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AktienempfehlungenHedgefonds spenden Börsentipps für die Krebshilfe

Hedgefondsmanager sammeln für Kinder in Not – die Spender bekommen dafür ein paar Börsentipps. Was die wohltätigen und sonst knallharten Profizocker empfehlen, war zuletzt durchaus lohnenswert.Jonathan R. Laing, Jonathan Buck 14.11.2013 - 13:00 Uhr

Mit Aktientipps Gutes tun: In den USA und Großbritannien sammeln Hedgefonds Spenden für wohltätige Zwecke und geben dafür den Spendern Anlagetipps - die sich in der Vergangenheit durchaus ausgezahlt haben

Foto: dpa

In Chicago stieg Ende Oktober die jährliche Wohltätigkeitsgala „Invest For Kids“, bei der unter Amerikas Reichen für Kinder in Not gesammelt wird. Dabei rühren Manager einer Zunft die Spendentrommel, die sonst nicht unbedingt mit Altruismus und sozialem Engagement in Verbindung gebracht wird. Hedgefondsmanager wie Nelson Peltz von Trian Fund, Marc Lasry von Avenue Capital und Mark Kingdon sammelten unter den 1.000 Teilnehmern mehr als eine Million Dollar ein; die Spenden kommen lokalen Wohltätigkeitsorganisationen zugute.

Zeitgleich organisierten Hedgefonds auch in London eine Charity-Veranstaltung. Die „Sohn London Investment“ sammelt für die Krebshilfe. 400 Teilnehmer bezahlten je 1.000 Pfund. Unter den Sprechern: John Armitage von Egerton Capital, Masroor Siddiqui von Naya Management und Julian Sinclair von Talisman.

Die prominenten Spendensammler gaben bereitwillig Anlagetipps (siehe Chartgalerie). Zwar ist grundsätzlich Skepsis angebracht, wenn Hedgefondsmanager Aktientipps unters Volk bringen; meist dürften sie selbst die Papiere schon besitzen oder gar bald aussteigen. Wer macht sich schon vor dem eigenen Einstieg durch Mundpropaganda die Kaufkurse kaputt?

Doch 2012 fuhren Anleger nicht schlecht, die die Tipps der Hedgefondsprominenz auf den beiden jährlichen Spendengalas in die Tat umsetzten: Sie liegen heute im Schnitt um 61 Prozent vorn; das übertrifft die Wertentwicklung des US-Aktienindex S&P 500 im gleichen Zeitraum um mehr als das Doppelte.

Clever Anlegen wie die Reichen

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von Andreas Toller

Was empfehlen die sozial engagierten Geldprofis heute? Der aktivistische Hedgefondsmanager Nelson Peltz von Trian verkündete, er werde sich Mondelez vornehmen. Der Lebensmittelkonzern, 2012 von Kraft Foods abgespalten, sei „schlecht geführt“, sagte Peltz, das Kurspotenzial werde nicht gehoben. Mondelez habe „großartige Marken“ wie Oreo Kekse oder Cadbury Schokolade und eine starke Präsenz in Schwellenländern. Der Konzern leide aber unter zu hohen Kosten, so Peltz. Sowohl im Vertrieb als auch in der Verwaltung sei das der Fall, ebenso sei zu viel Kapital im Einsatz. Daher erziele das Unternehmen nur eine operative Marge von zwölf Prozent.

Schon durch „relativ geringe Veränderungen“ ließe die sich auf 18 Prozent steigern, meint Peltz. Einigen Mitgliedern des Verwaltungsrats habe er seine Erkenntnisse bereits mitgeteilt, ein „massiverer Angriff“ stehe bevor. Nach Ansicht von Peltz könnte Mondelez den Gewinn je Aktie bis 2015 verdoppeln. Er will sich sogar für einen neuen Namen stark machen, denn der alte klinge nach Medizin.

Platz 7: David Tepper

Eigenkapital: 5,5 Milliarden Dollar
Für Tepper war 2012 bislang ein sehr erfolgreiches Jahr. Sein Palomino Fonds kletterte um 13,3 Prozent nach oben im ersten Halbjahr, nachdem er 2011 um 5,09 Prozent gesunken war. Der frühere Goldman-Sachs-Händler entschloss sich 1993, auf eigene Faust Appaloosa Management zu gründen. Zuvor hatte sich der gebürtige Pittsburgher vergeblich nach einem Partner umgesehen. Appaloosa managt derzeit 12 Milliarden Dollar.

