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Interview mit den Bond-Produzenten007 ist zu cool für 3D

Die Produzenten der James-Bond-Filme, Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, haben die Figur 007 mit Daniel Craig härter und glaubwürdiger gestaltet. Nur zwei Gründe, warum es niemals einen 3D-Bond geben kann.Rüdiger Sturm 28.10.2012 - 06:00 Uhr

Die Bond-Chefs - Barbara Broccoli und Michael G. Wilson

Foto: REUTERS

WirtschaftsWoche: Frau Broccoli, Herr Wilson, Sie haben unlängst das 50-jährige Bond-Jubiläum gefeiert. Doch in der Geschichte, der Filme gab es immer wieder Zwangspausen – unter anderem von 1989 bis 1995, als Sie einen neuen 007 finden mussten. Haben Sie je befürchtet, dass das Unternehmen Bond ein Ende hat?

Barbara Broccoli: Nein. Solange unsere Familie und unsere Firma Eon Productions die Filme produzieren wollen, so lange wird es sie geben. Es gibt natürlich externe Faktoren, die Probleme und Verzögerungen mit sich bringen – wie zuletzt der Konkurs des Studios Metro-Goldwyn-Mayer, das die zweite Hälfte der Rechte kontrolliert. Aber unsere einzige Sorge ist es: Will das Publikum einen neuen Bond sehen? Doch bis jetzt war diese unbegründet. Die Leute lieben die Figur, haben eine positive Erwartungshaltung. Unsere Aufgabe besteht also darin, Filme zu drehen, die einem hohen Standard entsprechen. Solange das der Fall ist, werden sie ihr Publikum finden.

Alles ist also eine Frage der Qualitätskontrolle?

Michel G. Wilson: Qualitätskontrolle klingt so nach Fließbandproduktion.

Wie würden Sie es ausdrücken?

Wilson: Es ist ganz wichtig, die richtigen kreativen Mitstreiter zusammenzubringen. Noch bevor wir einen Regisseur anheuern, arbeiten wir mit Autoren am Drehbuch – das kann locker eineinhalb Jahre dauern. In dieser Phase klinken wir uns ganz besonders ein, und wir spielen alle möglichen Ideen durch, bis wir endlich eine erste Skriptfassung haben.

Ein guter Agent muss was aus sich machen, auch optisch. Bonds Anzüge sitzen tadellos und stammen von der Londoner Sevile Row. Das ist die Einkaufsstraße, wo die besten Schneider und Herrenausstatter der Welt sitzen sollen. Ein Anzug reicht im Leben eines Bonds natürlich nicht aus. Für 10 Sevile-Row-Anzüge müssten Steuerzahler insgesamt 24.820 Euro bezahlen.

Foto: dapd

Zeit ist Geld, besonders, wenn sie von der Omega Seamaster-Uhr abgelesen wird. Daniel Craig benutzte die Titan-Uhr in "Ein Quantum Trost", im neuen Streifen "Skyfall" soll sie ebenfalls auftauchen. Kosten: 4.901 Euro.

Foto: dapd

Auch Kleinigkeiten zählen: Ein Paar Manschettenknöpfe des Herrenausstatters Dupont kosten den Steuerzahler 745 Euro.

Foto: dpa

Damit die Augen Bonds vor Sonneneinstrahlung geschützt werden, müsste der Staat für den passenden Sichtschutz sorgen. Das Film-Modell des italienischen Luxuslabels Persol kostet 558 Euro.

Foto: dpa

Ein wichtiger Kostenposten für den Fiskus würden die zahlreichen Autos Bonds werden, hielte sich Bond an die Vorlieben seines Filmvorbilds. Müsste der Bond heute in einen Aston-Martin steigen von 1964 steigen, würde es den Steuerzahler 465.340 Euro kosten.

Foto: REUTERS

Etwas günstiger würde der Agent mit einem neueren Aston-Modell fahren. Ein neuer Aston ist Martin DBS 279.205 Euro wert.

Foto: dapd

Die Waffe James Bonds - eine Walther PPS-Pistole - ist im Vergleich zur übrigen Bondausstattung mit 683 Euro gar nicht so teuer.

Foto: dpa

Etwas mehr kostet den Staat die passende Munition: 3.102 Euro.

