Junge Bildungsverlierer Jeder achte junge Deutsche hat keine Ausbildung

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat die sogenannten Bildungsverlierer untersucht. Mit einem erschreckenden Ergebnis: In Deutschland haben 1,3 Millionen junge Menschen keinen Berufsabschluss.

Viele junge Deutsche haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Quelle: dpa

Jeder achte junge Deutsche hat keine Berufsausbildung abgeschlossen. Das betrifft 1,3 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) untersuchte im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), warum es in Deutschland immer noch so viele sogenannte „Bildungsverlierer“ gibt. Die Wissenschaftler konzentrierten sich in ihrer Analyse auf Personen zwischen 20 und 29 Jahren, die nach Beendigung ihrer Bildungslaufbahn keinen „berufsqualifizierenden Abschluss“ erreicht haben.

Das waren die häufigsten Ausbildungsberufe 2013

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass der Anteil der Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss mit 18,4 Prozent im Saarland am höchsten und in Thüringen mit nur 7,5 Prozent am niedrigsten ist. „Wir können einen starken Zusammenhang zwischen den Leistungen der Schüler und dem Anteil der Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss feststellen“, erklärt der Autor der Studie, Axel Plünnecke.

Der Anteil junger Erwachsener ohne Berufsausbildung habe in den vergangenen Jahren auch durch die Anstrengungen der Wirtschaft gesenkt werden können. Hierzu trugen Maßnahmen wie Einstiegsqualifizierungen und Nachqualifizierungsangebote bei. Teilqualifizierungen würden helfen, schrittweise eine qualifizierte Ausbildung zu erwerben.

Diese Ausbildungsberufe haben die höchsten Abbrecherquoten

Um Schülern die notwendige Ausbildungsreife bereits während der Schulzeit zu vermitteln, ist neben der Qualität des Bildungssystems weiterhin der familiäre Hintergrund ein bestimmender Faktor. Interessant dabei ist, dass sich die materielle Situation der Familien, gemessen an Faktoren wie „alleinerziehend“ oder „arbeitslos“, nicht signifikant auf die Ergebnisse der Kinder auswirken. Sehr wohl aber das Bildungskapital der Eltern, gemessen an Faktoren wie „vorhandene Bücher im Elternhaus“ oder „Bildungsabschluss der Eltern“.

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„Kurz gesagt: Der Bildungsabschluss der Eltern scheint für die Bildungswege der Kinder wichtiger zu sein als der Kontostand“, sagte Wolfgang Clement, Kuratoriumsvorsitzender der INSM Die Politik solle daher weiter mit Hochdruck daran arbeiten, die Quantität, vor allem aber die Qualität in der frühkindlichen Förderung voranzubringen.

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