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Coronakrise Der Notfallplan für Ihr Unternehmen

Mit den wirtschaftlichen Turbulenzen, die die Verbreitung des Corona-Virus auslöst, stehen Unternehmen vor vielen Fragen - etwa der, wie sie nun an Geld kommen. Quelle: dpa

Selbst erfahrene Führungskräfte stehen vor bislang ungekannten Herausforderungen. Diese sechs Punkte sollten Geschäftsführer und Führungskräfte jetzt beachten.

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Schulen dicht, eingeschränkter Nahverkehr, Quarantäne für heimgekehrte Urlauber. Die Nachrichtenlage zum Coronavirus ändert sich stündlich - und darauf müssen auch Unternehmen im Stundentakt reagieren. Selbst erfahrene Führungskräfte stehen damit vor bislang ungekannten Herausforderungen. 

Um diese schwierigen Zeiten zu meistern, hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater eine sechs Punkte umfassende Notfall-Checkliste erarbeitet, die Firmen zumindest eine Orientierung in der Krise geben soll. Das empfehlen die Experten:

1. Geld zusammenhalten

Seien Sie ehrlich zu sich selbst - vor allem was Ihre Finanzen angeht! Streichen Sie alle nicht unbedingt notwendigen Ausgaben! Dazu zählen auch geplante Investitionen. Versuchen Sie außerdem mit Lieferanten über längere Zahlungsfristen zu verhandeln. Lagerbestände sollten abgebaut werden, das spart zusätzliches Geld. Und stunden Sie Sozialbeiträge und Steuern - sprich: Schieben Sie deren Fälligkeit nach hinten, sofern das möglich ist!

2. Kunden ansprechen

Offene Kommunikation ist alles. Ihre Kunden erwarten jetzt, dass Sie auf sie zukommen, um mögliche Probleme zu besprechen! Nutzen Sie die Möglichkeit, Auftragsgrößen, Konditionen und Liefertermine nachzuverhandeln! Ebenfalls sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie Ihre Produkte beziehungsweise Dienstleistungen an die neue Lage anpassen! Ein Seminarveranstalter könnte zum Beispiel auf Web-Workshops umstellen.

3. Lieferketten überarbeiten

Analog zu den Kunden sollten Sie jetzt auch Ihre Lieferanten ansprechen, um auch dort die Konditionen nachzuverhandeln! Außerdem kann es ratsam sein, nach alternativen Partnern Ausschau zu halten. Wer mehrere Lieferanten hat, ist weniger krisenanfällig. 

4. Kapazitäten reduzieren

Viele Unternehmen - vor allem im Bereich der Konsumgüter - werden in den nächsten Wochen mit einem massivem Einbruch der Nachfrage zu kämpfen haben. Deshalb empfiehlt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater bereits heute Schichten zu reduzieren, gegebenenfalls auf eine Zwei- oder Drei-Tage-Woche umzustellen. In manchen Bereichen kann sogar die Abschaltung ganzer Fertigungslinien sinnvoll sein. Eine solche Reduktion der Kapazitäten ergibt auch deshalb Sinn, weil Unternehmen derzeit mit weniger Mitarbeitern rechnen müssen. Denn immer mehr Quarantänefälle sowie Mitarbeiter, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, dünnen die Belegschaft aus.

5. Personalplanung anpassen

Ermöglichen Sie weitestgehend Homeoffice und formulieren Sie dazu klare Regeln, um Ihre Mitarbeiter nicht zu verunsichern! Sollte Homeoffice für die komplette Mannschaft nicht funktionieren, bilden Sie Arbeitsgruppen, die sich gegenseitig vertreten und im Büro abwechseln können! Halten Sie Ihre Mitarbeiter an, Überstunden abzubauen! Verhandeln Sie gegebenenfalls die Regelungen zu Arbeitszeitkonten neu! Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern auch über die Möglichkeit von unbezahltem Urlaub und ziehen Sie Kurzarbeit in Betracht, sollte dies sinnvoll sein!

6. Kredite beantragen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Unternehmen nun an Kredite kommen: Sie können sich bei finanziellen Engpässen nach wie vor an Ihre Hausbank wenden. Doch auch staatliche Institutionen bieten über Corona-Fonds ihre Hilfe an. Eine weitere Option: offene Forderungen gegen Kunden an eine Bank übertragen. Dieses Modell nennt sich Factoring.

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