aber durch absolute Loyalität für das Alpha-Tier auszeichnet, ebenso wie durch Genauigkeit, Fachwissen und Hartnäckigkeit.
Dafür eigenen sich allerdings nicht alle Menschen, denn es wird schon sehr deutlich, dass einer immer wieder zurückstecken muss und niemals an die Spitze aufsteigen kann - und das wollen nur wenige. Gleichzeitig gilt: Nummer zwei kann nicht immer als Blitzableiter fungieren, auch der Leitwolf muss zubeißen können.
Meerschweinchen beißen sich an die Spitze
Anders ist es beispielsweise bei Meerschweinchen, die keinem Kampf aus dem Weg gehen, um sich an die Spitze der Gruppe zu setzen. Das bedeutet aber auch: Meerschweinchen-Chefs können sich nicht lange halten. Ihre Amtszeit verkürzt sich mit jedem machtbewussten Tier in der Gruppe. Nicht selten stirbt der Gewinner dieser Revierkämpfe an einem stressbedingten Herzversagen - und die Kämpfe beginnen wieder von vorn.
Meerschweinchen haben es nicht leicht. Trotzdem können Führungskräfte sich von ihrem Verhalten etwas mitnehmen: Sie dürfen nicht konfliktscheu sein, vor allem nicht dann, wenn sie die Führungsrolle gerade erst übernommen haben. Denn Kollegen vom Typ Meerschweinchen, die einen ähnlich hohen oder höheren Machtanspruch haben, werden versuchen, den neuen Chef herauszufordern und vielleicht auch zu diskreditieren.
"Ein Unternehmen funktioniert nur schlecht, wenn die Führungskultur sehr kompetitiv ist", sagt Nöllke. Dann stehen die Machtinteressen einzelner Personen im Vordergrund. Es geht nicht mehr um das Wohl des Unternehmens. Die Mitarbeiter denken nur noch politisch und nicht sachorientiert. Dass das alles anders sein kann, zeigen im Tierreich etwa die Zwergmungos, die auf eine „konstruktive Führungskultur“ setzen.
Kleine Schlangentöter ohne Chef
Schon in indischen Fabeln tauchen die kleinen Tiere als Beschützer der Menschheit auf, denn obwohl sie so klein sind, können es die Mungos in einem Kampf sogar mit Kobras aufnehmen - und sind sie es, die am Ende gewinnen. Auch Dschungelbuch-Autor Rudyard Kipling schrieb einem Mungo besondere Tapferkeit zu.
Die Gruppe wird von einem fürsorglichen Alphaweibchen geführt und alle Gruppenmitglieder stehen füreinander ein, im Mittelpunkt steht die Konzentration auf die Aufgaben, die oft schon schwierig und wichtig genug sind. Rangkämpfe sind weitestgehend unbekannt. Während sie anderen gegenüber aggressiv auftreten, halten sie untereinander stets zusammen.
„Hätten die Mungos ein „Mission-Statement“ formuliert, “ schreibt Nöllke in seinem Buch, „so fänden sich darin zu Recht solche Sätze wie: „Wir wissen, dass wir unseren Erfolg vor allem unseren Mitarbeitern verdanken. Ohne das Engagement jedes einzelnen Zwergmungos wären wir nicht dort, wo wir heute sind. Um unsere Position auch in Zukunft zu behaupten und auszubauen, fördern und schützen wir unsere Mitarbeiter stärker als jede andere Tierart in der Steppe.“
Wie auch bei den Wölfen gibt es aber auch bei den Zwergmungos ein Tier, das sich um die Disziplin kümmert – und in der Hierarchie die Nummer zwei ist. Und noch eine Besonderheit: Obwohl der Posten des Wächters als einer der gefährlichsten bei den Mungos gilt, wird dieser Job immer wieder freiwillig übernommen, um auch hier füreinander einzustehen.
Es scheint eine zunächst ungewöhnliche Führungskultur sein, von denen aber auch Manager etwas lernen können. Denn die Organisation profitiert davon, wenn die Mitarbeiter die Hierarchie als fair empfinden und ihre Werte teilen. Die gemeinsame Aufgabe – der Erfolg des Unternehmens – rückt in den Vordergrund.
Nöllkes Rat: Es müssen nicht immer mehr Geld oder bessere Karriereaussichten sein, die Menschen zu „außerordentlichen Leistungen“ antreibt, sondern die Anerkennung. Dann versucht auch niemand mehr aus gekränktem Stolz oder Egoismus anderen- und damit dem Unternehmen - zu schaden.