2009 machte der in New Jersey lebende Tepper einen der legendärsten Trades in der Geschichte. Er verdiente 7 Milliarden, indem sein Hedgefonds Anteile von kriselnden Banken aufkaufte, darunter die Bank of America. In 2011 riss Tepper das Sagaponack Standhaus ab, welches er der Ex-Frau des ehemaligen Gouverneurs Jon Corzine erst 2010 für 43 Millionen Dollar abgekauft hatte. Tepper hält eine Minderheit an den Pittsburgh Steelers.

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 6: Steve Cohen

Eigenkapital: 8,8 Milliarden Dollar
Der Wharton-Absolvent Cohen startete 1978 als Optionen-Händler bei Gruntal & Co. Die Legende besagt, dass er bereits am ersten Arbeitstag 8000 Dollar Profit machen konnte. Cohen machte sich 1992 selbständig und gründete SAC Capital mit 25 Millionen an Assets. Heute wird der Manager als eine der mächtigsten Kräfte im Equity Trading angesehen. Seine Firma in Stamford managt 13 Milliarden Dollar.

2011 schlug er die Konkurrenz mit einer 8-Prozent-Rendite, und das in einem Jahr, wo der durchschnittliche Hedgefonds um 5 Prozent sank. SACs Flagschiff-Fonds stieg im August 2012 um 8 Prozent. Der begeisterte Kunstsammler erwarb 2012 einen 4-Prozent-Anteil an den New York Mets für 20 Milliarden Dollar. Jedoch gelang es ihm nicht, einen noch größeren Anteil an den Los Angeles Dodgers zu kaufen.

Foto: Presse

Platz 5: Ray Dalio

Eigenkapital: 10 Milliarden
Als König der Hedgefonds regiert Dalio über das weltgrößte Fonds-Unternehmen Bridgewater Associates, mit einem Vermögen in Höhe von etwa 130 Milliarden Dollar. Er erzielte im vergangenen Jahr spektakuläre Renditen 20-Prozent-Bereich. Und das zu einer Zeit, wo die meisten anderen Hedgefonds strauchelten. Aber seine Glückssträhne scheint in diesem Jahr vorbei zu sein. Einer seiner wichtigsten Fonds verlor um fast 3 Prozent während der ersten Jahreshälfte.

Meetings werden aufgezeichnet und brutale Ehrlichkeit zwischen Mitarbeitern groß geschrieben - Dalios Management-Methoden sind kontrovers. Er gründete Bridgewater 1975 in seinem Apartment in Manhattan. Im Alter von 63 tut Dalio alles was in seiner Macht steht, um im Business zu überleben. Und das lange nachdem er in vielen Bereichen Verantwortung abgegeben hat und Anteile seiner Firma an Angestellte und Klienten verkaufte.

Schon gibt es Pläne für einen neuen Hauptsitz, der bis 2017 für 750 Millionen Dollar in Stamford errichtet werden soll. Es ist für rund 2000 Mitarbeiter ausgelegt - fast doppelt so viele wie derzeit beschäftigt werden.

Foto: Presse

Platz 4: John Paulson

Eigenkapital: 11 Milliarde Dollar
Paulson machte vor fünf Jahren den größten Trade aller Zeiten klar. Doch nachdem seine größten Fonds in den vergangenen 18 Monaten zweistellige Verluste gemacht haben, muss er nun nervöse Anleger beruhigen. Die Privatbank-Sparte der Citigroup drohte mit einem Investmentstopp, während die Bank of America standhaft blieb. Von Paulson & Co gemanagte Assets sanken um 14 Milliarden Dollar auf 21 Milliarden. Sein persönliches Vermögen sank um 4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Lange setze er auf Gold, doch nun scheint Paulson auf Immobilien zu vertrauen. Einer seiner Fonds riss sich kürzlich 875 Hektar in Las Vegas unter den Nagel.

Für sich selbst kaufte er das 90-Hektar-Anwesen Hala Ranch in Aspen, Colorado, und in der Nähe eine 38-Hektar-Parzelle namens Bear Cabin, die einem saudischen Prinzen gehörte. Dafür zahlte Paulson 49 Millionen.

Der ehemalige Managing Director von M&A/Bear Stearns gründete seinen Hedgefonds 1994. Zum Milliardär wurde er 2007, indem er Subprime Securities shortete und eine Auszahlung von 3,5 Milliarden erhielt. 2010 betrug sein Take 4,9 Milliarden, ein Rekord in der Hedgefonds-Branche.

