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Komplexe vermeiden Warum wir auch mal was vermasseln sollten

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Nobody's perfect

Henriette Runge ist Mitorganisatorin bei den Fuck-Up-Nights und arbeitet im sonstigen Leben unter anderem im Musikmanagement. Sie bestätigt das deutsche Stigma beim Thema Scheitern und sagt: "Eine Fehlervermeidungskultur entsteht oft, wenn in einer Gesellschaft Unsicherheiten verpönt sind. Das scheint verbreitet zu sein in Kulturen, in denen das Individuum wichtiger ist als die Gesellschaft."

So kommen Sie entspannt durch den Job-Wahnsinn
Monopoly Quelle: dpa
Spielen im Büro Quelle: Fotolia
Ein Mann telefoniert Quelle: Copyright © Zsolt Nyulaszi. All rights reserved.
Menschen stehen zusammen in einer Gruppe
Eine Frau erklärt einer anderen Frau etwas Quelle: contrastwerkstatt - Fotolia
Ein Frau mit Smartphone am Strand Quelle: maybepix - Fotolia
Besprechungen beim Lunch Quelle: Fotolia

Runge hat sich schon viele Vorträge angehört, richtig bewegt wurde sie von der Rede von Jeanine Thorpe. Die einst als Wunderkind geltende Violinistin sah sich - als sie schließlich Konzertmeisterin wurde - mit so starken Panikattacken konfrontiert, dass sie nicht mehr weiterspielen konnte.

Umgang mit Minderwertigkeitskomplexen

Jörg Wittgen ist überzeugt: Ein solcher Komplex muss mit einer Therapie überwunden werden, denn er "kommt nicht plötzlich irgendwo her, sondern ist mit Prägungsmomenten aus der Kindheit verbunden." Er sagt, dass man Minderwertigkeitskomplexe bei Kollegen oder Angestellten am besten mit häufigem Lob und positivem Feedback begegnet. Allerdings ist das Loben eine Disziplin für sich - und nur wenige Chefs können das richtig gut: Es kommt vor allem darauf, dass Chefs den Mitarbeiter persönlich loben sollten - nicht über Dritte und nicht über E-Mail. Hinzukommt, dass das Lob kein Mittel zum Zweck sein sollte, sondern immer ehrlich und aufrichtig. Mitarbeiter spüren es, wenn Chefs nur loben, um dafür etwas herauszuschlagen. Führungskräfte sollten aber auch deutlich machen, wenn ihnen etwas missfällt.

In acht Schritten zum Burn-Out

Henriette Runge möchte das Scheitern vor allem gesellschaftlich enttabuisiert sehen. "Manager - und viele andere Menschen im Berufsleben - sollten Fehler viel stärker thematisieren und entstigmatisieren." Dabei geht es ihr nicht um eine endlose Fehlertoleranz sondern um eine bessere Fehlerkultur und einen gesünderen Umgang mit Misserfolgen. Das Scheitern sieht Runge als Teil des Lernprozesses, denn, so sagt sie: "Nobodyˋs perfect - und niemand muss es sein."

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