Foto: dapd

Auch James Bond möchte telefonieren - die Kosten für sein Smartphone (das iPhone kann natürlich einiges mehr als das handelsübliche Modell) schätzt die WirtschaftsWoche auf 3.102 Euro.

Foto: dpa

Zum Transport seiner Geräte benutzt James Bond einen Koffer des US-Herstellers Halliburton. Unter den Filmhelden ist er nicht allein mit seiner Vorliebe für robuste Gepäckstücke aus Aluminium. Auch die Filmhelden der Action-Streifen "Mission Impossible", "Independence Day" und "Air Force One" benutzten Halliburton-Koffer. Preis: 1.861 Euro.

Foto: dpa

Auch Bond-Sein muss man lernen: Für die Ausbildung James Bonds müsste der Staat 1.054.770 Euro ausgeben. Bezahlt würden seine Ausbildung in Kampfkunst, Sprachen, Fahrtraining, Pilotenausbildung, Umgang mit Waffen, Spionage sowie diverse Schießübungen.

Foto: dpa

Doch die Kosten Autos, Anzüge und die Ausbildung Bonds erscheinen niedrig im Vergleich zum Preis, den der Staat für die Gebäudeschäden zahlen müsste, welche sein Agent verursacht. In Filmen brechen nach den stürmischen Verfolgungsjagten Bonds ganze Gebäudekomplexe zusammen, so zum Beispiel in "Casino Royale", wo ein ganzes Haus unter Wasser versinkt. Würde James Bonds Abenteuer in der Realität genauso spektakulär ausfallen, müsste der Staat 1.737.270 Euro auf die Spesenrechnung des Agenten setzten.

Foto: dpa

Bei so viel Zerstörung bräuchte 007 guten Rechtsschutz: Bonds Anwaltskosten würden etwa 682.501 Euro ausmachen.

Foto: CLARK/obs

Bonds Gehalt dagegen ist nicht ganz so hoch, wie das seiner Anwälte. 124.091 Euro fixes Jahreseinkommen müssten die Steuerzahler für die Dienste des Geheimagenten aufbringen.

Foto: dpa

Die Nächte während seiner Dienstreisen verbringt James Bond in Hotels. Wenn 007 nichts Geringeres als Fünf-Sterne-Suiten für sich beansprucht, kosten seine Übernachtungen den Steuerzahler pro Einsatz 31.023 Euro.

Foto: REUTERS

Nicht zu vergessen sind Bonds Trinkgewohnheiten: Martini ist dabei noch die günstigere Variante. Etwa 931 Euro dürften etliche Martini auf der Spesenrechnung ausmachen, die Bond im Dienst trinkt.

Foto: dpa

Champagner, zu dem der Agent ebenfalls ab und an Mal greift, kostet mit 3723 Euro etwas mehr. Die Gesamtkosten lägen für 007 bei 4.418.626 Millionen Euro.

Foto: dpa

Gibt es Strategien für die Geschichten, die Sie entwickeln lassen?

Broccoli: Die Autoren und wir gehen von zwei Grundfragen aus. Die eine lautet: Welche Themen bewegen derzeit die Menschen? Was sorgt für Ängste? Und die zweite ist: Welche emotionale Entwicklung macht Bond durch? Als wir „Casino Royale“ produzierten, war zum Beispiel das Thema Terrorismus besonders akut, und so jagte Bond bei uns die Finanziers von Terroristen. Sinnigerweise hatte Ian Fleming die Idee schon 1952, als er die Romanvorlage schrieb.

Wilson: Wenn wir Inspiration suchen, dann greifen wir eben immer auf die Romane Flemings zurück. Das sagen wir auch unseren Autoren.

In den letzten Jahren arbeiten Sie zunehmend mit Autoren und Filmemachern, die einen Oscar haben. Darunter Paul Haggis („Crash“) und jetzt „American Beauty“-Regisseur Sam Mendes. Soll Bond jetzt Kultur werden?