Foto: rtr

Platz 3: James Simons

Eigenkapital: 11 Milliarden Dollar

Der „Quant King“ hat sich 2010 offiziell von seinem 15-Milliarden-Dollar-Hedgefonds, Renaissance Technologies, zurückgezogen. Doch auch mit 74 Jahren spielt er noch eine wichtige Rolle im Unternehmen und verfolgt sämtliche Schritte. Renaissance’s Institutional Equities Fonds stiegen um 9,9 Prozent bis Ende Juli 2012, während der Future-Fonds im Juni um 3 Prozent absank.

Der Absolvent des Massachusetts Institute of Technology begann seine Karriere als theoretischer Mathematiker und knackte Geheimcodes für das US-Verteidigungsministerium während des Vietnam-Kriegs. Später leitete Simons die Rechnungsabteilung von SUNY-Stony Brook. 1982 gründete er Renaissance Technologies, Sitz ist East Setauket, New York. Mithilfe von Computerprogrammen sucht der Fonds nach ineffizienten flüssigen Papieren.

Foto: AP

Platz 2: Carl Icahn
Eigenkapital: 14,8 Milliarden Dollar

Selbst im Alter von 76 macht Icahn keine Anstalten, kürzer zu treten. Sein Hedgefonds war einer der Top-Performer im Jahr 2011. Weiterhin weist der Fonds eine starkes Kapital auf, dank der Wettem auf Amylin, Hain Celestial

und El Paso energy. Die Aktien von Icahns Konglomerat Icahn Enterprises, das auf Triebwagen, Einzelhandel, Spiele, Energie und Fahrzeuge setzt, blieben seit vergangenem August auf flachen Kurs. Icahn hat nun beschlossen, weniger auf externe Anlagen zu setzen und sich künftig auf Investments in seine eigenen Fonds zu konzentrieren.

Foto: rtr

Platz 1: George Soros

Eigenkapital: 19 Milliarden Dollar
Der legendäre Investor hat sich 2011 zur Ruhe gesetzt. Seinen Hedgefonds wandelte er in ein Familienunternehmen um. Nur knapp eine Milliarde Dollar sind für externe Anleger noch an Assets verfügbar. Mit diesem Schritt entzog er sich den neuen strengen Richtlinien für Hedgefonds. Investment-Experten verwalten die verbleibenden Vermögenswerte seiner Familie und seiner Gesellschaften.

Der in Budapest geborene Soros überlebte die Besatzung der Nazis und studierte an der London School of Economics. Anschließend gründete er den Hedgefonds Quantum Fund Management in 1969. Als bekannter Gegner der europäischen Integration bezeichnete der Manager kürzlich die Euro-Einführung als „sehr fehlerhaft“ und umriss die Situation als eine „existenzielle europäische Krise“.

Seit 1979 spendete Soros 8,5 Milliarden Dollar für Menschenrechte, Bildung und für Organisationen der öffentlichen Gesundheit. Im August 2012 verkündete der Investor auf seinem 82. Geburtstag in Southhampton, dass er und seine 42-jährige Freundin Tamiko Bolton verlobt sind.

Foto: rtr

Platz 30: Commerzbank

Vorstandsvorsitzender:                             Martin Blessing

Dividendenrendite 2014:                          Keine Ausschüttung

Dividende je Aktie:                                   0 Euro (2014)

                                                                      0 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                           7 kaufen

                                                                     16 halten

                                                                     11 verkaufen

Nettoergebnis:                                            20 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:                          0 Euro

Hauptversammlung:                                   8. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 29: Thyssen Krupp

 

Vorstandsvorsitzender:                   Heinrich Hiesinger

Dividendenrendite 2014:               Keine Ausschüttung

Dividende je Aktie:                       0 Euro (2014)

                                                           0 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 12 kaufen

                                                           15 halten

                                                           8 verkaufen

Nettoergebnis:                                  -934 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               0 Euro

Hauptversammlung:                        17. Januar 2014

Foto: dpa

Platz 28: Lanxess

 

Vorstandsvorsitzender:                   Axel C. Heitmann

Dividendenrendite 2014:               0,9 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,5 Euro (2014)

                                                           1 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 16 kaufen

                                                           14 halten

                                                           7 verkaufen

Nettoergebnis:                                  81 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               42 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        22. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 27: Beiersdorf

 

Vorstandsvorsitzender:                   Stefan F. Heidenreich

Dividendenrendite 2014:               1,1 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,85 Euro (2014)

                                                           0,7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 13 kaufen

                                                           12 halten

                                                           14 verkaufen

Nettoergebnis:                                  525 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               214 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        17. April 2014

