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Kienbaum-Change-Studie Unternehmen sind nicht bereit für Veränderungen

Für Unternehmen ist es immer wichtiger, schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Einer aktuelle Studie zufolge fällt genau das vielen Unternehmen aber schwer. Doch es gibt bestimmte Erfolgsfaktoren.

Die meisten Unternehmen sehen sich heutzutage veränderten Rahmenbedingungen gegenüber. Dynamische Märkte, Unsicherheiten und wenig Kontinuität stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Viele von ihnen scheitern an diesen Marktveränderungen, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Kienbaum ergeben hat.

Laut der „Change-Management“-Studie, bei der rund 200 Topmanager und Führungskräfte deutscher, österreichischer und Schweizer Unternehmen befragt wurden, sieht sich gerade einmal jedes sechste Unternehmen wirklich dazu bereit, schnell und flexibel beispielsweise auf veränderte Kundenbedürfnisse zu reagieren. Bei gut der Hälfte der Unternehmen klappt es einigermaßen, bei rund einem Drittel gar nicht.

Die drei häufigsten Fehler bei Veränderungen

Das Problem: Viele Unternehmen sind schlicht nicht agil genug. Das heißt, ihnen fehlt die Fähigkeit, schnell und gleichzeitig dauerhaft auf Veränderungen zu reagieren. „Agilität stellt besonders für jene Unternehmen eine überlebensnotwendige Fähigkeit dar, die es mit einem wettbewerbsintensiven Markt und mit sich schnell ändernden Kundenpräferenzen oder Kundenverhalten zu tun haben“, sagt Jens Bergstein, Autor der Studie und Berater bei Kienbaum.  Auch wenn die meisten Unternehmen es wichtig finden, agil, also flexibel und wandelbar zu sein, scheitert der Wunsch an der Realität. Die meisten Unternehmen sind nicht so agil, wie sie es gerne wären.

Auch in Bezug auf technologische Veränderungen hinken viele Unternehmen hinterher. Der Studie zufolge sehen sich 34 Prozent der Unternehmen nicht in der Lage, einen Wandel in technologischen Bereichen frühzeitig wahrzunehmen. Dementsprechend geben auch rund 37 Prozent der Befragten an, nicht schnell genug auf diesen Wandel reagieren zu können.