Broccoli: Wir suchen einfach nach guten Mitstreitern, das heißt, nach Geschichtenerzählern, die mit den Größendimensionen dieser Produktion genauso fertig werden wie mit der dramaturgischen Aufbereitung der Geschichte. Die Tatsache, dass diese Filmemacher Preise erhielten, bestätigt einfach nur ihren Rang. Aber wir sagen nicht: „Wir brauchen Oscar-Gewinner.“ Auch die Regisseure der früheren Filme, zum Beispiel Terrence Young oder Lewis Gilbert, die Bond-Klassiker wie „Liebesgrüße aus Moskau“ beziehungsweise „Der Spion der mich liebte“ schufen, hatten Format.

Ein Sam Mendes ist aber doch ein anderes Kaliber.

Broccoli: Natürlich waren wir mit ihm sehr glücklich. Zumal er auch mit Roger Deakins einen der besten Kameramänner der Branche mitbrachte. Wobei wir uns ursprünglich nicht vorstellen konnten, dass er sich dafür begeistern würde. Es war Daniel Craig, der ihn ansprach, und es stellte sich heraus, dass er ein riesiger Fan war. Deakins war wie ein Zwölfjähriger. Bond macht offenbar alle Männer zu Kindern. Und das bringt mich zu einem weiteren wichtigen Punkt: Ganz entscheidend für die Qualität eines Bond-Films sind die Leidenschaft und das Engagement des gesamten Teams. Jeder strebt nach Perfektion – vom Requisiteur bis zum Effektspezialisten, denn jeder weiß, dass das Resultat seiner Arbeit für immer Bestand haben wird. Daher versuchen wir, den nächsten Film besser zu machen als die vorherigen.

Das sagt jeder. Was tun Sie dafür?

Broccoli: Eine Voraussetzung dafür ist, dass wir Risiken eingehen. Unser Vater hat uns etliche Ratschläge gegeben, aber der wichtigste war: „Ihr müsst mutig sein und Risiken eingehen. Das wird nicht immer funktionieren, ihr werdet Fehler machen. Aber das Entscheidende ist, dass ihr diejenigen seid, die sie machen, und niemand anders.“ Und das ist einer der Gründe, weshalb die Serie so lange gehalten hat. Wir haben uns nicht davor gefürchtet, riskante Entscheidungen zu treffen. Wenn wir uns zu stark an eine bestimmte Formel geklammert hätten, hätten sich die Bond-Filme nicht weiterentwickeln können.

Daniel Craig als James Bond im Kinofilms "James Bond 007 - Skyfall" - Der Film kommt am 01.11.2012 in die deutschen Kinos

Foto: dpa

Bei den Regisseuren setzten Sie allerdings bislang nicht auf die großen Individualisten. Ein Quentin Tarantino hat öffentlich beklagt, dass er keinen Bond-Film drehen durfte.

Wilson: Er hat nie mit uns direkt gesprochen. Ich halte ihn auf jeden Fall für einen großartigen Filmemacher. Ob er für uns der geeignete Kandidat ist und auch zur Verfügung steht, wenn wir ihn brauchen würden, das kann ich nicht beurteilen. In jedem Fall heuern wir nur jemand an, der die Bond-Tradition würdigt. Aber wir haben jetzt mit Sam Mendes einen fantastischen Regisseur für „Skyfall“, und er ist der einzige Regisseur, über den ich jetzt sprechen kann.

Welche Risiken sind Sie denn eingegangen?

Broccoli: Dass wir eine Frau zu Bonds Chefin machten. Das war die Idee von Bruce Feirstein, dem Autor von „GoldenEye“, der sie Regisseur Martin Campbell vorschlug. Beide waren sich sehr unsicher, ob wir das mögen würden, aber wir hatten nur eine Bedingung: dass die richtige Schauspielerin dafür besetzt würde. Wir wollten keine Karikatur, keine Megäre. Die Casterin Debbie McWilliams brachte dann ihrerseits Judi Dench ins Spiel, und sofort war klar, dass das die ideale Besetzung war. Durch ihre Beteiligung wurde aus dem Verhältnis zwischen Bond und seiner Vorgesetzten eine sehr komplexe, vielschichtige Beziehung.

James Bond trifft immer beim ersten Schuss, hat niemals Angst und auch bei den Frauen ein Händchen. 007 ist ein regelrechter Übermensch, mit einem Auto voller Raffinessen. Anbei ein Überblick über das, was sein Auto alles kann.