Foto: dpa

Platz 26: Fresenius

 

Vorstandsvorsitzender:                   Ulf M. Schneider

Dividendenrendite 2014:               1,2 Prozent

Dividende je Aktie:                       1,2 Euro (2014)

                                                           1,1 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 21 kaufen

                                                           8 halten

                                                           1 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1014 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               159 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        16. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 25: Henkel

 

Vorstandsvorsitzender:                   Kasper Rorsted

Dividendenrendite 2014:               1,3 Prozent

Dividende je Aktie:                       1,03 Euro (2014)

                                                           0,95 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 19 kaufen

                                                           13 halten

                                                           5 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1642 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               446 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        4. April 2014

Foto: dapd

Platz 24: SAP

 

Vorstandsvorsitzender:                   Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe

Dividendenrendite 2014:               1,5 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,9 Euro (2014)

                                                           0,85 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 30 kaufen

                                                           13 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  3301 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1083 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        21. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 23: Fresenius Medical Care

 

Vorstandsvorsitzender:                   Rice Powell

Dividendenrendite 2014:               1,6 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,75 Euro (2014)

                                                           0,75 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 14 kaufen

                                                           17 halten

                                                           4 verkaufen

Nettoergebnis:                                  824 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               231 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        15. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 22: Merck

 

Vorstandsvorsitzender:                   Karl-Ludwig Kley

Dividendenrendite 2014:               1,6 Prozent

Dividende je Aktie:                       2 Euro (2014)

                                                           1,7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 6 kaufen

                                                           15 halten

                                                           11 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1197 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               129 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        9. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 21: Infineon

 

Vorstandsvorsitzender:                   Reinhard Ploss

Dividendenrendite 2014:               1,7 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,12 Euro (2014)

                                                           0,12 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 19 kaufen

                                                           14 halten

                                                           2 verkaufen

Nettoergebnis:                                  255 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               130 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        13. Februar 2014

Foto: dpa

Platz 20: Adidas

 

Vorstandsvorsitzender:                   Herbert Hainer

Dividendenrendite 2014:               1,7 Prozent

Dividende je Aktie:                       1,5 Euro (2014)

                                                           1,35 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 30 kaufen

                                                           11 halten

                                                           2 verkaufen

Nettoergebnis:                                  843 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               314 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        8. Mai 2014

Foto: rtr

Platz 19: Continental

 

Vorstandsvorsitzender:                   Elmar Degenhart

Dividendenrendite 2014:               1,7 Prozent

Dividende je Aktie:                       2,5 Euro (2014)

                                                           2,25 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 15 kaufen

                                                           13 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1987 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               500 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        15. April 2014

Foto: dpa

Platz 18: Heidelberg Cement

 

Vorstandsvorsitzender:                   Bernd Scheifele

Dividendenrendite 2014:               1,7 Prozent

Dividende je Aktie:                       1 Euro (2014)

                                                           0,47 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 19 kaufen

                                                           11 halten

                                                           9 verkaufen

Nettoergebnis:                                  685 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               188 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        7. Mai 2014

Foto: dapd

Platz 17: Linde Group

 

Vorstandsvorsitzender:                   Wolfgang Reitzle

Dividendenrendite 2014:               2,0 Prozent

Dividende je Aktie:                       2,9 Euro (2014)

                                                           2,7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 25 kaufen

                                                           14 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1391 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               538 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        20. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 16: Lufthansa

 

Vorstandsvorsitzender:                   Christoph Franz

Dividendenrendite 2014:               2,1 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,3 Euro (2014)

                                                           0 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 20 kaufen

                                                           15 halten

                                                           2 verkaufen

Nettoergebnis:                                  394 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               138 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        29. April 2014

Foto: dpa

Platz 15: Bayer

 

Vorstandsvorsitzender:                   Marijn Dekkers

Dividendenrendite 2014:               2,1 Prozent

Dividende je Aktie:                       2 Euro (2014)

                                                           1,9 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 22 kaufen

                                                           12 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  3553 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1654 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        29. April 2014

Foto: dpa

Platz 14: Deutsche Bank

 

Vorstandsvorsitzender:                   Anshu Jain und Jürgen Fitschen

Dividendenrendite 2014:               2,1 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,75 Euro (2014)

                                                           0,75 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 24 kaufen

                                                           13 halten

                                                           6 verkaufen

Nettoergebnis:                                  2643 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               765 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        22. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 13: Volkswagen

 