Was erfolgreiche Chefs täglich tun
1. Sie sind zugänglich Viele Führungskräfte wirken auf ihre Kollegen einschüchternd. Wer erfolgreich sein will, sorgt dafür, dass dem nicht so ist. Vielmehr sorgen sie dafür, dass in Meetings und Einzelgesprächen eine angenehme Gesprächsatmosphäre herrscht, in der sich auch die graue Maus im Büro traut, den Mund aufzumachen, um ihre Meinung zu sagen. Also: besser nicht zu sehr den Boss raushängen lassen, sondern lieber Sicherheit geben, dass Kritik nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht ist. Quelle: Fotolia
2. Sie treffen Entscheidungen Ja Mensch, denken sich jetzt vermutlich viele, mache ich auch – auf dem Weg zur Arbeit, am Rechner, in der Kantine. Erfolgreiche Chefs sind im Treffen von Entscheidungen wahre Experten. Dabei konzentrieren sie sich immer darauf, dass alle Entscheidungen, die getroffen werden, dazu führen, dass ein Prozess voranschreitet, etwas möglich wird, etwas am Ende herauskommt. Entscheidungen mit Folgen sozusagen. Quelle: Fotolia
3. Sie definieren ZieleErfolgreiche Führungskräfte sind hervorragende Kommunikatoren in eigener Sache. Und natürlich vor allem dann, wenn es ihnen etwas nützt. Also erzählen sie, wann immer es geht, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, welche Werte es vertritt, damit die Vision korrekt verinnerlicht ist und umgesetzt werden kann. Und jeder im Team immer wieder erinnert, wird, welche Aufgabe er in diesem System zu erfüllen hat. Quelle: Fotolia
4. Sie übernehmen VerantwortungErfolgreiche Führungskräfte halten ihren Mitarbeitern den Rücken frei. Sie boxen Entscheidungen durch, damit ihre Kollegen mit ihrer Arbeit weiterkommen und sich nicht im Kleinklein des strategischen Taktierens verlieren müssen. Sie schaffen ein Umfeld, in dem sie sich auf ihre Mitarbeiter und ihre Mitarbeiter sich auf sie verlassen können. Quelle: Fotolia
5. Sie sind BeispielfunktionKlingt wieder banal, aber auch über Banalitäten kann es sich lohnen, noch einmal nachzudenken. Nur wenige Führungskräfte sind dabei nämlich konsequent. Das fängt bei der Pünktlichkeit an und hört bei dem Verhalten in Meetings auf. Erfolgreiche Führungskräfte wissen, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen und decken intuitiv diejenigen auf, die nur auf einen klitzekleinen Fehler warten. Quelle: Fotolia
6. Sie geben FeedbackJeder Angestellte möchte, dass seine Führungskraft weiß, welchen großartigen Beitrag er jeden Tag für das Unternehmen leistet. Erfolgreiche Führungskräfte wissen daher, wie wichtig es ist, Feedback zu geben. Sie schenken auch einmal kleinen Details Aufmerksamkeit und legen Wert auf vertrauensvolle Beziehungen zu ihren Mitarbeitern. Quelle: Fotolia
7. Sie nutzen das Potenzial des Teams perfektErfolgreiche Führungskräfte wissen genau um die Talente in ihrem Team. Sie sind Experten darin, auch noch so versteckte Fähigkeiten ihrer Kollegen zu erkennen und heraus zu kitzeln. Wie auf dem Fußballfeld ist es nicht sonderlich sinnvoll, einen Stürmer als Verteidiger einzusetzen und umgekehrt. Erfolgreiche Führungskräfte erkennen das und setzen ihre Kollegen ihren Fähigkeiten entsprechend ein. Quelle: Fotolia

Ein Grund für die mangelnde Agilität: Viele Firmen orientieren sich immer noch zu sehr an Altbewährtem, so die Studie. Anstatt stetig neue Konzepte zu entwickeln und diese den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, ruhen sich viele Unternehmen lieber auf den Erfolgen der Vergangenheit aus und wünschen sich, dass alles so bleibt wie es einmal war.

Ein weiterer Grund ist, dass viele Veränderungsprojekte scheitern, weil Topmanager ihre Aufgaben für ein erfolgreiches Change Management nicht richtig erfüllen. Viele verstehen das Change Management als ein zeitlich begrenztes Projekt an und nicht als Kernaufgabe der Unternehmensführung. Doch Bergstein betont: „Veränderung ist zum Dauerprozess in Unternehmen und Organisationen geworden.“  Das heißt, Unternehmen brauchen einen permanenten und übergreifend organisierten Prozess, an dem alle Unternehmensbereiche mitarbeiten müssen, um nachhaltig bereit für Veränderungen  zu sein.

So gelingt der Umbau

Weitere Erfolgsfaktoren für ein agiles Unternehmen: Unternehmen müssen ausreichend Zeit und Ressourcen in neue Ideen stecken und möglichst alle Mitarbeiter in den Innovationsprozess miteinbeziehen. Auch hilft es, wenn Manager bereit sind Entscheidungen zügig zu treffen, statt sie immer wieder aufzuschieben. Im Notfall sollten sie außerdem verschiedene Was-wäre-wenn-Szenarien parat haben, um auf veränderte Rahmenbedingungen schnell reagieren zu können.

Moderne Kommunikationswege, wie etwa die sozialen Netzwerke im Internet, die innerhalb von Unternehmen eingesetzt werden, können ebenfalls zur Agilität beitragen, indem sie etwa die Kommunikationswege verkürzen und die Zusammenarbeit verbessern.

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