Foto: dapd

In "Goldfinger" wird James Bond von mehreren Autos verfolgt. Um die Chinesen abzuhängen, drückt der britische Geheimagent im Auftrag seiner Majestät auf einen Knopf und lässt Nebel entstehen. Die Verfolger sehen nichts mehr und kommen von der Straße ab. Das berühmteste Bond-Auto Aston Martin DB5 wurde erstmals in diesem Film eingesetzt und war mit diversen Extras ausgestattet.

Foto: Screenshot von Youtube.com

Per Knopfdruck kann 007 mit diesem Auto außerdem Kanonen, Öl und Nägel abgeben, um seine Verfolger abzuschütteln.

Foto: Screenshot von Youtube.com

Hinter der Öllampe des silbernen Aston Martin DB 5 von 1964 befinden sich Maschinengewehre, die in zwei Bond-Filmen zum Einsatz kamen: "Goldfinger " und "Thunderball". Gefahren hat ihn damals der James Bond-Darsteller Sean Connery.

Foto: dpa

Der Raktenantrieb sorgt für extra Schubkraft und damit für ein besonders hohes Tempo.

Foto: Screenshot von Youtube.com

Der silberne Aston Martin DB5 kann außerdem Eisenstangen aus den Felgen heraus fahren, um andere Fahrzeuge abzudrängen. Außerdem lässt sich das Nummernschild binnen Sekunden verändern.

Foto: dpa

Der "Vanquish" des britischen Autoherstellers Aston Martin kam in dem Film "Stirb an einem anderen Tag" zum Einsatz. Dort wurde er allerdings zum "Vanish", also zum unsichtbaren Auto.

Foto: REUTERS

Der weiße Lotus Esprit wurde bekannt, weil es unter Wasser fahren konnte. Was Roger Moore und Beifahrerin Barbara Bach in "Der Spion, der mich liebte" vormachen, war trickreich, denn die beiden kämpften bei den Dreharbeiten in einem Londoner Wasserbassin. Der Sportwagen wurde zu einem der größten Erfolge für den englischen Autobauer. Als Autovisionär Frank Rinderknecht im Jahr 2008 ein tauchfähigen umgebauten Lotus Elise auf dem Genfer Autosalon vorstellte, war ihm die Aufmerksamkeit sicher.

Foto: dapd

Und nicht nur, dass der Lotus Esprit unter Wasser fantastisch beschleunigte, er konnte auch Raketen aus der Tiefe abschießen. In "Der Spion, der mich liebte" schießt James Bond so die Männer ab, die ihn mit einem Helikopter verfolgen.

Foto: Screenshot von Youtube.com

Welche neuen Ideen für einen Bond-Film haben denn nicht funktioniert?

Wilson: Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich alle schlechten Dinge vergesse. Barbara muss mich dann daran erinnern. Aber ich habe natürlich auch schlaflose Nächte, wenn wir an einem Problem knabbern.

Sie haben offensichtliche Kurswechsel in der Serie vorgenommen. Das war Absicht?

Wilson: Natürlich. Das Problem, wenn du dich immer zu übertreffen versuchst, ist, dass du die Filme immer größer machst. Das ist uns speziell bei den Roger-Moore-Filmen passiert, wo wir mit „Moonraker“ im Weltall landeten. Wir begriffen, dass wir wieder mehr Realismus brauchten. Und nach „Stirb an einem anderen Tag“ mit Pierce Brosnan wies Barbara zu Recht darauf hin, dass die Filme wiederum zu fantastisch geworden waren. Daher machten wir als Nächstes „Casino Royale“, der sich stärker mit Bonds persönlichen Problemen beschäftigte.

In der Liste der teuersten Filme aller Zeiten belegt Avatar den sechsten Platz - mit seinen 237 Millionen US-Dollar an Kosten. Umso mehr dürfte es Fox sich über den Kinokassenerfolg gefreut haben: "Avatar - Aufbruch nach Pandora" nahm an einem Wochenende die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde (698 Millionen Euro). Bereits zweieinhalb Wochen nach seinem Kinostart spielte das Science-fiction-Opus von US-Regisseur James Cameron ("Titanic") allein in Nordamerika 352,1 Millionen Dollar ein.

