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Von Nordsee bis Mittelmeer Kurzurlaub bringt genauso viel Erholung wie lange Reise

Drei Wochen Sommerurlaub in Spanien oder eine kurze Auszeit an der Nordsee - was bringt mehr Erholung? Immer mehr Deutsche entscheiden sich für den Kurztrip. Der soll genauso wirksam gegen Bürostress sein, wie ein Urlaubsmarathon.

10 Tipps für einen erholsamen Urlaub
Eine Angestellte spricht mit ihrer Vorgesetzten Quelle: Fotolia.com
Die Leuchtreklame eines Hotels Quelle: Fotolia.com
Ein Haus mit Blick aufs Meer Quelle: Fotolia.com
Ein Mann sitzt mit seinem Laptop am Strand Quelle: Fotolia.com
Ein Kalender liegt auf einem Schreibtisch Quelle: Fotolia.com
Ein Frau sitz am Strand und entspannt Quelle: Fotolia.com
Ein Koffer ist auf das Dach eines Autos geschnallt Quelle: Fotolia.com

Lange Urlaube an der spanischen Küste gehören immer öfter der Vergangenheit an. Das beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt das eigene Land. 2013 verbrachten erneut fast zwei von fünf Bürgern ihren Urlaub zwischen Nord- und Süddeutschland. Dabei zeigt sich: Wer in Deutschland Urlaub macht, der neigt eher zum Kurztrip, als Wochen am Stück die Ruhe zu genießen. Das hat die Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer kürzlich veröffentlichten Reiseanalyse feststellte. Ein Drittel der Befragten setzt mittlerweile auf kürzere Trips, vor 15 Jahren waren es erst Fünftel. Aber bringen kurze Auszeiten die nötige Erholung?

Reiserückblick

Ulrich Reinhardt ist Leiter der Deutschen Tourismusanalyse. Er erklärt, dass aktuell nur neun Prozent aller Reisen länger als drei Wochen dauern. Im Schnitt bleiben die Urlauber jedes Jahr ein bisschen kürzer. Aktuell sind sie nur noch 12,1 Tage vor Ort. Im Vergleich: 1980 dauerte der Urlaub noch 18,2 Tage. Vor einigen Jahren galten lange Urlaube noch als einziger Weg zur kompletten Erholung. Reinhard zitiert die Titelgeschichte des Spiegel von 1959 - "Entspannung statt Überstunden". Der Chef der Universitätsklinik Innsbruck, Professor Dr. Anton Hittmair, sagte damals: "Im Laufe unserer Untersuchungen über den Urlaub konnten wir feststellen, dass die Entspannung bis zur Erholung in Phasen verläuft. Das heißt, auf die Entspannung folgt in gewissen Abständen immer wieder eine Zeit, in der die Nerven versagen. Die letzte tritt am Ende der zweiten bis Beginn der dritten Urlaubswoche auf. Erst nach deren Ablauf kann man daher von einer wirklichen, anhaltenden Erholung sprechen... Der nachweislich beste Weg [zur Erholung] ist der geschlossene drei- bis vier-wöchige Urlaub."

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6. Das VeränderungsmodellDas besagt diese Theorie: Auftauen, verändern, wieder einfrieren - das ist das Motto dieser Theorie. Kurt Lewin vergleicht sein Modell mit einem Eiswürfel, den man in einen Eiskegel verwandelt. Nach seiner Argumentation motiviert man durch den dreistufigen Prozess die Menschen dazu, dass sie den Wandel wollen. So wenden Sie diese Theorie an: Seien Sie sich darüber im Klaren, welche Veränderungen Sie vornehmen wollen und warum sie nötig sind. Danach steht die Gewinnung von Unterstützung im Mittelpunkt. Dabei heißt es geschickt sein: Diejenigen, die für das Geld zuständig sind, wollen finanzielle Gewinne sehen. Die Personalabteilung dagegen fordert positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Aber unterschätzen Sie nicht die Macht der Kollegen: Sie müssen die Vorteile der Veränderung verstehen - das ist entscheidend für den Erfolg. Quelle: dpa
Umfangreiche Aufgaben ganz klein machen Quelle: Fotolia
Ausbeuterischer Arbeitgeber Quelle: Fotolia
Konkurrenzkultur Quelle: Fotolia
Soziale Vereinsamung Quelle: Fotolia
Zu wenig Freizeitaktivität Quelle: dpa
Grenzenlose Arbeit Quelle: dpa

Das hat sich geändert. Verena C. Hahn ist promovierte Psychologin und Wissenschaftlerin. Ihren Untersuchungen zufolge hat die Länge eines Urlaubs keinen Einfluss auf die Erholungswirkung. „Effekte wie Stress abbauen und sich wohler fühlen, unterscheiden sich bei Kurzurlauben nicht von denen längerer Reisen“, sagte Hahn der Nachrichtenagentur dpa. „Das hat eine Zusammenfassung diverser Urlaubsstudien gezeigt“. Entscheidend sei die Möglichkeit, von der täglichen Arbeit abzuschalten. Dafür müssen Arbeit und Privatleben strikt getrennt werden. In Auszeiten sollten Anrufe aus dem Büro nicht angenommen werden. Wichtig ist aber, erklärt Hahn, dass auch Arbeitslose Auszeiten von ihren Belastungen, so zum Beispiel der Jobsuche, nehmen.

„Erholung findet statt, wenn alle funktionalen Systeme, die bei der Arbeit beansprucht sind, in der Freizeit ausgeglichen werden - wenn beispielsweise Schreibtischtäter ihre geistigen Tätigkeiten durch Sport ausgleichen“, erklärt Hahn. Sie ist im Bereich Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz tätig.

In Arbeit
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Ideal seien Aktivitäten, die Vergnügen bereiten und genossen werden. Zurück im Alltag, könne der Urlaubseffekt schnell verpuffen. „Spätestens nach vier Wochen ist die gute Urlaubslaune wieder dahin. Dann ist man wieder im Alltag angekommen und wieder auf seinem üblichen Stressniveau.“ Daher sollten Berufstätige auch auf tägliche Erholung und Auszeiten am Wochenende achten. Und wer von einer längeren Reise zurückkommt, sollte nach Empfehlung der Wissenschaftlerin den Akku nicht gleich in der ersten Arbeitswoche wieder auf 100 Prozent hochfahren.

Mit Material von dpa

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