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BörsenDax schließt mit höchstem Tagesgewinn seit November 2022

Die Einigung von Union und SPD auf ein Sondervermögen ist auch an der Börse spürbar. Der Dax startet durch. Infrastrukturtitel wie Heidelberg Materials waren besonders gefragt. 05.03.2025 - 19:20 Uhr

Innenaufnahme der Deutschen Börse in Frankfurt am Main.

Foto: imago images

Nach einem herben Rückschlag am Dienstag hat sich der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte wieder erholt. Auslöser war die Verständigung von Union und SPD auf ein enormes Finanzpaket für Rüstung und Infrastruktur. Bereits in der ersten Handelsstunde knackte der Dax wieder die Marke von 23.000 Punkten, die er zu Wochenbeginn erstmals überschritten hatte. Für ein neues Rekordhoch reichte es aber nicht. Der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 3,38 Prozent auf 23.081,03 Punkte aus dem Tag. Es ist sein höchster Tagesgewinn seit November 2022.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen erholte sich zugleich mit einem Sprung um 6,15 Prozent auf 29.763,14 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,89 Prozent auf 5489,12 Zähler hoch. Er kann wie der Dax trotz der jüngsten Turbulenzen seit Jahresbeginn prozentual zweistellige Gewinne vorweisen.

Nach oben ging es an diesem Tag auch für den Schweizer SMI, allerdings nur um 0,8 Prozent, während der britische FTSE 100 dicht am Vortagesschluss blieb. In den USA, wo die Börsen inzwischen deutlich denen Europas hinterherhinken, wurden zuletzt moderate Verluste verbucht.

Am Dienstagabend hatten CDU/CSU und SPD, die eine Koalition anstreben, ein historisch bedeutsames Finanzpaket geschnürt. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse soll für Verteidigungsausgaben gelockert und ein Sondervermögen für die Infrastruktur mit 500 Milliarden Euro geschaffen werden. Dies wirke „wie ein riesiges Konjunkturpaket“, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Viele Branchen und Firmen dürfen sich jetzt auf zusätzliche Großaufträge freuen.“

Der alte Bundestag soll die Änderungen nächste Woche beschließen. Denn: Um dafür die erforderliche Zweidrittelmehrheit zusammenzubekommen, muss die Abstimmung darüber noch in der laufenden Legislaturperiode erfolgen - mit zusätzlich einer breiten Unterstützung der Grünen oder der vollen Unterstützung der FDP. Im neuen Bundestag nämlich könnten AfD und Linke die Vorhaben blockieren.

Am Montag hatte ein Anstieg von Rüstungs- und Autoaktien den Dax erstmals über 23.000 Punkte katapultiert. Nur einen Tag später stießen Anleger aus Sorge vor einem globalen Handelskrieg Aktien wieder umfangreich ab und der Dax erlebte den heftigsten Einbruch seit drei Jahren. Laut Chartexperte Martin Utschneider von Finanzethos bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend aber trotz dieser Verwerfungen intakt.

Nun waren Infrastrukturtitel besonders stark gefragt. Heidelberg Materials setzten sich mit einem Sprung von 17,5 Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere der Bauunternehmen und -dienstleister Bilfinger und Hochtief sowie der Logistikdienstleister Kion und Jungheinrich belegten mit prozentual zweistelligen Gewinnen vordere MDax-Plätze. Aus dem Rüstungsbereich sprangen Renk, Rheinmetall und Hensoldt zwischen 6,8 und 8,9 Prozent hoch.

Dagegen zählten die zinssensiblen Immobilienwerte angesichts kräftig anziehender Anleiherenditen zu den wenigen, aber kräftigen Verlierern. Vonovia etwa büßten 7,7 Prozent ein.

Obendrein standen auch Geschäftszahlen und Ausblicke im Blick, allerdings eher am Rande. Bayer befürchtet 2025 zwar wegen des anhaltenden Gegenwinds im Agrargeschäft einen weiter sinkenden operativen Gewinn, dennoch ging es um 4,1 Prozent hoch. Der Spezialchemiekonzern Evonik traut sich 2025 eine weitere Verbesserung des operativen Gewinns zu. Der Kurs sprang um knapp 12 Prozent hoch. Der „Deutsche Stimulus“, gemeint ist das erwartete Finanzpaket, wirkt sich laut JPMorgan auch auf den Chemiesektor positiv aus.

SMA Solar sprangen im SDax um knapp 34 Prozent hoch. Auch hier dürfte abgesehen vom Ziel des Wechselrichter-Herstellers, nach einem operativen Verlust wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen, das Finanzpaket der Treiber gewesen sein.

Lesen Sie auch: Die Bonität Deutschlands schwindet, das Gold der Deutschen bleibt

dpa
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