Foto: AP

Mit "Titanic" feierte Cameron im Jahr 1997 seinen größten Erfolg: Vor allem weibliche Fans brachen weltweit in Tränen aus, als Hauptdarsteller Leonardo di Caprio im eiskalten Meer versank. Weltweit spielte der Film rund 1,84 Milliarden Doller ein - die Produktionskosten von 200 Millionen Dollar wirken dagegen geradezu gering.

Foto: 20th Century Fox

Mit dem finanziellen Erfolg des Blockbusters "Titanic" kann der Klassiker "Terminator 2" nicht mithalten. Immerhin spielte der Actionfilm bereits am ersten Wochenende rund 32 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt zahlten Fans von "Terminator 2" auf der ganzen Welt rund 520 Millionen Dollar für Kinokarten, Poster und andere Merchandise-Artikel. Die Produktionskosten summierten sich auf rund 120 Millionen, etwa halb so viel wie die Produktionskosten von "Titanic".

Foto: dpa

Auch der Vorgängerfilm aus dem Jahr 1984 wurde für Cameron zum Erfolg. Mit "Terminator" erwirtschaftete der damals noch recht junge Regisseur einen weltweiten Umsatz von rund 80 Millionen Dollar - ein hoher Betrag im Vergleich zum recht bescheidenen Budget von 6,4 Millionen Dollar. Auch heute gilt "Terminator" noch als Kultfilm; die Hauptrolle als schießwütiger Cyborg verhalf Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger zum Durchbruch.

Foto: 20th Century Fox

Schauspielerinnen Sigourney Weaver und Carrie Henn auf der Flucht vor mörderischen, schleimtriefenden "Aliens". Eine ganze Generation gruselte sich in den Kinosesseln; vor allem das Design der fiesen Außerirdischen wurde zur Legende. Weltweit spielte der Film rund 130 Millionen Dollar ein - bei „nur“19 Millionen Produktionskosten. In den USA war "Aliens" besonders erfolgreich: Dort zahlten Filmfans rund 85 Millionen Dollar für Kinokarten und Merchandise.

Foto: 20th Century Fox

Zu den älteren Filmen von James Cameron zählt "The Abyss": Der Streifen kam 1989 in die Kinos und spielte auf der ganzen Welt rund 90 Millionen Dollar ein, die Produktionskosten lagen bei 48 Millionen Dollar. Allein am ersten Wochenende zahlten Zuschauer rund 9,3 Millionen Dollar. Der Unterwasser-Thriller erhielt einen Oscar für die besten Spezialeffekte. Das Bild zeigt die Hauptdarsteller Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio.

Foto: 20th Century Fox

„The Dark Knight Rises“ (2012) hatte ein Budget von rund 250 Millionen Dollar. Bei den Batmann-Filmen wird generell nicht an den Produktionskosten gespart: „Batman Begins" hatte bereits ein horrendes Budget von rund 150 Millionen US-Dollar.

Foto: dapd

Es scheint als hätte James Cameron ein Händchen für erfolgreiche Filme. Und geht dabei sparsam vor. Andere Erfolgsfilme gingen deutlich weniger ökonomisch mit dem Geld der Investoren um. Teurer als "Avatar" und damit auf Platz fünf der teuersten Filme aller Zeiten platzierten sich die beiden letzten Teile der Harry-Potter-Reihe. Für „Die Heiligtümer des Todes“ und „Der Halbblutprinz“ zahlte Warner Bros. 250 Millionen US-Dollar. Doch bereits nach acht Tagen hatte das Finale des kleinen Zauberlehrlings die Kosten wieder eingespielt.

Foto: rtr

Platz 3 für Teil 3: Schauspieler Tobey Maguire verlieh dem Comic-Helden "Spider-Man" so viel Einfühlungsvermögen und Verletzlichkeit, dass der Actionfilm auch in der Damenwelt gut ankam. Unter der Regie von Sam Raimi war der dritte und letzte Teil der erfolgreichste Spider-Man-Film und spielte weltweit über 890 Millionen Dollar ein. Die Kosten für die Produktion beliefen sich dafür auch auf über 258 Millionen Dollar.

Foto: rtr

Disney knüpfte mit „Rapunzel - Neu verföhnt“ an die alte Märchen-Tradition an und scheute dabei keine Kosten. Mit rund 260 Millionen Dollar liegt der Animationsfilm auf Platz 2 der teuersten Filme aller Zeiten. Dem gegenüber steht ein weltweites Einspielergebnis von rund 570 Millionen US-Dollar.