Vorstandsvorsitzender:                   Martin Winterkorn

Dividendenrendite 2014:               2,2 Prozent

Dividende je Aktie:                       4,25 Euro (2014)

                                                           3,56 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 27 kaufen

                                                           7 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  9671 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1961 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        13. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 12: Deutsche Post

 

Vorstandsvorsitzender:                   Frank Appel

Dividendenrendite 2014:               3,0 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,75 Euro (2014)

                                                           0,7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 21 kaufen

                                                           10 halten

                                                           4 verkaufen

Nettoergebnis:                                  1889 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               919 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        27. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 11: Siemens

 

Vorstandsvorsitzender:                   Joe Kaeser

Dividendenrendite 2014:               3,1 Prozent

Dividende je Aktie:                       3 Euro (2014)

                                                           3 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 21 kaufen

                                                           17 halten

                                                           2 verkaufen

Nettoergebnis:                                  4409 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               2531 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        28. Januar 2014

Foto: dpa

Platz 10: BASF

 

Vorstandsvorsitzender:                   Kurt Bock

Dividendenrendite 2014:               3,5 Prozent

Dividende je Aktie:                       2,7 Euro (2014)

                                                           2,6 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 15 kaufen

                                                           16 halten

                                                           8 verkaufen

Nettoergebnis:                                  4495 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               2480 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        2. Mai 2014

Foto: CLARK/obs

Platz 9: BMW

 

Vorstandsvorsitzender:                   Norbert Reithofer

Dividendenrendite 2014:               3,6 Prozent

Dividende je Aktie:                       3 Euro (2014)

                                                           2,5 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 20 kaufen

                                                           21 halten

                                                           3 verkaufen

Nettoergebnis:                                  5207 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1968 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        15. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 8: Daimler

 

Vorstandsvorsitzender:                   Dieter Zetsche

Dividendenrendite 2014:               3,6 Prozent

Dividende je Aktie:                       2,2 Euro (2014)

                                                           2,2 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 22 kaufen

                                                           11 halten

                                                           6 verkaufen

Nettoergebnis:                                  6284 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               2353 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        9. April 2014

Foto: dpa

Platz 7: RWE

 

Vorstandsvorsitzender:                   Peter Terium

Dividendenrendite 2014:               3,7 Prozent

Dividende je Aktie:                       1 Euro (2014)

                                                           2 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 6 kaufen

                                                           12 halten

                                                           18 verkaufen

Nettoergebnis:                                  2150 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               574 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        16. April 2014

Foto: dpa

Platz 6: Deutsche Börse

 

Vorstandsvorsitzender:                   Reto Francioni

Dividendenrendite 2014:               3,8 Prozent

Dividende je Aktie:                       2,1 Euro (2014)

                                                           2,1 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 8 kaufen

                                                           14 halten

                                                           7 verkaufen

Nettoergebnis:                                  535 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               405 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        15. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 5: Allianz

 

Vorstandsvorsitzender:                   Michael Diekmann

Dividendenrendite 2014:               4,0 Prozent

Dividende je Aktie:                       5 Euro (2014)

                                                           4,5 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 26 kaufen

                                                           13 halten

                                                           1 verkaufen

Nettoergebnis:                                  5820 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               2283 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        7. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 4: Deutsche Telekom

 

Vorstandsvorsitzender:                   René Obermann

Dividendenrendite 2014:               4,4 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,5 Euro (2014)

                                                           0,7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 17 kaufen

                                                           14 halten

                                                           11 verkaufen

Nettoergebnis:                                  2334 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               2212 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        15. Mai 2014

Foto: dpa

Platz 3: Eon

 

Vorstandsvorsitzender:                   Johannes Teyssen

Dividendenrendite 2014:               4,4 Prozent

Dividende je Aktie:                       0,6 Euro (2014)

                                                           1,1 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 9 kaufen

                                                           14 halten

                                                           13 verkaufen

Nettoergebnis:                                  2692 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1200 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        30. April 2014

Foto: dpa

Platz 2: Munich Re

 

Vorstandsvorsitzender:                   Nikolaus von Blomhard

Dividendenrendite 2014:               4,6 Prozent

Dividende je Aktie:                       7 Euro (2014)

                                                           7 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 17 kaufen

                                                           15 halten

                                                           5 verkaufen

Nettoergebnis:                                  3007 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               1255 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        30. April 2014

Foto: dpa

Platz 1: K+S

 

Vorstandsvorsitzender:                   Norbert Steiner

Dividendenrendite 2014:               4,9 Prozent

Dividende je Aktie:                       1 Euro (2014)

