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Suche nach Mitarbeitern "Unternehmen müssen ihr Personal als Investment verstehen"

Den richtigen Mitarbeiter zu finden, ist für Unternehmen entscheidend. Welche Fehler ihnen dabei unterlaufen und warum manche Führungskräfte Bewerber vergraulen, erklärt Jörg Breiski von Kienbaum.

So gewinnen Unternehmen junge Talente
Mitarbeiter fertigen in einer Polsterei in Weidhausen (Bayern) Sitzmöbel. Quelle: dpa
ÜbernahmegarantieEine ähnliche geringe Attraktivität für junge Menschen dürften auf den ersten Blick auch scheinbar altmodische Branchen haben, die einen heftigen Strukturwandel hinter sich haben - beispielsweise die Porzellanbranche. Die Übernahmequote dort sei sehr hoch, wirbt Christoph René Holler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Keramische Industrie, um Nachwuchs. „Die Fachkräfte werden gebraucht. Es hat sich herumgesprochen, dass man in der Regel übernommen wird.“ Bislang gelinge es noch, die meisten Ausbildungsplätze zu besetzen, „aber es wird immer schwieriger“, räumt er ein. Deshalb habe man bei den Tarifabschlüssen den Nachwuchs besonders berücksichtigt. Eine Sprecherin des traditionsreichen Porzellanherstellers Rosenthal in Selb sagt: „Durch eine gute Zusammenarbeit mit Schulen und der Agentur für Arbeit gelingt es uns trotz des demografischen Wandels und seiner Auswirkungen in den meisten Fällen, gut geeignete Kandidaten zu finden.“ Alle zum 1. September angebotenen Lehrstellen habe man besetzen können. Quelle: AP
Model Clelia zeigt "Putzpantoffeln" des Herstellers Present Time Quelle: dpa/dpaweb
Segeltörn
Hochseilgarten Quelle: dpa
Innovation Challenge Quelle: Fotolia
Krimi Quelle: Fotolia

WirtschaftsWoche: Herr Breiski, welche Fehler machen Unternehmen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern?

Jörg Breiski: Das Problem beginnt bei vielen Unternehmen schon am Anfang der Suche. Sie fokussieren sich in ihrem Anforderungsprofil auf das Jetzt und Heute und lassen darüber außer Acht, welche Entwicklungen sich in den nächsten drei bis fünf Jahren vollziehen werden. Denen müssen die neuen Mitarbeiter dann auch gerecht werden können.
Außerdem übersehen Unternehmen häufig die Möglichkeit, Positionen auch intern zu besetzen. Dabei kann das die Mitarbeitermotivation und deren Bindung an die Firma erhöhen – auch wenn Unternehmen natürlich immer auch außerhalb nach neuen Mitarbeitern werden suchen müssen.

Stellen sich bestimmte Branche bei der Suche besser an als andere?

Jörg Breiski ist Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum Consultants International. Zudem ist er Standortleiter des Büros München. Quelle: PR

Nein, eher nicht. Ich denke, das kann man vor allem an der Kultur eines Unternehmens und den involvierten Führungskräften festmachen. Chefs, die in so einem Prozess eingebunden sind, sollten auch in der Lage sein, Kandidaten neben der fachlichen Seite auch emotional abzuholen und sie für ein Thema und das Unternehmen zu gewinnen.

Was würden Sie Unternehmen raten, um ihre Personalsuche besser zu gestalten?

Insgesamt sollten Unternehmen das ganze Thema Personalauswahl eher als ein Investment verstehen. Ich glaube, dann würden Unternehmen das ganze Thema sehr viel ernster nehmen, als es vielleicht in dem einen oder anderen Fall derzeit passiert. Sie tätigen ja nicht nur eine Investition in dem Sinne, dass sie Geld ausgeben, ein Unternehmen erwartet ja auch einen Return von einem neuen Mitarbeiter. Diese Herangehensweise eröffnet nochmal einen ganz anderen Blick auf das Thema.

So erhöhen Mittelständler ihre Attraktivität für Fachkräfte

Gibt es einen typischen Fehler, den viele bei der Bewerberauswahl machen?

Leider begegnen wir immer wieder dem Problem, dass zum Ende des Auswahlprozesses Entscheidungsträger hinzukommen, die neue Sichtweisen und Erwartungen formulieren. Die unterscheiden sich dann möglicherweise von denen, die zu Beginn der Suche abgesprochen wurden. Das kann den Prozess dann deutlich verlängern; im schlimmsten Fall muss die Suche von vorne begonnen werden.

So verkürzen Unternehmen die Dauer der Mitarbeitersuche

Wenn die Anforderungen definiert sind, steht der perfekten Personalauswahl aber nichts mehr im Weg, oder?

Bei meiner Arbeit begegnet mir häufiger das Problem, dass die Firmen eine Sache vergessen: Die Kandidaten können sehr wohl wählen, zu welchem Unternehmen sie gehen möchten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, schon früh im Prozess „Talentmagnete“ an den Tisch zu bringen: also Führungskräfte, die in der Lage sind, gute und potenzialreiche Kandidaten zu gewinnen. Leider machen wir häufig die Erfahrung, dass solche Führungskräfte am Tisch sitzen, die genau darin nicht gut sind. Das führt dann immer wieder dazu, dass Kandidaten sich zurückziehen.

Woran liegt es, dass die Unternehmen überhaupt diese Fehler machen?

Die Unternehmen sind häufig von der Hektik und Dynamik des Tagesgeschäfts bestimmt. Dann nehmen sie sich manchmal nicht die Zeit, einen solchen Prozess sauber aufzusetzen und durchzuführen.

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