Foto: dapd

Hollywood-Star Johnny Depp in der Rolle des Captain Jack Sparrow in der vierteiligen „Fluch der Karibik“-Reihe. Das Piratenepos von Produzent Jerry Bruckheimer schrieb Hollywoodgeschichte: Der dritte Teil „Am Ende der Welt“ ist mit einem Filmbudget von 300 Millionen US-Dollar der teuerste Film aller Zeiten. Eingespielt hat er immerhin rund 960 Millionen Dollar. Foto: Disney Enterprises/Peter Mountain

Foto: dpa

Ihre Budgets steigen dennoch wieder. Der letzte Bond, „Ein Quantum Trost“, kostete die Rekordsumme von 200 Millionen US-Dollar.

Broccoli: Das kommt davon, wenn du bestimmte Standards einhalten willst. Und die Preise steigen nun mal grundsätzlich. Die Frage ist weniger, wie viel ein Film kostet, sondern, ob dieses Geld auch auf der Leinwand zu sehen ist. Unser Vater sagte immer: „Es kommt darauf an, wie ihr es ausgebt.“ Natürlich ist dieser Spagat, die bestmöglichen Filme mit einem vernünftigen Budget zu machen, nicht einfach. Es wird zugegebenermaßen immer schwieriger.

Wie schwierig ist es, von Ihren Studiopartnern das grüne Licht für diese Budgets zu bekommen?

Broccoli lacht in sich hinein.

Wilson: Wir müssen eben vorsichtig vorgehen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Sie holen überdies aggressiv Sponsoren an Bord.

Broccoli: Aber das geschieht sehr organisch. Bond-Schöpfer Ian Fleming schilderte in seinen Büchern detailliert die Dinge in der Welt von 007 – die Drinks, die Autos, die Uhrmarken. Bond genießt das Leben, weil er jede Sekunde tot sein könnte. Und das haben wir in die Filme übertragen: Er fährt Aston Martin, er trinkt Bollinger Champagner und Wodka Martini...

Tauscht er Letzteren im neuen Film nicht gegen Heineken Bier?

Broccoli: Bond trinkt seit 15 Jahren Heineken – so lange arbeiten wir mit der Firma zusammen. Aber irgendwie hat sich in der Presse die Ansicht verbreitet, dass er dafür seinen angestammten Wodka Martini aufgeben würde. Und das ist nicht der Fall. Das Einzige, was er inzwischen bleiben lässt, ist das Rauchen. Und das ist gut so.

Eine Methode, um die Einnahmenseite anzukurbeln, wäre es, in 3D zu drehen. Haben Sie das schon erwogen?

Wilson: 3-D funktioniert sehr gut für Fantasy und Science-Fiction, und ich sehe so etwas gern im Kino. Doch unsere Filme haben auch Elemente von Drama, Thriller und Krimi. Wir mögen es, nah an die Charaktere heranzugehen und schnell zu schneiden. Das funktioniert in 3D nicht so gut. Die Zuschauer würden davon nur Kopfschmerzen bekommen.

In den letzten Jahren gibt es immer mehr Konkurrenz durch andere Agentenfilme wie zum Beispiel die „Bourne“-Serie. Auch „Mission Impossible“ ist wieder zurückgekehrt. Haben Sie Angst, dass diese Konkurrenz Ihnen das Wasser abgräbt?

Broccoli: Diese Art von Wettbewerb ist positiv. Es ist wichtig, dass die Leute ins Kino gehen und gute Filme sehen, denn dann wollen sie mehr davon. Ich bin froh, dass es diese anderen Produktionen gibt.

Wilson: Wobei sich Bond mit diesen anderen Agentenfilmen nicht vergleichen lässt. Er ist ein anderer Charakter.

Sehen Sie denn irgendwelche Gefahren für die Serie?

Wilson: Bond ist ein Familienbetrieb. In unserer Firma arbeiten teilweise schon die Enkel unserer ersten Mitarbeiter. Die Vorteile dessen sind offensichtlich. Aber es gibt eben auch die Gefahr, dass die Leute selbstzufrieden werden und so ihre kreative Energie verlieren.

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