                                                           1,4 Euro (2013)

Analystenempfehlungen:                 7 kaufen

                                                           11 halten

                                                           20 verkaufen

Nettoergebnis:                                  438 Millionen Euro

Dividendenausschüttung:               191 Millionen Euro

Hauptversammlung:                        14. Mai 2014

Foto: dpa

Marc Lasry von Avenue Capital sieht Potenzial in den Anleihen der US-Kaufhauskette J.C. Penney. Er glaubt nicht an die Gefahr eines Konkurses. Auch nicht nach den desaströsen Umstrukturierungsversuchen durch Kurzzeit-CEO Ron Johnson, der zuvor den Einzelhandelsbereich von Apple geleitet hatte. Dank einer Kapitalerhöhung über 800 Millionen Dollar im September verfüge Penney über genügend Barmittel, um den Kopf bis 2015 über Wasser zu halten, dann sei wieder mit der Rückkehr in die Gewinnzone zu rechnen. Das neue Management greift auf bewährte Erfolgsrezepte wie Rabattmarken, Rabattaktionen und günstige Eigenmarken zurück. In zwei Jahren könnte die Penney-Anleihe, die noch zehn Jahre lang läuft und derzeit zu 69 Cent je Dollar gehandelt wird, wieder bei 100 Cent notieren und den Anlegern fünf bis sechs Prozent Jahresrendite plus 30 Prozent Kursanstieg bringen.

Neuer Überflieger?

Mark Kingdon empfiehlt Boeing. Der Flugzeugbauer profitiere vom höchsten Auftragsbestand seit mehr als acht Jahren und der Zunahme von Flugreisen in Asien. Gewinn-Katalysator sei der 787 Dreamliner, „das erste Flugzeug seit den Sechzigerjahren, das von Grund auf neu konstruiert wurde“. Die Vorteile des zuletzt pannengeplagten Dreamliners: 30 Prozent geringere Betriebskosten und 20 Prozent Treibstoffeinsparung. Dadurch könne sich das Flugzeug für Fluglinien in weniger als drei Jahren amortisieren. Dank massiver Aktienrückkäufe, steigender Produktionszahlen und positiver Lerneffekte hat Boeing einen rasch steigenden Cash-Flow, der Kurs der Aktie könne von derzeit 130 Dollar bis 2015 auf 170 Dollar steigen, hofft Kingdon.

Dinakar Singh von TPG-Axon Capital sieht in der Aktie des japanischen Industrieausrüsters Hitachi Potenzial. Ihm gefällt das Management, das die Umstrukturierung vorantreibt: Das Geschäft mit privaten Endkunden wird ausgegliedert, die Verschuldung abgebaut, und Kostenreduzierungen werden auf den Weg gebracht. Die Hitachi-Aktie verdiene das gleiche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 bis 18 wie die Vergleichsunternehmen Emerson Electronic und Philips, notiere aber derzeit bei mageren zwölf.

Steve Kuhn, Spezialist für notleidende Kredite bei Pine River Capital Management, sagt, er sei beim Aktienteam seines Unternehmens „auf einen echten Knüller gestoßen“, nämlich die börsennotierte Private-Equity-Gesellschaft American Capital. Als Risikokapitalgeber investiert American Capital in Schuldpapiere und Eigenkapital von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ähnlich wie die ebenfalls börsennotierten Reits (Immobilien-Aktiengesellschaften) ist American Capital in den USA von der Besteuerung eigener Gewinne befreit, wenn es jedes Jahr 90 Prozent davon an die Investoren ausschüttet.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Nicht an später denken

Einer der größten und häufigsten Fehler bei der privaten Geldanlage ist, gar nicht damit anzufangen. Viele Anleger machen sich nämlich keine Gedanken über ihre Altersvorsorge und geben Erspartes lieber für andere Dinge aus.

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Jagd nach der Rendite

Mit einer der größten Fehler von Anlegern ist aber die Jagd nach dem schnellen Geld: Sobald von einer Kursrakete, einem totsicheren Tipp oder sonstigem die Rede ist, stürzen sich Investoren darauf, als gäbe es kein Morgen mehr. Der größte Fehler ist, dass Anleger sich in Produkte oder Anlageklassen verrennen, die sich erst kurzfristig gut entwickelt haben und die langfristige Entwicklung mitunter völlig außer Acht lassen. Deshalb sollten sich Investoren darüber im Klaren sein, dass es kein Geldanlagevehikel gibt, dass sich nur gut entwickelt. Auch nicht, wenn seit Wochen und Monaten überall nur Gutes davon zu hören und zu lesen ist. Selbst Gold kann fallen. Da ist es wenig ratsam, das gesamte Vermögen auf einmal in Gold zu tauschen.

