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Wie Manager Führungsqualitäten verbessern Meditieren ist das neue Joggen

Meditieren und Yoga haben den Sprung aus der Spiritualitätsecke geschafft - seit auch immer mehr Manager darauf schwören. Studien zeigen, wie sich regelmäßiges Meditieren auf den Führungsstil auswirkt.

Das tun Führungskräfte für ihre Gesundheit
Grillwurst Quelle: dpa
vegetarische Suppe Quelle: dpa Picture-Alliance
Vitaminpillen auf einem Löffel Quelle: dpa
drei Leute joggen Quelle: dpa
Zigaretten Quelle: dpa
Frauen in einer Saune Quelle: dpa Picture-Alliance
Menschen machen Yoga am Times Square Quelle: AP

Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Ex-RWE-Chef Peter Terium und der Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrates Norbert Reithofer schwören auf Meditation und Yoga. Sie haben geholfen, dass sich das Thema Achtsamkeit inzwischen herumgesprochen hat und längst nicht mehr nur in der Esoterik-Ecke verhaftet bleibt. SAP und Google bieten Achtsamkeitskurse für ihre Mitarbeiter an - die Wartelisten sind lang.

Einen so schnellen Einzug in die Chefetagen ist aber auch der Tatsache zu verdanken, dass sich namhafte Universitäten mit einem Zusammenhang zwischen achtsamen Verhalten und Eigenschaften, die besonders von Führungskräften gebraucht werden, beschäftigen.

"Die Forschung in dem Bereich ist in den vergangenen Jahren zwar exponentiell angestiegen, aber noch immer müssen wir vorsichtig mit Zusammenhängen sein", sagt Britta Hölzel, die als Neurowissenschaftlerin auch an der Harvard Medical School in Boston arbeitet und eine der bahnbrechenden Studien in diesem Bereich verantwortet hat. Es zeichne sich allerdings ab, dass es einen sehr deutlichen Zusammenhang gibt.

Was bei der Arbeit stresst

"Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßiges Meditieren die Gehirnstruktur verändert. Aber nicht nur dass: So lassen sich auch Stress reduzieren, Menschen zeigen mehr Mitgefühl und werden empathischer für ihre Umwelt", sagt Hölzel. Für die Wissenschaftler der Harvard Medical School ist Achtsamkeit bei Führungskräften deshalb nicht nur wünschenswert, sondern ein absolutes Muss ist. "Achtsames Handeln fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch Teamgeist, Kreativität und Produktivität", unterstreicht auch Niko Kohls, Achtsamkeitsforscher und Professor für Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg.

So entspannen Deutschlands Manager
Wolfgang Otto, Gründer des Otto Gourmet Versandhandels"Zehn Tage unrasiert, beim Sonnenschein im Liegestuhl an der frischen Luft in den Bergen - da erhole ich mich am besten!"
Oliver Bolay, Geschäftsführer bei E wie einfach"Erholung heißt für mich, morgens am Rhein entlang dem Dom und dem Tag entgegenzuradeln. Die Nähe zum Wasser, der Wind und die Ruhe in Mitten der Großstadt entschleunigen den Alltag und machen den Kopf frei."
Arno Walter, Bereichsvorstand Privat- und Geschäftskunden bei der Commerzbank"Ich entspanne am Besten bei Musik. Dabei spielt meine Stimmung eine große Rolle für die Auswahl der Stilrichtung. Von Klassik über Pop bis hin zu Rock und anderen Musikrichtungen ist alles möglich. Und auch wenn ich immer noch gerne CD's kaufe, beginnt - dank MP3 - die Entspannung meistens schon im Auto bei der Heimfahrt."
Dickjan Poppema, Chef der Düsseldorfer Networkagentur Grey"Am liebsten erhole ich mich in der Provence, keine Frage. Aber zuhause ist es auch richtig schön. Die Engländer nennen das 'Staycation', und in der Tat erholt man sich zuhause super. Die lange Anreise entfällt und wenn das Wetter mitspielt und der Sohnemann grillt, ist alles gut."
Stefan Brok, Aral-Vorstandschef"Ich kann hervorragend entspannen am und im Meer, am liebsten beim Tauchen mit meinen Töchtern!"
Frank Behrendt, Vorstand fischerAppelt AG"Am besten kann ich mich im Fußballstadion entspannen und abschalten. Handy aus, Atmosphäre an. Ob in Duisburg die Zebras jubeln oder der Betzenberg rockt- da mittendrin zu sein ist für mich Entspannung pur. Meine Frau und meine drei Kinder habe ich inzwischen auch schon angesteckt. So fiebern wir oft zu fünft am Wochenende in der Arena mit und haben gemeinsam Spaß abseits des Jobs."
Harald Wohlfahrt, meitstgekürter deutscher Koch"Mit der Enkeltochter auf Balkonien ist Relaxen pur. Gemeinsam lachen und die knappe Zeit sinnvoll genießen."

Schon nach acht Wochen sind Veränderungen im Gehirn erkennbar, speziell in den Regionen, die für Gedächtnis, Selbstwahrnehmung, Empathie und Stress zuständig sind. Das heißt konkret: Menschen, die nur acht Wochen an einem Achtsamkeits-basierten Stressreduktionskurs teilgenommen haben – und auch zuhause geübt haben – sind konzentrierter und können ihre Gefühle besser kontrollieren. Nicht unerhebliche Diese Kurse werden zudem teilweise von der Krankenkasse übernommen. Ihren Ursprung hat die Achtsamkeitsbewegung in den USA, wo sie vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zin begründet wurde.

Mittlerweile lernen weltweit Millionen von Menschen seine sogenannte Mindfulness-Based Stress Reduction-Methode, die neben Achtsamkeitsübungen auch Meditation und Yoga beinhaltet. Sie soll dabei helfen chronische Schmerzen besser zu ertragen, aber auch Stress reduzieren. In vielen Kliniken wird die Methode eingesetzt, um auch Depressionen und Angststörungen zu behandeln.

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