Bewerbung: So erstellen Sie den perfekten Lebenslauf
Eigentlich sollte der Lebenslauf ein einfacher Standard der Bewerbungsunterlagen sein. Doch auf der Karriereplattform LinkedIn ist es ein gern und heiß diskutiertes Thema. Immer wieder kochen Diskussionen auf, welche Dos and Don'ts es gibt.
Braucht der Lebenslauf immer ein Foto? Wie privat darf es werden? Und wie kreativ dürfen sich Bewerbende ausleben? Ein Überblick für den perfekten Lebenslauf.
Es ist egal, ob der Lebenslauf von einer künstlichen Intelligenz, einem Personaler oder einer Recruiterin gesichtet wird, zwei Grundsätze sollten Bewerbende immer beachten: Der Lebenslauf sollte gut strukturiert sein – und keine Rechtschreibfehler enthalten.
Karin Schambach, Gründerin und Geschäftsführerin von der Personalberatung Indigo Headhunters, fügt hinzu: „Ein Lebenslauf soll nicht nur den beruflichen Werdegang abbilden, sondern das gesamte Leben.“
Cluster für die Struktur
Immer wieder landen Lebensläufe auf ihrem Tisch, die unstrukturiert und zu lang sind. Am besten gehen Bewerbende beim Erstellen des Lebenslaufs in Clustern vor. Das heißt: Es gibt beispielsweise die Punkte Ausbildung, beruflicher Werdegang und Fähigkeiten. In den einzelnen Bereichen sollten die Bewerbenden dann die Stellen chronologisch sortieren. Die aktuelle Position steht dabei immer ganz oben.
Und was ist, wenn es mal ein Jahr ohne Job und Ausbildung gab? „Es ist enorm wichtig, dass der Lebenslauf keine Lücken aufweist. Gab es ein Gap Year, dann schreibe ich rein, was ich in dieser Zeit gemacht habe“, erläutert Schambach. Brüche in der Vita gehören nun mal dazu – egal ob Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder Sabbatical. Auch eine Auszeit gehöre in den Lebenslauf. Es sei auch nichts Negatives dabei, sagt die Expertin. „In einem Gap Year bekommen Bewerbende eine neue Perspektive. Das ist doch auch etwas Positives.“
Hobbys nur dann, wenn es sinnvoll ist
Und was ist mit Hobbys? Das ist abhängig davon, ob sie zu der ausgeschriebenen Position passen. Ein Beispiel: Bewirbt sich ein Hobby-Radfahrer auf eine Stelle bei einem Fahrradhersteller, dann kann es sinnvoll sein, das Hobby reinzuschreiben. Bewirbt er sich stattdessen auf eine Stelle als Bankkaufmann, dann sollte er sein Hobby rauslassen.
Zudem ist es von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, was sich die Personaler für einen Lebenslauf wünschen. Während im angelsächsischen Raum auf Curriculum Vitae gesetzt wird, die auf den Punkt geschrieben sind und kein Bild oder Geburtstag beinhalten, sieht es bei vielen deutschen Unternehmen anders aus. Sie setzen eher auf den Klassiker.
Auch wenn es keine Pflicht mehr zu den Bildern im Lebenslauf gibt, empfinden viele mittelständische Unternehmen es als angebracht. „Nicht nur das Anschreiben muss auf das Unternehmen angepasst werden, sondern auch der Lebenslauf“, rät Recruiterin Schambach.
Weniger ist mehr
Und wie lang darf der Lebenslauf sein? Eine Seite, so wie es viele heute handhaben? „Diese Regel verstehe ich im digitalen Zeitalter nicht mehr. Je mehr Berufserfahrung dazukommt, desto schwieriger wird es, alles auf eine Seite zu schreiben“, sagt Expertin Schambach.
Bei Berufsanfängern reicht daher oft eine Seite. Bei einem erfahrenen Bewerber dürfen es auch mal zwei sein. „Bei sechs bis acht Seiten Lebenslauf müsste definitiv gekürzt werden“, so Schambach.
Der Nebenjob im Einzelhandel? Nicht relevant, wenn es nicht zur Position passt. Der Besuch der Grundschule? Unwichtig. Die Leistungskurse im Abitur? Ebenfalls uninteressant.
„Bewerbende sollten sich immer die Frage stellen: Wie kann der Personaler am schnellsten erfassen, was ich tatsächlich gemacht habe?“, fasst die Recruiterin zusammen. Deshalb ist es wichtig, dass Aufgaben und Ziele in den einzelnen Positionen in Stichpunkten konkret angegeben werden. Führungskräfte sollten zudem auch die Teamgröße und die Berichtslinien angeben.
Auf Grafiken, um beispielsweise Fähigkeitsniveaus aufzuzeigen, oder ausgefallene Designs sollten Bewerbende hingegen verzichten. Dazu sagt die Recruiterin: „Der Lebenslauf ist ein analytisches und faktenorientiertes Dokument – kein Kunstwerk.“
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