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Unverständliche Produkte kaufen

Das Problem, das Anleger ihr Geld auch in Produkte stecken, die sie nicht so recht verstehen, ist mit der Finanzkrise leider nicht ausgelöscht worden. Gerade Börsenneulinge überschätzen ihre Kenntnisse gerne. Deshalb kann es nicht schaden, die eigene Anlagestrategie von jemandem überprüfen zu lassen. Ob es jetzt ein Finanzberater, Investmentclub oder ein guter Freund ist, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Hauptsache, die Idee wird gründlich durchdacht.

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Kosten übersehen

Genauso häufig übersehen Anleger Kosten, beispielsweise Verwaltungsgebühren bei Fonds. Aus Faulheit wird das Kleingedruckte nur überflogen oder die Gesamtkostenquote schlicht übersehen. Nachher ist dann die Überraschung groß, wenn sich das vermeintliche Schnäppchen als überteuerter Fonds entpuppt.

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Der Herde folgen

Ein bekanntes Phänomen ist der Herdentrieb der Anleger. Derzeit fliehen Investoren massenweise aus Anleihefonds - obwohl es keinen offensichtlichen Grund dafür gibt. Es reicht, wenn sich ein Großinvestor oder eine kritische Masse von einem Anlageprodukt abwenden. Schon herrscht die allgemeine Meinung "da stimmt etwas nicht" und die Mehrheit verkauft. Den Anleihefonds hat der Herdentrieb allein seit Juli Mittelabflüsse in Höhe von 11,7 Milliarden Dollar eingebracht.

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Elitäre Zirkel

Das Gegenteil des Herdentriebes ist der Wunsch, einem elitären Zirkel anzugehören. Sobald ein Finanzprodukt strenger limitiert ist, wie es beim Madoffschen Schneeballsystem ebenfalls der Fall war, stürzen sich Investoren darauf, ohne genau hinzusehen, was sie da eigentlich kaufen. Das Bedürfnis, zu einer kleinen Gruppe zu gehören, die unermesslich reich wird, ist zu groß.

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Fehler nicht eingestehen

Mindestens genauso falsch ist es, sich seine Fehlentscheidungen nicht einzugestehen. Dieses Verhalten lässt sich bei jedem Aktiencrash beobachten: Anleger halten an abstürzenden Papieren fest, in der Hoffnung, der Kurs werde sich doch wieder erholen. Wer eine Aktie für 30 Dollar kauft und dann jahrelang ihren Sinkflug beobachtet und nicht verkauft, kann sich offenbar nicht eingestehen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Nur wer das erkennt, kann Verluste begrenzen.

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American Capital wurde von der Finanzkrise von 2008 arg in Mitleidenschaft gezogen. Seither kann das Unternehmen in großem Stil steuerliche Verlustvorträge geltend machen. Anstatt aus den laufenden Erträgen Dividenden auszuschütten, nutzt es die Erträge für umfangreiche Rückkäufe der weit unter Buchwert notierenden Aktie. Kuhn zufolge ist American Capital mit dieser Strategie bei den meisten Investoren in Ungnade gefallen, dabei sei sie „wirtschaftlich absolut sinnvoll“. Kuhn glaubt, die Aktie könne ihren Wert in drei Jahren verdoppeln. Danach ist es vorbei mit den Steuervorteilen, und American Capital werde wieder Dividenden auf die dann stark reduzierte Anzahl von Aktien ausschütten.

In London lag ein Schwerpunkt der Empfehlungen auf Luxusmarken und Finanzdienstleistern. Scharfe Konfrontationen wie im Vorjahr blieben aus. Damals hatte Muddy-Waters-Gründer und Leerverkaufsspezialist Carson Block einen heftigen Disput über die Bilanzierungsmethoden und die Verschuldung des Agrarhändlers Olem International losgetreten. Mit unverblümten Verkaufsempfehlungen hielten sich Manager dieses Jahr weitgehend zurück, einzig Masroor Siddiqui von Naya Management gab eine: Der französische Brillenoptiker Essilor werde von verschärftem Preiswettbewerb bedroht.

10 Tipps für Börseneinsteiger
Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?
Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.
Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.
Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.
Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.
Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.
Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?
Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.
Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.
Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Zugreifen sollte man nach Ansicht von Siddiqui hingegen bei Salvatore Ferragamo. Die Aussichten des italienischen Schuhherstellers bezeichnet er als glänzend. Zwar habe die Aktie 2013 bereits 50 Prozent zugelegt und erscheine mit einem KGV von 24 auf Basis des für 2014 erwarteten Gewinns teuer. Zum Vergleich: Die Aktien von Gucci-Eigentümer Kering und LVMH notieren bei 15 beziehungsweise 18 Jahresgewinnen. Der springende Punkt sei jedoch die Gewinnmarge, die bei Ferragamo von 20 Prozent im Vorjahr auf 28 Prozent im Jahr 2015 steigen könnte. Und das, sagt Siddiqui, sei „nicht einmal eine besonders optimistische Prognose“. Das Unternehmen könne dieses Ziel allein durch Kostensenkungen und marginale Verbesserungen einiger Geschäftsprozesse erreichen. Bis 2015 könne der Kurs der Ferragamo-Aktie auf 35 Dollar (rund 47 Euro) klettern, also um nahezu 40 Prozent, so Siddiqui.

Julian Sinclair von Talisman Global Asset Management bezeichnet die indische Tata Motors, zu der inzwischen die britischen Luxushersteller Jaguar und Land Rover gehören, als den „vierten deutschen Autohersteller“ neben Volkswagen, BMW und Daimler. Tata baue in England „gute und schöne Autos, für die die Leute gerne viel Geld ausgeben“ sagte er, „genauso wie für die deutschen Autos“.

Bei Tata erreichen die Investitionen in diesem Jahr einen Höhepunkt, was Gewinn und Cash-Flow etwas schwächer ausfallen lässt. In den nächsten beiden Jahren ist nach Ansicht von Sinclair aber dann mit kräftigem Umsatzwachstum zu rechnen. Jaguar und Land Rover seien „starke Luxusmarken mit hohem Preisgestaltungs- und folglich Margenpotenzial“. Der Gewinn je Aktie soll Prognosen zufolge von 2,88 Dollar im Jahr 2013 auf 3,19 Dollar 2014 und 3,78 Dollar 2015 steigen. Zurzeit liegt die Marktkapitalisierung von Tata bei 19 Milliarden Dollar, könnte aber laut Sinclair in ein paar Jahren leicht um 50 Prozent auf 30 Milliarden Dollar steigen. Chris Hohn, Chef von TCI, der 2005 das Management der Deutschen Börse zum Rücktritt zwang, kauft Aurizon, eine australische Eisenbahngesellschaft, die vor allem Erze transportiert. Das Kostensenkungspotenzial sei dort „riesig“, so Hohn.

Solide Finanzdienstleister

Laut John Armitage von Egerton Capital wird die schwedische Bank Nordea in den nächsten Jahren solide Gewinne erwirtschaften und bereits ab 2015 mehr als 65 Prozent davon an ihre Aktionäre ausschütten. Die Aktie notiert derzeit bei 9,18 Euro, der Börsenwert liegt bei 38 Milliarden Euro. Armitage glaubt, die Aktie könnte bis Ende 2015 durch Kursgewinne und Dividenden 50 Prozent Gewinn abwerfen. Nordea ist in allen nordischen Ländern die Nummer eins oder zwei im Markt. Die Bank wird konservativ geführt, hat eine gute Kapitalausstattung, geringe Refinanzierungskosten, eine niedrige Kreditausfallquote und will die Kosten bis 2015 stabil halten. Die Eigenkapitalrendite lag seit 2007 in jedem Jahr bei mehr als elf Prozent.

Nicolai Tangen von AKO Capital mag Experian. Derzeit notiert die Aktie bei rund 20 Dollar. Experian sei „viel mehr als nur eine Kreditauskunftei“, nämlich ein rasch wachsender Anbieter von Finanzinformationen und Dienstleistungen. Herausragend seien „starke Marktstellung, solide Bilanz und steigende Gewinnmargen“. Geografisch und nach Kundensegmenten gut diversifiziert, habe Experian „Potenzial für weitere Expansionsschritte“ und tätige auffallend „sinnvolle Zukäufe“.

Experian könne Aktionären in den nächsten drei Jahren „leicht drei Milliarden Dollar zurückzahlen“, meint Tangen – in Form von Dividenden und/oder Aktienrückkäufen. „Wir glauben, dass das Unternehmen seine Ausschüttungen locker um 15 bis 20 Prozent anheben kann“, meint Tangen. Das dürfte dann auch den Kurs der Aktie klettern lassen.

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